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  Überbündisches Treffen I  
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Überbündisches Treffen I

Von wem stammmte eigentlich die Idee des überbündischen Treffens? Wann und wo wurde der Plan gefasst? Genau dies soll jetzt hier erzählt werden: "1956 war es, zu Pfingsten. Unser Fahrtenziel war, wie schon so oft die GRAUE-REITER-Burg. Absichtlich sollte kein großes Lager stattfinden, aber dennoch fanden sich GRAUE REITER aus den verschiedensten Gegenden beim Feuerschein in den Kasematten der Burg zusammen. Es wurden gemeinsame Lieder gesungen, Haddaks getauscht und Freundschaften geschlossen. An einer diesem Kasemattenabende - der Wind pfiff durch das alte Gemäuer, Fackeln und kleines Holzfeuer erhellten spärlich die meterdicken Felswände, Kohtenplanen deckten den Eingang ab, während der beißende Rauch nur allmählich durch die Schießscharten abzog - rückten wir Gesellen näher am Feuer zusammen. Einer von uns erzählte vom Steppenlager, dieses Lager war eine Idee von Billy. Und alle, die dabei waren, wissen, was dieses Lager für einen Erfolg hatte. Die Frage nun - wie soll unser nächstes großes Lager gestaltet werden, wie soll es aussehen. Diese Frage stellte ein Junqpfadfinder an Schnauz. Er meinte, dass wir Vorschläge machen sollten. Einer der Anwesenden schlug ein überbündisches Lager vor, zu dem namhafte Dichter und andere Künstler eingeladen werden sollten. Darauf hin erhob sich jeder Einzelne und machte seinen Vorschlag. Man fand den ersten Plan für ausgezeichnet und versprach allgemein, selbst zum Gelingen dieses "überbündischen Treffens" beizutragen. Als wir beschlossen, den Plan dem damaligen Führerkreis des GRAUEN REITERS vorzuschlagen, wussten wir natürlich noch nicht, ob dieses Lager überhaupt einen Erfolg haben wird. Die Idee, ein solches Lager durchzuführen, war für uns vollkommen neu. Trotzdem konnten wir es wagen, den Plan zu verwirklichen, denn er kam ja aus uns selbst, aus uns Jungen. Erst wenn Jungen selbst ihren Bund durch eigene Ideen und frei allen Dogmen bestimmen, wird es ein guter lebendiger Jugendbund. - Noch lange wurde oben auf der Burg in den Kasematten so manches Fahrten- und Landsknechtlied gesungen."

Und der Plan wurde umgesetzt - im April 1956 trafen sich mehrere Bünde am Fuße des Krähen, darunter der Nerother Wandervogel, die Jungentrucht, der DPB, die Deutsche Freischar und natürlich GRAUE REITER zusammen. Die Künstlergruppe "Ellipse" aus Tübingen, Maler, Grafiker und Bildhauer, hießen den Plan der Jungen gut und beschlossen in einer Mitgliederversammlung eine Ausstellung moderner Kunst zu diesem Treffen zu schicken. Die Dichter Hans Leip, Fritz Mühlenweg, Walter Scherf und Werner Helwig sagten ihre Unterstützung zu, ebenso Professor Karl Hils und Herr Schellenberger von der Stuttgarter Kunstakademie.

". . . über was soll ich schreiben? Etwa über einen bezaubernden Spaziergang zum Mägdeberg mit seiner Ruine durch die frühlingshaften Felder voller Lerchentriller und seinem echten Osterhasen oder über die Dichterlesung von Walter Scherf abends in der Jurte beim Schein des Feuers auf der Bastion? Viele sitzen um das Feuer, nach wenigen Worten schon lauschen wir gespannt und seltsam gefesselt der Erzählung, die Walter Scherf (tejo) uns liest. Er versteht es großartig, Kontakt mit den Jungen zu bekommen; alle hängen an seinen Lippen, ob er nun eines seiner Lieder singt oder aus seinen Büchern erzählt und vorliest. Es ist eine selten schöne Stimmung in der Jurte - KEINER wird sie vergessen. Ich finde, es gibt nichts Schöneres, als die Jungen zu betrachten, wenn das Feuer die Gesichter mit seinem Spiel geheimnisvoll belebt. tejo ist überhaupt ein feiner Mensch. Er ist so vielseitig - und hier denke ich an seine Moos-sammlung, die er so fachmännisch und liebevoll zusammengetragen hat. Schön und feierlich war auch der Gottesgottesdienst auf dem Berg, während das Auge weit in den Hegau hinein und bis zum Bodensee schweifen konnte. Schön war die Einladung zum Frühstück bei der Burgmannschaft Thule. Ich mag diese Jungen sowieso besonders gern, weil einer von ihnen "unser Student" in Tübingen war. Wiesel und seine Gruppe, die immer sehr aparte und eigene Gedanken haben, lud uns in die Kasematten ein. Sie zeigten uns afrikanische Dämonentänze in echten Masken und in malerischen Kostümen, während sie von toller, sehr echt wirkender Musik begleitet wurden. Beeindruckt hat mich auch die Kunstausstellung mit wirklich interessanten Bildern Tübinger Künstler. Einige hätte ich am liebsten gleich mitgenommen, so gut haben sie mir gefallen.

Und was jetzt noch kommnt - das kann nur der berühmte und beliebte Oelb sein - ihn will ich in diesem Rahmen nicht vergessen. Er war einfach einmalig wie die Nerother überhaupt bei ihrem Ritterzug. Er war unwahrscheinlich farbenprächtig und eindrucksvoll. Fast war es ein Märchen . . ."

(aus: Der GRAUE REITER 106/107, Seite 38 f.)

 
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.