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Liebe Gefährten!

Wir veröffentlichen mit diesem Manuskript den bis jetzt zurückgelegten Weg des GRAUEN REITER. Es ist also ein Rückblick über die letzten dreieinhalb Jahre. Vielleicht besteht die Möglichkeit, Zusammenhänge zu klären und Unrichtigkeiten zu berichtigen. Jeder mag selbst entscheiden, ob wir dem Bund und damit dem deutschen Pfadfindertum genützt oder ihm Schaden zugefügt haben. Jeder kann sich dann selbst prüfen, ob er in den dreieinhalb Jahren diesem Gedanken in anderer Weise gedient hat - und mit welchem Erfolg für die Sache der Jungen. Hat er Kritik zu üben, so möge er uns sagen, wie er es besser gemacht hätte. Kritisieren heißt ja noch immer: Besser machen!

Wir sind der Meinung, dass man einer Sache in vielfältiger Weise dienen kann. Diese Vielfalt wird stets, wenn sie ehrlich gemeint ist erfolgreich sein für das Ganze. Dieses Ganze haben wir zu jeder Zeit hochgehalten. Der GRAUE REITER ist nur aus dem Bereich seiner Tätigkeit heraus zu verstehen.
Aus der Bundesführung hat sich leider niemand die Mühe gemacht, diese Tätigkeit an ihren Wurzeln kennen zu lernen. Es kamen lediglich Jungen aus dem Bund zu uns, oft von weit her, um die Tätigkeit des GRAUEN REITERS kennen zu lernen. Eine weitverzweigte Korrespondenz bahnte sich an über diese Tätigkeiten. In zehn Jahren Entwicklung der Landesmark Südwürttemberg-Hohenzollern, in der am meisten GRAUE REITER wohnen, hat uns außer einigen Führern aus Berlin und der Rover-Rotte "Eulenspiegel" aus München niemand aus dem Bund besucht. Kajus hat im Jahre 1955 nur einmal seinen Weg zu uns gefunden; und das war beim "Steppenlager". Sein Aufenthalt dauerte höchstens eine Stunde. Wir wagen es zu bestreiten, dass der Bundesfeldmeister wie auch die Bundesführung sich ein Urteil über den GRAUEN REITER bilden kann, da sich niemand die Mühe machte, unsere Arbeit kennen zu lernen. Ihr kennt uns nur vom Hörensagen, aus unseren Veröffentlichungen und aus den Gerüchten, die über uns im Umlauf sind. Wir fragen euch - wollt ihr das geschriebene Wort und die Gerüchte über das Leben der Jungen stellen?

Gänzlich unverständlich war uns daher der Besuch von fünf Angehörigen der Bundesführung und des Bundesthings beim Tag des GRAUEN REITERS an Ostern 1956 am Hohenkrähen. Wir erwarteten den grauen Reiter Kajus (damals war er es noch). Er hatte uns seinen Besuch angekündigt, uns aber nicht mitgeteilt, dass er fünf Angehörige der Bundesführung und des Bundesthings mitbringen wollte. Bei uns ist jeder Pfadfinder, woher er auch sei, irrmer willkommen. Wären die Fünf gekommen, um mit uns zusammen am Hohenkrähen zu lagern, so wären sie bei uns in jeder Kohte oder in jeder Jurte geehrte Gäste gewesen. Wir waren auf die Art des Besuchs gänzlich unvorbereitet, denn wir kamen nicht zu unserer Burg, um zu diskutieren. Wir wollten am Berg arbeiten und dort lagern. Zeit und Ort zu einer Diskussion war daher ganz verfehlt. Hätten die Fünf den Wunsch gehabt, mit uns zusammenzukommen, wäre eine andere Zeit und ein anderer Ort besser gewesen. Wir wären auf jeden Fall gekommen. Kajus hat es leider unterlassen, uns mitzuteilen, dass er als Bundesfeldmeister einem von ihm bestimmten Teil der Bundesführung Gelegenheit geben wollte, den GRAUEN REITER kennen zu lernen (wie er unlängst schrieb). Wir stellen daher fest, dass keiner der Fünf den GRAUEN REITER kennen lernen konnte. In einer Jurte haben sie stundenlang mit uns diskutiert, das Lager aber leider nicht auf Pfadfinderart besucht; nicht einmal Berg oder Burg Hohenkrähen. Dort aber ging, ohne daß sie Kenntnis davon nahmen, auch während des Regens die Arbeit weiter. Den öffentlichen Abend, den wir in Singen am Hohentwiel gaben besuchten sie dagegen. Es war ein Liederabend, der mit einer Werkausstellung verbunden war. Aber das Ergebnis des Abends, der in der Öffentlichkeit starkes Aufsehen im positiven Sinne fand, stand nachher nicht zur Debatte. Unsere Frage an die Fünf lautet daher: "Seid Ihr gekommen, Pfadfinder unseres Bundes kennen zu lernen und dazu ihre Arbeitsweise? Welchen Sinn hatte eure Anwesenheit im Gefolge von Kajus? Warum seid Ihr nicht im Lager geblieben und warum habt Ihr nicht versucht, den Jungen den Bund Deutscher Pfadfinder in Eurem Sinn zu erklären? Wäret Ihr auch zu uns gekommen ohne Kajus, um uns zu besuchen, um unsere Arbeit kennen zu lernen?" Dies hätte allerdings bedeutet: Mitarbeit an unserer Burg, Ertragen der Witterung in Kohten und Jurten, Mitarbeit an der Lagergestaltung und am öffentlichen Abend, den wir abhielten. Hättet ihr uns in diesem Sinne besucht, dann wäret ihr uns willkommen gewesen und ihr seid uns in diesem Sinne in Zukunft willkommen. Außer M. und H. waren uns die anderen unbekannt. Wir kennen sie nicht einmal durch ihre Arbeitsweise, da zwei von ihnen erst seit kürzester Zeit Landesmarken des Bundes führen. In unserer Mitte befanden sich dagegen zwei ehemalige Landesfeldmeister, die alle Krisenzeiten des Bundes durchstanden haben; einer davon war immerhin acht Jahre lang LFM. Wir bitten den Bundesfeldmeister daher sehr, wenn er Gespräche mit uns führen will und Teile der Bundesführung daran teilnehmen sollen, nur Landesfeldmeister einzuladen, die wir persönlich und durch ihre langjährige Arbeit im Bund kennen. Mit dieser Feststellung wollen wir niemand verletzen oder gar beleidigen.

Gedanken über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges
Der Weg des GRAUEN REITERS ist - nun schon historisch gesehen - auf das Engste mit der Entwicklung der Landesrnark Südwürttemberg-Hohenzollern verbunden. Vor zehn Jahren begann diese Entwicklung unter dem Druck der französischen Besatzungsmacht. Als an anderen Orten schon Landesmarken auch der BDP bestand, befanden sich die Gruppen in Südwürttemberg-Hohenzollern noch in halber Illegalität und örtlicher Lizenzierung. Erst beim Bundesthing in Ruit konnte der damalige Landesfeldmeister Schnauz dann eine geschlossene Landesmark zuführen. Zu erwähnen ist, dass in jener Zeit in Nordwürttemberg von einer Geschlossenheit noch keine Rede sein konnte. Es war der freie Entschluss der Gruppen aus Südwürttemberg, sich den anzuschließen. Die Landesmark Südwürttemberg-Hohenzollern hat vom Tage des Eintritts in den Bund Deutscher Pfadfinder dem Bundesfeldmeister Kajus Roller eine treue Gefolgschaft geleistet und auf ihre Weise an der Gestaltung des BDP Anteil gehabt. In schwerster Zeit und in schwersten Situationen konnte er sich auf diese Landesmark verlassen. Der schönen Elan der Anfangszeit konnte durch die pfadfinderischen Tätigkeiten etwa 5 Jahre aufrecht erhalten werden. Nach dieser Zeit waren fast alle Jungen noch im Bund. Im sechsten Jahr der Entwicklung wurde festgestellt, dass Jungen im Alter von 16 bis 19 Jahren bei Treffen und Lagern fehlten; auch ließen sie in ihrem Eifer in den Sippen und Stämmen nach. Die Ursachen waren nach sehr eingehender Prüfung: Die Jungen hatten den allgemein bekannten Lagerablauf satt. Die Erlernung der pfadfinderischen Arbeitsgebiete machte ihnen keinen Spaß mehr. Sie sagten: "Bei Lagern kennen wir folgendes: Lagerbau, Sängerwettstreit, Geländespiel, Pfadfinderlauf, Kochwettbewerb, Jungenthing, usw. Das haben wir nun fünf Jahre lang gemacht; wisst ihr nicht was anderes?"

Immer sah man bei den Treffen neue Gesichter bei der Frage "Wo ist der und der?"  Dann hieß es "Ausgetreten, er hat kein Interesse mehr gehabt." Unsere Feststellung war: Wir können den Großteil der Jungen etwa 4 bis 5 Jahre im Bund halten, dann aber treten sie aus, da sie keine neuen Anregungen durch Tätigkeiten finden und der Bund ihnen auch geistig keinen Halt geben kann. Eine Probenordnung fehlte. Die Ausbildung der Pfadfinder war unzureichend, da ältere Sippenführer fehlten; gemessen an dem Ausbildungsstand der Jungen vor 1933 war die pfadfinderische Tätigkeit unzureichend und kümmerlich. Die Landesmarkführung tat was menschenmöglich war. Jedes Jahr wurden (schon vor den A-Lagern) Führerschulungen abgehalten. Jungen, die das 18. Lebensjahr erreicht hatten, im Bund zu halten war nahezu unmöglich. Auch heute haben wir nach 10 Jahren Pfadfinderarbeit nur einige wenige Rover.

Wenn nun im Jahre 1956 bei einem geplanten Rovertreffen durch den Bundesbeauftragten "Rover" sich ganze 6 Rover anmelden und das Treffen abgeblasen werden musste, wäre es an der Zeit, sich Gedanken zu machen, warum dies so ist; höchste Zeit wäre es sogar. Die bittere Feststellung lautet: Der Bund hat in seiner neunjährigen Entwicklung keine geistige Linie gefunden, ältere Pfadfinder, die der Jungenstufe entwachsen sind im Bunde zu halten. Die DPSG und CP haben dagegen einen großen Bestand an Rovern und älteren Führern. Der Menschenverschleiß im BDP ist ungeheuerlich; wo sind diejenigen, die vor 8 Jahren Stämme, Horste und Landesmarken führten? Wo sind die jüngeren Kräfte, die im Alter von 23 Jahren Landesmarken führen könnten? Es ist ein stetes Kommen und Gehen im Bund - ohne dass wir dies bemerken oder bemerken wollen. Ein großer Teil der heute 20-jährigen und Älteren, die im Bund aufgewachsen sind, hat uns verlassen. Es fehlte ihnen das geistige Klima; unsere Organisation und Geschäftigkeit im Bund kann sie nicht für den Bund erhalten. Die große Masse der Bundesangehörigen besteht aus Neulingen und solchen Jungen, die 3 bis 4 Jahre bei uns sind. Diese Tatsache kann jeder selbst nachprüfen.

Aus solchen Erwägungen heraus entstand bei uns der Gedanke, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Sie lauten: Die allgemein bekannten pfadfinderischen Tätigkeiten sind heute mehr oder weniger Allgemeingut geworden. Die Idee Baden- Powells ist mit der modernen Pädagogik weitgehendst auf einen Nenner gebracht worden. Hemd, Halstuch, Zelt, Fahrt, Lager, Heimabend, Lied, Laienspiel sind den Jungen nicht mehr neu und auf lange Zeit hinaus verbindlich. Durch die großen Jugendvereinigungen, auch konfessioneller und politischer Art, insbesondere aber durch die Camping-Bewegung sind die Formen und der Lebensstil verallgemeinert worden. Alleine mit dem "bündischen Lebensstil" gegen die Vermassung und das vor unserer Tür stehende Managertum anzugehen ist verlorene Liebesmüh. Eine überraschende Feststellung der neuesten Zeit ist, daß der orthodoxe, konservative scoutistische Stil sich wirkungsvoller gegen die Verallgemeinerung und das Managertum zur Wehr setzt als die alte "bündische" Linie, die ihre Blütezeit vor 1933 hatte. Die Schmückung mit "des Kaisers alten Kleidern" währt nur noch kurze Zeit. Gegen die Camping-Bewegung mit Ironie und Worten anzugehen ist sinnlos, da sie eine internationale Erscheinung der neuen Zeit ist und keiner Organisation bedarf. Viel wichtiger wäre es, sich Gedanken zu machen, was der Bund dieser Massenerscheinung geistig entgegenzusetzen hat.

Das Aufgehen in der Masse schreitet immer weiter vor und wir können diese Entwicklung mit den bisherigen Mitteln auf die Dauer nicht aufhalten. Was haben wir z. B. der Bedrohung des Individuums durch die mit Riesenschritten voranschreitende Zivilisation entgegenzusetzen? Das ist die Kernfrage. Die Zeit, in der wir die Jungen mit dem uns zur Verfügung stehenden geistigen Bestand im Bunde halten können wird immer kürzer werden. Dies hier Gesagte ist nicht neu; jeder, der längere Zeit im Bund lebt weiß dies alles selbst, es sei denn, er würde den Kopf in den Sand stecken. Auch die qroßen Ge1dsummen, die der Bund empfängt, auch die Organisation und die Betriebsamkeit, die in der letzten Nurmern der "Briefe an die Führerschaft" ein Autor "Organisation Leerlauf" nennt, werden das Geschick nicht mehr ändern.

Vorstufen des Grauen Reiter
In vor etwa 4 bis 5 Jahren stattgefundenen Gesprächen erkannte Kajus mit uns die geschilderte Situation. Wir dachten daran, im Bund einen Freundeskreis zu schaffen, der entschlossen war, diesen Strömungen entgegenzuwirken - doch es blieb bei diesem Gedanken. Beim Landesthing in Kolbingen vor nunmehr 5 Jahren, bei dem der BFM Kajus zugegen war, wurden zwei Gaue der Landesmark Südwürttemberg-Hohenzollern gebildet, die sich "Gau Neckar" und "Gau Donau" nannten. Der Gau Neckar führte Feldmeister Wilfried Nedel (Falk) aus Rottenburg am Neckar. Er gab mit der Unterstützung von Gari und Schnauz bekannt, dass dieser Gau Neckar an keine geographischen Grenzen innerhalb der Landesmark gebunden sei. Es konnte sich also jeder Landesmarkangehörige frei entschließen, diesem Gau beizutreten. Diese Regelung billigte der Bundesfeldmeister. Bis auf drei schlossen sich alle anderen Stämme dem Gau Neckar an. Bei einem Lager der Führer dieses Gaues in Breithülen auf der Alb empfand man die Bezeichnung Gau Neckar als sinnlos; bei einem Wettbewerb um einen neuen Narren wurde die Bezeichnung GRAUER REITER gewählt. Im darauffolgenden Jahr 1953 fand in Ittenhausen (schwäbische Alb) ein A-Lager des GRAUEN Reiters statt, bei dem auch der BFM Kajus Roller referierte; desgleichen auch der Bundebeauftragte für die Führerbildung, M. H. Letzterer gab zum Jahreswechsel die Parole aus: Graue Reiter abgesessen. M. begründete dies durch die ihm eigene Ideologie.

Der Feldmeister Karl Hils (Grauer Elch) druckte seine Rede und verbreitete sie weithin im Bund. Jeder Landesfeldneister erhielt sie damals. Ein großer Teil des GRAUEN REITER akzeptierte diese Rede; Falk und einige andere waren dagegen. Durch die Parole "Graue Reiter abgesessen" entstanden starke Spannungen. Ein Teil der Stämme stimmte M. H. Pfingsten 1954 fanden die Spannungen ihren Ausdruck beim Landesthing. M. verlangte die Entfernung der Wolfsstufe aus dem GRAUEN REITER und machte der Wolfsführerin und Landesbeauftragten für Wölflinge klar, dass sie nicht länger im GRAUEN REITER sein könne. M. H. argumentierte gegen die Wolfsstufe im Bund. Er lehnte sie gänzlich ab. Wir wiesen ihn dann auf das Bundesthing hin. Seiner Polemik gelang es, Kaa und ihre Wölfe aus dem GRAUEN REITER zu entfernen. Max begründete dies mit den Worten an Kaa: "Treue braucht nicht belohnt zu werden!" Seiner Anregung zufolge sollte in Horb am Neckar ein Führertreffen des GRAUEN REITER stattfinden; nicht jeder Führer sollte da dabei sein, sondern der Betreffende sollte erwählt sein. Bei dem Treffen in Horb fand zwischen M. H. einerseits und Gari, Schnauz, Haijo, Falk und Grauem Elch andererseits keine Einigung mehr statt.

Die Mahnung von Schnauz, sich am Bundeslager zu beteiligen und den Plan der Werkarbeit zu verwirklichen unterstützte Max nur bedingt. Er stellte es jedem frei, zu kommen. Wer lieber auf große Fahrt gehen wolle, könne dies tun. Er habe den Eindruck, dass viele dies lieber tun würden. Schnauz erklärte daraufhin: "Ich führe den Plan des Bundeslagers auch alleine durch, macht was ihr wollt!" Grauer Elch, Schnauz und Falk traten aus aus dem GRAUEN REITER aus. Ein paar Wochen darauf lud Kaa eine Anzahl von Wolfsführern und Freunde der Wolfsarbeit zu einer Versprechensfeier auf das Jugendland bei Tübingen ein. An dieser Feier nahm auch Landesfeldmeister Heijo Millentrupp teil. Nach der Feier erklärten die Versammelten, dass sie ihre Duldung von der Entfernung von Kaa und ihren Wölfen revidieren und gänzlich von M. H. abrücken würden. Daraufhin traten Schnauz, Falk und der Graue Elch dem GRAUEN REITER wieder bei. Kurze Zeit danach fand der erste "Tag des GRAUEN REITERS" bei Altoberndorf am Nackar statt; es war ein Kohtenlager. Hier wurden die 12 Grundsätze des GRAUEN REITERS aufgestellt. Zwei dieser Grundsätze lauten: "Der GRAUE REITER ist eine geistige Gemeinschaft im Bund Deutscher Pfadfinder." "Ein GRAUER REITER tritt in Wort und Tat für den Bezug des "Jungenleben" ein." M. H. erschien nicht zum Tag des GRAUEN REITERS. Er erklärte später seinen Rücktritt aus dem GRAUEN REITER.

Die Festigung des GRAUEN REITER
Bei einem zweiten Treffen in Horb wurden die 12 Grundsätze gestrichen, da sie für uns selbstverständlich waren. Seitdem hat der GRAUE REITER keine schriftlichen Formulierungen seiner Ziele und seiner Arbeitsweise. Es wurde ein Führerkreis gewählt. Ihm gehörten der ehemalige Landesfeldmeister Gen (Theo Hohenadel) und Landesfeldmeister Heijo Millentrupp, Feldmeister Schnauz (Erich Mönch), Landesfeldmeister Falk (Wilfried Nedel) und der Graue Elch (Karl Hils) an; später kamen Feldmeister Haku (Hans Kurt Haaga), die Landeswölflingsbeauftragte Kaa (Sigrun Grabert), Henning Fröhlich aus Tingen am Oberrhein sowie der Landesmarkführer Siffi (Siegfried Späht) hinzu.

Heijo Millentrupp hat Anfang April 1956 seinen Austritt aus dem GRAUEN REITER erklärt, nachdem er schon seit etlicher Zeit aus dem Führerkreis ausgeschlossen wurde. Falk ist zur Zeit auf eigenen Wunsch beurlaubt. Jeder der Genannten bearbeitet ein ihm besonders vertrautes Sachgebiet. Dar Führerkreis tritt zeitweilig zu beratenden Treffen zusammen. Dar GRAUE REITER hat demzufolge keinen einzelnen Führer!

Niemand kann also von sich aus irgendwelche Entscheidungen treffen! Alle Beteiligten arbeiten an verantwortlicher Stelle in ihren Landesmarken und im Bund mit.

Wenn ein Angehöriger des GRAUEN REITER einen Wunsch oder Vorschlag hat, wird er sich immer an den Führerkreis wenden. Dasselbe gilt auch, wenn er Kritik üben will. Dar GRAUE REITER hat keine Mitglieder. Man ist "Angehöriger" des GRAUEN REITER. Auch die Bezeichnung "Gemeinschaft GRAUER REITER" hat noch nie existiert. Die GRAUEN REITER betrachten sich als Freundeskreis im Bund. Jegliche "Organisation" wird schärfstens abgelehnt. Dar GRAUE REITER hat bis dato keinen Extra-Beitrag, kein Abzeichen und - keine Fahne!

Angehörige tragen sich, wenn sie GRAUE REITER werden wollen, in das als Werkarbeit gestaltete Buch des GRAUEN REITERS ein. Dar GRAUE REITER hat seit seinem Bestehen keinerlei Werbetätigkeit im Bund entfaltet. Es ist jedem GRAUEN REITER untersagt, in irgendeiner Form Werbetätigkeit auszuüben. Alle anderslautenden Gerüchte weisen wir als Verleumdung zurück. Im GRAUEN REITER befinden sich nur Angehörige des BDP. Dar GRAUE REITER ist ein Kreis von Einzelmenschen, geschlossene Stämme gibt es (bis jetzt) noch nicht. Der Großteil der Stammesführer der Landesmark Südwürttemberg-Hohenzollern gehört dem GRAUEN REITER an. Der GRAUE REITER ist über das ganze Bundesgebiet verbreitet. Das Buch wird nur durch Kuriere befördert. Jeder Neuhinzugekommene muss einem Angehörigen des Führerkreises bekannt sein, der für ihn bürgt. Der Führerkreis kennt alle Angehörigen. Von Seiten des BFM, der nach Ostern aus dem GRAUEN REITER austrat, wird die Behauptung aufgestellt, der GRAUE REITER sei ein "Bund im Bund". Wir weisen diese Behauptung in aller Form zurück!

Arbeitsweise des GRAUEN REITER
Aus dem, was wir am Anfang dieses Rundbriefes sagten, haben wir die Schlussfolgerung gezogen, dass neue, der Jetztzeit unangemessen erscheinende pfadfinderische Tätigkeiten und Arbeitsgebiete erschlossen werden müssen. Die bis jetzt bekannten und geübten Tätigkeiten sollen als Grundbestand bestehen bleiben. Einer dieser neuen Faktoren ist die WERKARBEIT. Der 2. Faktor ist die Gestaltung von Treffen und Lagern unter vorher bestimmten Lager-Ideen. Der 3. Faktor ist die Einbeziehung des Musischen in die Gesamtarbeit. Das letzte der von uns erprobten Gebiete ist das Winterlager in Kohten und Jurten.

Das Werken wurde schon vor neun Jahren im Horst Tübingen geübt. Nach der zu Anfang getroffenen Feststellung, dass wir im Bund laufend Jungen verlören, weil wir ihnen nichts mehr geben könnten (insbesondere Ältere), veranstalteten wir vor vier Jahren auf der Schwäbischen Alb bei Bärenthal ein Werklager mit 285 Jungen. Wir stellten 12 Werkgilden auf, denen sich jeder freiwillig anschließen konnten. Es haben sich alle angeschlossen. Das Lager war erfolgreich wie noch kein Lager zuvor. Noch heute beziehen sich die Jungen darauf. Anschließend an dieses Lager wurde eine Jahreswerkarbeit ausgerufen. Jeder sollte in seiner Freizeit ein ganzes Jahr lang an einer Sache werken, um diese zum Pfingstlager mitzubringen. Dieser Plan wurde durchgeführt und der Erfolg war begeisternd. Eine Ausstellung fand statt. Diese beiden Lager fanden weitere Fortsetzungen, bei denen neue Werkgebiete erschlossen wurden, besonders nach der Seite des musischen und urtürmlichen Werkens. Der Grundgedanke ist aber stets von der Wirksamkeit von Professor Karl Hils (Grauer Elch), Dezent an der Kunstakademie in Stuttgart ausgegangen. Dieser Menschenfreund und Lehrer hat den Begriff WERKEN geprägt und ihn, auch durch seine zahlreichen Publikationen zu diesem Thema zu einem weltweit bekannten Begriff gemacht. Er hat das "Basteln" durch das "Werken" überwunden.

Die Idee des letzten Bundeslagers stammt von Scbnauz, der die Werktätkeit des GRAUEN REITERS dem Lager zugrunde legte. Dieses Lager war erfolgreich, weil es die Manschen durch das Werken zusammenführe und aus Gegnern Freunde werden ließ. Das ist der große Sinn des Bundeslagers, bei dem zum ersten Male alle einig waren. Das, was dort war, war was dort war, war Bund! Der GRAUE REITER leiteten dort Werkgilden. Und ihnen ist es gelungen, Gegensätze zu überwinden. Heute noch verbinden sie herzliche Verbundenheit und echteFreundschaft mit den Werkern des Bundeslagers. Einer ist uns besonders wertvoll geworden für den Bund: Sonus. Er hat indessen erfahren, dass wir bereit sind, ihm zu helfen. Schnauz hat damals dafür geworben, diese Werkgilden des Lagers in irgendeiner Form zusammen zu halten; besonders die Werker am Lager-Jungenleben. Diese Werkgilde, die mit großer Hingabe gearbeitet hat, war geschlossen bereit, als Arbeitskreis am "Jungenleben" auch nach dem Bundeslager mitzuarbeiten. Ihre Namen und Anschriften liegen im Bundesamt. Kajus hat diese Werkgilde und ihre Bereitschaft nicht in den Dienst des "Jungenlebens" gestellt, auch die Werkgilde nicht zusammengehalten. Die Werkarbeit sei, so hören wir, ein "Bestandteil des Bundes" geworden.

Nach dem Werklager in Marbach zwischen Weihnachten und Neujahr 1955/56 fand im gleichen Sinne ein Werklager des GRAUEN REITERS statt auf dem Jungendland in Tübingen. Eine gute Werkverbundenheit stand zwischen beiden Lagern, die von den Lagerleitern Sonus und Schnauz gefördert wurde. Am Werklager Jugendland nahmen 40 Jungen teil, die in Kohten schliefen. Das Lager wurde werkmäßig betreut von Herrn Schellenberger, dem Nachfolger von Karl Hils an der Kunstakademie. Es war auf das urtümliche Werken eingestellt. Leider hat es Kajus versäumt, dieses Lager zu besuchen. Beim Tag des GRAUEN REITERS an Ostern 1956 fand eine Werkausstellung in Singen statt. Sie fand starkes Interesse in der Öffentlichkeit.

Die Lagergestaltung unter bestimmten tragenden Ideen
Nach dem Plan eines 17-jährigen Sippenführers gestalteten die Landesmarken Südwürttemberg-Hohenzollern und Südbaden ein Steppenlager mit über 500 Jungen. Die Vorbereitungen dauerten ein Jahr. Umfangreiche Werkarbeit ging dem Lager voraus. Dieses Lager wurde im "Jungenleben" geschildert. Das Echo dieses Lagers ist weit über unseren Bund hinausgedrungen. Die Verwirklichung und die ganze Arbeit wurde van GRAUEN REITER geleistet. Wenn nun an verschiedenen Stellen im Bund dieses Lager eine Fortsetzung findet, sollte dies zu denken geben. Wir haben niemand mit dem Steppenlager ein Rezept vorschreiben wollen und betonten dies an mehreren Stellen. Wir stellten lediglich fest, dass es für uns bedeutungsvoll war. Indessen haben, an uns herangetragen, viele Gespräche stattgefunden. Wir konnten beraten, und, wie wir hoffen, auch helfen. Ohne große Vorbereitungen, literarische und künstlerische Untenmauerung sind solche Lager nicht möglich!

Erprobung der Winterlager
Dies ist in verschiedener Weise geschehen. Diese Lager erforderten eine ungeheure Kleinarbeit und eine verantwortungsvolle Leitung. Während wir zwei Lager unter Einbeziehung eines primitiven Heimes abhielten, fand zwischen Weihnachten und Neujahr 1955/56 ein Kohtenlager im Schnee des Hochschwarzwaldes mit über vierzig Jungen statt. Dieses Lager war ganz auf sich selbst gestellt, ohne Anlehnung an eine Hütte oder ein Haus. Die Erfahrungen haben wir an diejenigen weitergegeben, die uns um Rat baten. Man kann nach unserer Erfahrung auch im Winter lagern. Dies galt auch für die Großfahrten des GRAUEN REITERS nach dem nördlichen Skandinavien und nach Afrika.

Schrifttum des GRAUEN REITER
Die Stämme des Gaues Neckar und des daraus entstandenen GRAUEN REITER hatten den Pflichtbezug des "Jungenleben" hundertprozentig durchgeführt. Auch die Einzelangehörigen hatten die Hefte abonniert. Im Jahre 1954 war jeder GRAUE REITER ein Jungenlebenleser. Wir träumten von einer großen bedeutenden Bundesschrift; die Ablehnung unserer Anträge an das Bundesthing konnten uns in dieser Stellung nicht erschüttern. Prüft bitte selbst nach, ob der Bundesthingbeschluss: "Pflichtbezug für Neulinge" von den Landesmarken durchgeführt wurde. An Mitarbeit am Jungenleben haben wir es nicht fehlen lassen. An Werbung hat es wahrscheinlich auch nicht gemangelt. Heute sind wir mit unserem Geschrei um das "Jungenleben" in eine Sackgasse geraten. Ein Pflichtbezug bei den Angehörigen des GRAUEN REITERS lässt sich beim besten Willen nicht mehr aufrecht erhalten, noch weniger in der gesamten Landesmark. Ein großer Teil der Jungen und Führer bezeichnet die Hefte als uninteressant. Einer schreibt: ". . . wir lesen im Stamm noch ein paar Hefte aus Pflichtgefühl." Ein anderer: ". . . wir sind Bezieher, aber keine Leser!" In der Landesmark ist zu beobachten, dass Nicht-Graue-Reiter in ihrem Urteil härter sind, als die GRAUEN REITER. Was wir aus dem Bund über das Jungenleben hören, lässt uns den Traum von einer großen, bedeutenden Pfadfinderschrift begraben.

Über das "Lagerfeuer" möchten wir nicht mehr viel sagen. Kajus hat den Artikel aus dem "Höhlenheft" des GRAUEN REITERS gebracht; es war abgesprochen, dass er dies könne, wenn er die Quelle angäbe. Er hat dies jedoch unterlassen, so daß der Eindruck entstand, als ob wir Original-Artikel für das "Lagerfeuer" geliefert hätten, was keineswegs unsere Absicht war. Eine unnötige, zeitraubende Schreiberei mit den Lesern des "Lagerfeuer" war die Folge.

Sitten und Gebräuche
Jede Gemeinschaft prägt sich, wenn sie echt und gewachsen ist, ihre eigenen Formen und ihren eigenen Stil. Dies ist so gewesen, seit es die Deutsche Jugendbewegung gibt. Der GRAUE REITER hat folgendes:

- Zwei gekreuzte Taschure, das Symbol, das Zusammengehörigkeit bedeutet. Taschure werden von Schnauz an GRAUE REITER, aber auch an Bundesmitglieder außerhalb des GRAUEN REITERS gegeben.
- Der Haddak wird als ein Zeichen des Schenkens und der Dankbarkeit empfunden; sein schöner Sinn ist schon tief verwurzelt.
- Der Ruf JABONAH bedeutet Aufbruch.

Man will uns von gewisser Seite aus ankreiden, dass wir das Steppenlager fortsetzen wollten. Landesfeldmeister Brinkmann hat sogar behauptet, wir wollten eine "Steppenkultur" verbreiten. Dazu ist zu sagen, dass niemand von uns am Steppenlager festklebt. Das Deutsche Rittertum beschäftigt uns im Hinblick auf den Hohenkrähen zur Zeit viel mehr. Vom Steppenlager geblieben sind lediglich der Haddak und Jabonah. Wir blasen unsere Signale auf Büffelhörnern, die als Werkarbeit hergestellt werden. Andere Sitten und Gebräuche bestehen nicht. Über unserer Arbeit soll die Freude stehen und die Fröhlichkeit junger Herzen. Zu unseren Sitten mag man noch rechen, dass wir die Kohte nicht als "Nachtschwarzen Kulttempel" betrachten, sondern als sehr gutes Lager- und Fahrtenzelt; desgleichen die Jurte. Noch immer lieben wir das einfache Leben im Freien und die mannigfaltigen Pfadfindertätigkeiten. Im Führerkreis befinden sich Männer, die schon seit 30 Jahren Pfadfinder sind und es bleiben werden.

Störung des Bundeslebens durch den GRAUEN REITER
Man versucht uns das Recht, jedes Jahr an Ostern den Tag des GRAUEN REITERS abzuhalten, abzusprechen mit dem Hinweis, jeder Junge im BDP hätte sich an Ostern in seiner Sippe oder in seinem Stamm zu betätigen. Dazu ist zu sagen, dass an 363 Tagen jeder GRAUE REITER in seiner Sippe oder in seinem Stamm arbeitet. An zwei Tagen aber kommt er jedes Jahr an Ostern zum Hohenkrähen, wenn er es selbst will. Er muss nicht kommen! Es erhebt sich die Frage: Sind alle 30.000 Mitglieder des Bundes an Ostern in ihrer Sippe oder in ihrem Stamm gewesen? Uns ist nun in dreieinhalbjähriger Arbeit nicht ein Fall bekannt geworden, dass sich ein Sippen- oder Stammesführer des Bundes gegen den GRAUEN REITER erhoben hätte. Bekannt ist uns nur, dass von den 252 Teilnehmern am Hohenkrähen eine Anzahl dem GRAUEN REITER nicht angehörte. Weiter ist uns bekannt, dass eine ganze Menge von Sippen- und Stammesführern Jungen zu uns schickten oder selbst kamen, um von uns etwas zu lernen, was sie bis dahin noch nicht wussten. Ein Musterbeispiel für diese Feststellung stellt die Landesmark Südwürttemberg-Hohenzollern dar. In dieser Landesmark ist seit ihrem nunmehr zehnjährigen Bestehen noch kein Ehrengerichtsverfahren abgehalten worden, auch hat es noch keinen Streit irgendwelcher Art gegeben. Das Recht auf eigene Meinung und Toleranz wird hier großgeschrieben. Hier kann jeder wachsen, wie es seiner Art und seinem Wesen entspricht. Die GRAUEN REITER leben mit denjenigen, die dem GRAUEN REITER nicht angehören in Frieden und gegenseitiger Freundschaft. Keiner ist hier des anderen Feind. Die "Störungen des Bundeslebens" durch den GRAUEN REITER sind an den Haaren herbeigezogene Argumente. Wir wissen, dass wir einen großen Kreis von Freunden im Bund haben, die mit uns verbunden und keine GRAUEN REITER sind. Unser Bedarf an Organisation ist durch das Bundesamt gedeckt. Wir sind froh, wann wir nicht organisieren müssen. Wir wären dazu gar nicht im Stande, da wir in harter Berufstätigkeit stehen und froh sind, wenn wir unsere Freizeit dazu verwanden können, der Jungensache zu dienen. Den Ehrgeiz, einen Bund im Bunde zu schaffen hat bei uns niemand.

Es wäre widersinnig, eine Treuekundgebung für die Bundesordnung zu veranstalten. Am Hohenkrähen haben wir betont, dass die Bundesordnung nach wie vor für uns verbindlich ist und wir im Bund bleiben, solange wir als Deutsche Pfadfinder Lebensraum haben. Nebenbei gesagt, hat der ehemalige Landesfeldmeister Schnauz die Bundesurkunde und die Bundesordnung als Erster unterschrieben.

Wir warten jetzt auf das Urteil des Landesehrengerichts in Hamburg, im Falle des von Landesthing und von Landesfeldmeister B. ausgeschlossenen Stammesführers und GRAUEN REITERS Giggi. Wie wir hören, hat der Landesfeldmeister B. erneut erwogen, an das Bundesthing den Antrag zu stellen, den GRAUEN REITER aufzulösen, bzw. auszuschließen. Kajus teilte uns am Hohenkrähen mit, dass er H. gebeten habe, davon Abstand zu nehmen.

Nachwort!
Wir haben uns nie in die Angelegenheiten anderer Landesmarken und Gemeinschaften im Bund eingemischt. Auch haben wir uns nie über Andere erhoben und die mit dem gestreckten Zeigefinger der Unduldsamkeit auf ihre Fehler hingewiesen. Wir haben von dem Recht der freien Meinung Gebrauch gemacht und haben das was wir taten, veröffentlicht, da wir der Ansicht sind, dass unser Tun auch andere interessiert. Wer sich unserer Erfahrung bedienen wollte, hat dies getan. Das war alles.

Für die meisten von euch sind wir "Hinterwäldler mit gestopften Strümpfen". Wir wollen auch gar nicht mehr sein, wir entbehren die weißen Söckchen der Repräsentation nicht. Es gibt in unserer Heimat, auf den Bergen der Schwäbischen Alb, des Schwarzwaldes und am oberen Neckar, auch in anderen unwirtlichen Gegenden, in denen GRAUE REITER wohnen nichts zu repräsentieren. Wir sind einfache, im Grunde friedliche Zeitgenossen, die nur den Wunsch haben, in Frieden leben zu dürfen. Wenn wir ab und zu den Wunsch haben, eine Pelzmütze zu tragen, einem anderen einen Haddak zu schenken oder JABONAH zu rufen, dann verfolgt dieses doch nicht mit tierischem Ernst. Auch wir achten eure Sitten und Gebräuche. Unsere Hartnäckigkeit ist nichts anderes als eine Alemannische Eigenart.

Sorgt ihr an eurem Platz und in eurer Heimat dafür, dass das Deutsche Pfadfindertum auch in der Zukunft bestehen kann, das ist der beste Dienst, den ihr dem Bund leisten könnt.

Nehmt diese Zeilen so auf, wie ihr es selbst wollt. Eine Rechtfertigung allerdings dürft ihr uns nicht unterschieben; vielleicht eine Auskunft über eine Arbeits- und Lebensweise anderer Menschen im Bund, wann Ihr dies so auffassen wollt. Wenn ihr der Ansicht seid, dass man solche Menschen nicht mehr gebrauchen kann, müsst ihr uns dies sagen. Ändern könnt ihr uns nicht, das müssen wir selbst tun, wenn es uns die Zeit und die Umstände lehren.

Allzeit bereit
Gut Pfad!
Führerkreis des GRAUEN REITER
(Kaa, Schnauz, Grauer Elch, Haku, Henning und Siffi)

(aus: Der GRAUE REITER106/107, S. 27 ff.)

 
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Die Kosakenhorde
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Die Zeit 1969-1975
Neubeginn (1976-1986)
Die Zeit seit 1986
Führer des Bundes
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.