home sitemap services impressum  
publikationen der bund die burg jugendbewegung & mehr

kontakt
Sommer, Stephan
e-mail: schriftleitung@gmx.de
suche

 
  Die GRAUE-REITER-Burg  
Home » die burg » Die GRAUE-REITER-Burg

Die GRAUE-REITER-Burg

Etwa 5000 Burgen soll es in Deutschland geben. Eine davon ist der Hohenkrähen im Hegau. Keiner von uns hätte sich je träumen lassen, dass dieser Berg und diese Burg einmal "unsere" Burg wird. Jedem, selbst dem, der auf der Bundesstraße 33 flüchtig am Fuß des Berges dahinfährt, prägt sich das Bild des gewaltigen Berges in das Gedächtnis ein. Kein Berg gleicht hier dem anderen. Dieser eine ist aber in Form und Art einmalig und grundverschieden von allen anderen Bergen. Steil und bewaldet sind seine Flanken. Unmittelbar unter den Bäumen stehen die seltsam geformten Felswände, die die gewundenen Traversen den Berg modellieren und formen. Ihrem Zug folgend, zieht sich die starke Ringmauer hin. Über den Wänden, unlöslich verbunden mit dem Klingstein, stehen die Ruinen der Burg. Der Gipfel gleicht dem Haupt eines Riesen, zernarbt und zerfurcht, gekrönt von Laubbäumen und von Gebüsch.

Von allen Bergen des Hegaues ist der "Hohenkrähen" der seltsamste und auch der wildeste Berg. Hier ist kein Platz für ein liebliches Idyll, für einen romantischen Burgfrieden, will man sich den Berg in seiner Gesamtheit innerlich zu eigen machen. Er macht es dir nicht leicht, der alte Recke, sein Wesen zu ergründen - und keiner kann von sich behaupten, er hätte nach einem Besuch den Berg ganz erfasst. Leichter haben es die Wanderfalken, die ihren Horst in den Wänden haben; sie sehen den Berg von oben. Du aber steigst aus dem Kulturland des Hegaues auf steilem Waldweg hinauf durch den Wald, hinauf zum Sattel, der Berg und Vorberg verbindet.

Unmittelbar führt dich der Weg zum Tor der Burg, das von alten Bäumen überschattet ist. Linker Hand steht noch ein Teil des alten Burgstalles. Dort findest du Jungen und Führer des GRAUEN REITERS bei der Arbeit. Sie bauen das alte Gebäude zu einem Heim aus. Erkennbar ist schon der Vorplatz, die Küche und der Kaminraum. Und oben werden die einstens Schlafplätze sein. Hinter dem Haus liegt das Bauholz, das von einem abgebrochenen Gebäude aus Singen in mühseliger Arbeit geborgen und auf halsbrecherischem Transport hinauf zur Burg gebracht wurde. Dort stehen auch die Tröge für den Mörtel, und dort liegen die Steine zum Bau. Steinbrocken und wucherndes Gestrüpp umsäumen einen Schuppen. Wenn du einmal später wiederkommst, wird dort ein Werkraum gebaut sein, in dem du werken kannst, eine Feldschmiede wird in Betrieb sein, dazu ein Urofen für Keramikbrände. Zur rechten Hand steht das Burghaus, ein Fachwerkbau, von Waldreben umwuchert. Hier wohnt unser Burgvogt, Haku, mit den Seinen. Eine Terrasse tiefer ist das Burggärtlein, das du aber vom Weg aus nicht erkennen kannst. Dort, im Lusamgärtlein der einstigen Burgfrauen, seht urnwunden von Efeu und wilden Reben eine kleine Bank.

Steigst du nun auf steinigem Weg hinauf zur Burg, so hast du zu deiner linken schräg aufsteigende Felswände, teils kahl, oder überwuchert von Gebüsch. Die Trümmer eines Turmes mit Tor wirst du dann durchschreiten. Oben siehst du auf dem Gemäuer eine kleine Föhre, wie man sie auf japanischen Holzschnitten findet. Dieses Bäumchen ist ein Altersgenosse des Freiherrn von Reischach, unseres Barons, der uns die Burg zu Lehen gab. Dieses Bäumchen, das sich mit seinen Wurzeln an das Gemäuer anklammert, ist dem Baron lieb und wert, möge es noch lange dort oben stehen.

Zur Rechten hast du nun nicht mehr viel Raum; du kommst auf eine Bastion, die man gemeinhin Kegelbahn nennt. Hier sollen einst die Landsknechte dem Kegelspiel gehuldigt haben. Wir aber nennen diesen Platz die Thule-Bastion; und hier stehen die Kohten der Burgwache. Dein Blick schweift nun weit hinaus zum Bodensee und auf die Stadt Singen, die vom Hohentwiel überragt wird. Wenn du Glück hast so wie ich - kannst du einen Fuchs tief unter dir sich im Gemäuer sonnen sehen. Aber jetzt wird der Pfad hochgebirgsmäßig, und nur mühsam geht dein Aufstieg zum ältesten Teil der Burg weiter. Auf einem Tor findest du ein eigenartiges Fischgrätenmuster im Gemäuer; es ist römischen Ursprungs. Rechts ragen gewaltige Ruinen in die Luft. Bleibe hier ein wenig stehen. Von hier kannst du einen Blick auf das Burghaus werfen, das, wie ein wie ein verwunschenes Waldschloss aus dem Märchenbuch, tief unter dir liegt. Baumriesen hängen hier: dürr und tot. Wenn du nun noch weiter bergwärts gehst, so hast du einen schönen Blick auf den bewaldeten Vorberg, von dem aus der kaiserliche Fe1dhauptmann Frundsberg den Hohenkrähen einst mit seinen Feldschlangen beschossen hat.

Nun hast du die steile Waldstrecke hinter dir, und du triffst durch das Buschwerk auf eine Bastion, die du an dieser Stelle nie vermutet hättest. Hier wird der Burgrat des GRAUEN REITERS sich zusammenfinden. Senkrecht fallen hier die Felswände ab, und tief unter dir siehst du den Burgwald. Wage dich nicht zu weit vor, hier lauert die Gefahr des Absturzes. Vor dir liegt der Mägdeberg, und links vor dir der Hohenstoffel. Auch Mühlhausen ist erkennbar mit seiner Kirche, in der der wackere Pfarrer Albert Riester seines Amtes waltet. Hier liegen auch die liegen auch die geisterhaften Gebeine des Burgvogtes Poppolius, der noch immer sein Wesen am Krähen treiben soll - ein alemannischer Till Eulenspiegel, über den noch zu berichten wäre.

Der Unkundige steigt nun hinauf zum Gipfel; du aber gehst am Grat des Klingsteinfelsens entlang zu den Kasematten der Burg. Sie wurden einst von den Augsburger Fuggern gebaut. Durch zerfallene Torgewölbe geht es nun hinab. Mehr rutschend als gehend kommst du zu einem Balken, der wie eine Zugbrücke dir das weitere Vordringen in die Kasematten ermöglicht. Erschrecke nicht, wenn dir hier, solltest du am Abend oder bei der Nacht kommen, aufgescheuchte Fledermäuse um den Kopf huschen. Zwei Felsenkammern betrittst du nun. Ihre Rückwände bestehen aus gewachsenem Fels; Schießscharten sind in die meterdicken Mauern eingelassen.

Hier lagerten zu gegebenen Zeiten wilde Fahrtengesellen, zu denen du dich gesellen kannst, wenn du ihnen willkommen sein solltest. Der Rauch ihrer Lagerfeuer zieht durch die Scharten ab.

Kommst du bei Tag, dann ist es nicht mehr weit zum Gipfel. Eine Felsplatte kennzeichnet ihn; sie ist die höchste Stelle des Berges. Hier siehst du auch die Wiesen, auf denen der zweite Tag des GRAUEN REITERS zu Ostern 1956 stattfand. Hier standen unsere Jurten und Kohten. An diesem Berg wird im nächsten Jahr das "überbündische Treffen" stattfinden; halte dich bereit - wir brauchen dich.

Deine Gedanken ziehen mit dem Falkenpaar, das tief unter oder hoch über dir fliegt. Es ist ein Land, das die Dichter besungen haben; das Land hat einer großen Vergangenheit und einer ruhmreichen Tradition.

(aus: der GRAUE REITER, Nr. 106/107, Seite 13 ff.)

 
Der Förderverein des GRAUEN ...
Botschaft an den Bund
Burgenland Hegau
Geschichte der Burg
1512
Erste Fahrt zum Hohenkrähen
Auf dem Krähen
Die GRAUE-REITER-Burg
Unser Burggeist
Baustein zum Erhalt der Burg
Der Bund und seine Burg (Fot...
Copyright 2004 schriftleitung.org
 


30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.