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Schnauz

Geboren wurde Erich Mönch am 10. Juli 1905 in Rötenbach bei Calw im Schwarzwald, wo sein Vater Lehrer war. Von ihm, der gleichzeitig Beauftragter des Denkmalschutzes war, erbte der Sohn die Liebe und das Interesse sowohl an Bodenfunden wie auch an altem Gerät. Im Jahre 1917 siedelte die Familie wegen Versetzung des Vaters nach Unterjesingen bei Tübingen über. Vor dort aus besuchte Erich Mönch die Oberrealschule in Tübingen. Nach beendetem Schulbesuch zog es ihn als talentierten Zeichner zur Lithographie, für die er sich durch eine Lehre von 1920-1923 bei Staehle und Friedel in Stuttgart das nötige Grundwissen aneignete. Im anschließenden Jahr arbeitete er noch bei einem Kunstmaler Lambrecht, bevor er 1924 seine Ausbildung auf der damaligen Kunstgewerbeschule fortsetzte. In Prof. Schneider fand er dort einen ausgezeichneten Lehrer, mit dem ihm auch noch später eine herzliche Freundschaft verband. Hervorragende Freunde fand er in dieser Klasse in HAP Grieshaber, Eberhard Koebel (tusk) und Fritz Stelzer (pauli), die beiden letzteren kamen wie er aus der Jugendbewegung. Nach abgelegtem Examen betrieb er zunächst mit HAP Grieshaber eine graphisches Atelier "Igel", zeichnete und illustrierte für verschiedene Verlage und bekam dann in Berlin eine feste Anstellung. Ab 1920 gab er zuerst für den Metallarbeiterverband, später für DAF eine Jungarbeiterschrift heraus, die auch von ihm illustriert wurde. Am 10. Mai 1939 heiratete er in Berlin Beate Kalinich, die Ehe blieb leider kinderlos. Zu Kriegsbeginn wird Erich Mönch sofort eingezogen, zuerst zur Flak, später zum Wehrkommando der Luftwaffe nach Berlin als Kartenzeichner. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft kehrte er im August 1945 nach Unterjesingen zurück. Zunächst arbeitete Erich Mönch als freischaffender Künstler, bekam aber im Jahre 1950 an der Kunstakademie in Stuttgart eine Anstellung als Lehrer für Lithographie.

Auf Grund seiner außergewöhnlichen fachlichen und pädagogischen Eigenschaften, letztere auf seinen pfadfinderischen Erfahrungen basierend, wurde er ein sehr geschätzter und beliebter Lehrer. Seine Klasse war stets übervoll, Studenten aus aller Welt wurden von ihm unterrichtet, er erhielt internationalen Ruf. So konnte es nicht ausbleiben, dass ihm 1963 vom berühmten Pratt-Grafic-Center in New York eine Stelle als Gastlehrer angeboten wurde. Diesem Ruf folge er von November 1963 bis zum Februar 1964, dann noch einmal im November und Dezember 1964. Ein dritter Ruf erreichte ihn dann von der Universitiy of Cornwallis in Oregon, dort lehrte er in den Monaten November und Dezember 1965. Bei diesen drei USA-Aufenthalten unternahm er ausgedehnte Reisen ins Land, wovon viele Aquarelle, Zeichnungen und Lithographien Zeugnis ablegen.

Im Laufe seiner Lehrtätigkeit erfand er immer neue Techniken, die Zeichnungen auf den Stein zu bringen, immer wieder überraschte er seine Schüler mit neuen Methoden. Auf dem Gebiet des Steindrucks konnte ihm niemand etwas vormachen, er konnte und wusste wirklich alles. Zum Abschluss seiner 20-jährigen Tätigkeit an der Kunstakademie Stuttgart 1970 wurde ihm anlässlich seiner Zurruhesetzung für seine Verdienste um die Lithographie das Bundesverdienstkreuz verliehen, später wurde er von der Akademie noch zu ihrem Ehrenmitglied ernannt.

Sein Werdegang in der Deutschen Jugendbewegung: Erich Mönch kam schon in jungen Jahren, um 1921, mit der Jugendbewegung im Bund der "Wehrtempler" in Berührung. Sein Bruder Otto, im 2. Weltkrieg als Leutnant gefallen, führte dort eine Gruppe, der auch Erich Mönch angehörte. Diese Gruppe trat 1926 dem neugegründeten Bund der Sturmtrupp-Pfadfinder bei. Bei seinem Studium an der Kunstgewerbeschule in Stuttgart saßen Erich Mönch und Eberhard Koebel in der selben Klasse, wie bereits oben bemerkt wurde. Wenn auch sehr wesensverschieden, hatten sie doch durch die beiderseitige Zugehörigkeit zur Jugendbewegung viel gemeinsames; besonders als Erich Mönch Gelegenheit hatte, 1927 mit Eberhard Koebel auf Lapplandfahrt zu gehen, verstärkte sich die Freundschaft. Dies wirkte sehr befruchtend auf beide - auch als beide 1928 bzw. 1929 nach Berlin gingen. Sie trafen sich immer wieder und erst als der von tusk eingeschlagene Kurs zu sehr nach links schwenkte, wurde die Verbindung lockerer. Bestimmt haben sich beide viel gegeben und die beiderseitigen Erfahrungen ihren Gruppen nutzbar gemacht. Noch kurz vor tusks Tod im Jahre 1955 trafen sie sich in Stuttgart.

Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft versuchte Erich Mönch sofort wieder Jungengruppen aufzubauen. Es entsteht der Tübinger Bund, der bald darauf im BDP aufgeht. Damit beginnt ein Lebensabschnitt, der ihn unter seinem alten Pfadfindernamen "Schnauz" in der gesamten Jugendbewegung Deutschlands und darüber hinaus bekannt gemacht hat. Er war neun Jahre Landesfeldmeister, arbeitete maßgeblich an der Bundesordnung des BDP sowie an der Bundeszeitschrift "Jungenleben" mit. Hierfür schrieb er unzählige Artikel, auch die graphische Gestaltung lag maßgeblich in seinen Händen.

1952 wird der Gau "GRAUER REITER" gegründet, den Schnauz durch seine starke musische Veranlagung bestimmend prägt. Nach tiefgreifenden Differenzen entsteht 1956 die Pfadfinderschaft GRAUER REITER, deren erster Bundesführer Schnauz wird. Wenn man von Schnauz spricht, darf man die von ihm angeregten und ins Leben gerufenen großen überbündischen Treffen nicht vergessen. Durch seine Freundschaft und guten Verbindungen zu den meisten Führern der großen Bünde wurden die Treffen auf dem Hohen Krähen, und ein Jahr später auf der Burg Waldeck, zu einem großen Erfolg. Beim Meissnertreffen 1963 war Schnauz wieder maßgeblich an der Gestaltung der Werkgilden beteiligt. 1961 tritt er als Bundesführer ab und widmet sich nun voll und ganz der Bundesschrift "Der GRAUE REITER".
Das sechste überbündische Treffen zu Pfingsten 1977 auf dem Allenspacher Hof konnte er nur noch von seinem Krankenlager aus helfend vorbereiten, sein Wunsch daran teilzunehmen, ging nicht mehr in Erfüllung. Zwei Tage vor Beginn des Treffens starb er ganz unerwartet in seinem Heim in Unterjesingen. Am Pfingstmonat trugen in sechs GRAUE REITER zu Grabe, Abordnungen der Bünde vom Lager gaben ihm das letzte Geleit. Der GRAUE REITER nahm damit Abschied von einem Menschen, dessen Name vor allem aus der Jugendbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr wegzudenken ist. Seine Idee, die zunächst im GRAUEN REITER in die Tat umgesetzt wurde, fand in vielen Bünden Nachahmung und wurde später auch mit eigenem Leben erfüllt. Für den GRAUEN REITER im Besonderen war er seit der ersten Stunde Promotor und Mentor, ohne Schnauz wäre er gar nicht entstanden. Seine Lebensgeschichte ist ab den 50er Jahren so eng mit derjenigen der Pfadfinderschaft GRAUER REITER verwoben, dass die Lücke, die er bei ihr hinterlassen hat, niemals geschlossen werden konnte.

Hier einige Bilder vom Künstler Erich Mönch >>> Schnauz Bilderstrecke

(aus: Der GRAUE REITER 106/107, Seite 96 f.)

 
Die Bundesordnung
Der Sturmtrupp
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.