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  Die Zeit bis 1956  
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Die Anfänge

Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft baut Schnauz sofort wiede Jungengruppen auf. Es gelingt ihm, von der französischen Militärregierung in Baden-Baden eine Genehmigung zu erhalten, unter dem Namen "Tübinger Bund" eine pfadfinderähnliche Organisation ins Leben zu rufen. 1949 war diese Bund bereits auf 12 Stämme angewachsen und erstreckte sich über das gesamte Gebiet Südwürttemberg-Hohenzollern. Bei Tübingen wurde ein Feldschützenhaus in einem Ödgelände gepachtet und nach dem Vorbild des alten Sturmtrupp ein neues "Jugendland" aufgebaut. Kurz darauf trat Schnauz mit dem "Tübinger Bund" dem neugegründeten Bund Deutscher Pfadfinder bei.

Die Thesen des alten Sturmtrupp werden jetzt wieder aufgegriffen. Weihnachten 1952 kamt es zu einem Winterlager in Breithülen, wo das Holzschneiden entdeckt wird. Der Gau "GRAUER REITER" wird im BDP aus dem Gau Neckar in der Landesmark Südwürttemberg-Hohenzollern gegründet. Das >>> Bärenthallager Pfingsten 1953 steht als Ausgangspunkt einer Entwicklung, das an sich sterile, ungeistige Pfadfindertum scoutistischer Prägung durch eigenständig musisches, schöpferisches Tün zu durchbrechen. "Der junge Mensch entschließt sich, freiwillig einer von ihm gewählten Werkgilde beizutreten." Der Erfolg ist ungeahnt und man betritt Neuland. Zur gleichen Zeit wird die Ausbildung der jungen Kunsterzieher an den staatlichen Akademien umgestellt. Dar Zeichenlehrer verschwindet; an seine Stelle tritt der Kunsterzieher, die Werktechniken werden zum festen Bestandteil des Unterrichtes. Experte dieser Entwicklung ist Professor Karl Hils aus Stuttgart.

Das Winterlager in Ittenhausen 1953 und das Pfingstlager in Rottenburg 1954 sind weitere Schritte, dass Neuerworbene umzusetzen und zu vertiefen. 1954 wurde das Bundeslager des BDP (Kirchberg im Hunsrück) nach den Erkenntnissen des Bärenthallagers ausgerichtet. Schnauz wird von der Bundesführung als Leiter der Werkgilden ernannt. 1800 Jungen werden in 48 Werkgilden aufgeteilt, die zum größten Teil von Führern des GRAUEN REITERS angeleitet werden. 14 Tage halten sie das Lager in Atem. Kaa, die dem Führerkreis des GRAUEN REITES angehört, gelingt es, die Wölflinge durch ein Robinson- und Rulamanspiel (Gewänder, Steinwerkzeug, Waffen, Höhlenentdecken, Floß-fahrten, Wettkämpfe) zu einem ungeahnten Erlebnis zu bringen. Indianerleben wird zu jungenhafter Wirklichkeit, Waffen und Werkzeuge werden hergestellt und Tänze eingeübt.

Durch die Dynamik, welche der Gau GRAUER REITER entwickelt, wandelt er sich von einer reinen Verwaltungsinstanz zu einer Gesinnungsgemeinschaft. Man begeht den Tag des GRAUEN REITERS, an deren man sich durch Eintragung in das Buch des GRAUEN REITERS dieser Gemeinschaft anschließen konnte. Schnell fand der Gau Anhänger in anderen Landesmarken, teilweise trugen sich ganze Stämme in das Buch des GRAUEN REITERS ein. Sogar Kajus Roller, Bundesfeldmeister des BDP, später einer der ärgsten Widersacher der GRAUEN REITER, trug sich in das Buch ein.

1955 kam es, durch Billy und Schnauz inspiriert, zu dem unvergessenen >>> Steppenlager in Villingen. Dar Begriff des Werkens wird erweitert, der Gedanke einer tragenden Lageridee findet seinen Einzug. Die Idee des Steppenlagers ist nichts anderes, als die Einbeziehung des Laienspiels in den Lagerbereich. Beim "echten" Laienspiel gibt es Darsteller und Zuschauer. Also Akteure und Nichtbeteiligte. Ein Text wird einstudiert und projiziert. Dur Darsteller ist schauspielerischer Laie. Bei der "tragenden Idee" ist JEDER ein Darsteller. Die Diskrepanz ist aufgehoben und ein leitender Spielgedanke ist statt des Textes vorhanden. Dur frühere Zuschauer wird zum Akteur. Die Darsteller treten in eine Zwischendimension, sie bestimmen den Spielablauf. An der Spitze steht, als eine Art Regisseur der "Herr des Ordu", der aber vielleicht im Sinne von Shakespeare nicht nur intellektueller Leiter des Ganzen, sondern zugleich erster Darsteller ist. Also eine uralte neuentdeckte Form des Laienspiels. Durch das Fehlen des Zuschauers und die Anrufung des Eigenständig-Schöpferischen werden dem jungen Menschen geistig-seelische Bereiche erschlossen, die er aus sich selbst schöpft. Das unbeteiligte "Lebe mich" wird selbst erlebt . . . Die mit spontaner Begeisterung aufgegriffene Idee Steppenlager bildet durch die Ideenverbindung Werken und Laienspiel eine neue Synthese. Sie ist vom pädagogischen Standpunkt aus modern und ein Markstein in der Geschichte der Jugendbewegung.

Da sich der GRAUE REITER schnell über die ursprünglich gesteckten Grenzen hinaus verbreitete und überall begeistert Anhänger fand, brachte er Bewegung in den großen Bund. Einige Landesmarkführer scharten sich um Kajus Roller und nahmen den Kampf auf. Nach schweren Auseinandersetzungen, die sich über Monate hinwegzogen, entschied das Bundesthing des BDP am 1. Mai 1956 in Berlin, dass sich der GRAUE REITER als Gau entweder auf seine ursprünglichen Grenzen zurückziehen oder aber aus dem Bund ausscheiden solle. Vor diese Alternative gestellt, schieden mit Schnauz die meisten Gruppen des GRAUEN REITERS aus dem >>> BDP aus. Am 1. Juli 1956 wurde die Pfadfinderschaft GRAUER REITER von Stämmen aus den Landesmarken Südwürttemberg-Hohenzollern, Südbaden, Nordwürttemberg und Wuppertal gebildet. Wenig später stießen noch schwäbische Madchengruppen aus dem BDP/w, die Kosakenhorde aus Göppingen und eine Jungenschaft aus Düsseldorf zum Bund.

Nun konnte man sich frei entfalten. Die Führung übernahm der Führungsrat des GRAUEN REITERS, bestehend aus Schnauz, Gari, Grauer Elch, Henning und Haku. Später wählte man Schnauz zum Bundesführer. Ab 1955 erscheint die Schrift "GRAUER REITER", die durch den Zusammenschluss der Führerblätter der Landesmarken Nord- und Südwürttemberg-Hohenzollern entsteht. Unter diesem neuen Namen wird die Zeitschrift im gesamten Bundesgebiet bekannt und gilt lange als eine der besten Jugendschriften. 1956 erhält der Bund die Burg Hohenkrähen zum Lehen, die ihm einen weiteren Auftrieb gab. 1957 fand das erste >>> "Überbündische Treffen" auf dam Krähen statt, zu dem der GRAUE REITER eingeladen hatte. Zu Füßen der Burg entstand ein riesiges Kohtenlager, alleine der Nerother Wandervogel unter Ölb erschien mit 300 Jungen, fast alle größeren Bünde hatten Abordnungen entsandt. 20 Werkgilden arbeiteten im Freien, es fanden in Singen Kunstausstellungen und Dichterlesungen statt - ein Erfolg, wie ihn sich niemand erträumte. Ein Jahr darauf fand das zweite Treffen auf der Burg Waldeck statt. Es stand unter dem Motto "Beutezug der Goldenen Horde". Einladende Bünde waren Nerother, Jungentrucht und GRAUE REITER. Auch dieses Lager war sehr gut beschickt und bestätigte Schnauz, "dass die Jugend durch Einsatz geeigneter Mittel durchaus noch begeisterungsfähig sei."

Als Schnauz 1961 die Schriftleitung der GRAUEN-REITER-Hefte vorn Grauen Elch übernahm, tritt er als Bundsführer ab. Dur Burgrat des Bundes wählt daraufhin Gari, den ehemaligen Kanzler der schwäbischen Jungenschaft in der d.j.1.11, zu seinem Nachfolger und neuen Bundesführer. Die sechziger Jahre brechen an . . .

(aus Der GRAUE REITER 106/107, S. 8 f.)

 
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.