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Botisphaden I

Lola war 1959 durch Hannes aus Düsseldorf zum GRAUEN REITER gekommen. Nachdem noch einige Jungen gekeilt worden waren, entstand die Greifenhorde und später der Stamm Großer Bär, Düssendorf/Essen. Zur Jahreswende 1960/61 lernten Dorit, Gitta, und ich die Greifenhorde kennen und blieben an Hannes, Schicken und Lola hängen. Ende 1961 traten wir dem GRAUEN REITER bei und Pfingsten 1962 nahmen Dorit und ich am Bundeslager im Teinachtal teil. Lola und ich bauten 1968 eine Mädchengruppe in Essen auf, mussten sie aber aufgeben, da wir aus beruflichen Gründen 1970 nach Butzbach zogen. Noch immer treu dem GRAUEN REITER verbunden, nahmen wir an verschiedenen Lagern teil und pflegten weiterhin die Freundschaft mit den Kosaken in Gingen und tingelten mit der damaligen Bundesführung quer durch Deutschland, um die Gruppen und Stämme zu besuchen.

Die 68er zogen auch am GRAUEN REITER nicht spurlos vorbei - die Gruppen verkleinerten sich oder verschwanden sogar ganz von der Bildfläche. Dann kam noch der Abriss des Neuen Burghauses dazu und bis zum Ende des Wiederaufbaues, ca. zwei Jahre, war der Krähen wegen Platzmangel mehr oder weniger für die Gruppen gesperrt. Denn etwa alle zwei bis drei Wochen traf sich eine Baumannschaft unter der Leitung von Lola auf dem Krähen, um das Burghaus wieder bewohnbar zu machen. Die Baumannschaft bestand fast nur aus Älteren oder ehemaligen aktiven Bundesangehörigen.

Die E.V.-Sitzung im September 1974 brachte es ganz deutlich zu Tage, der GRAUE REITER war fast am Boden und Schnauz machte allen, klar: Ohne Pfadfinder gibt es keine Burg mehr! Sollte alle Arbeit für und um. den GRAUEN REITER seit 1956 umsonst gewesen sein? Schnauz appellierte an das Gewissen der Ehemaligen und bat: "Macht einen neuen Anfang. Versucht es, denkt auch an unseren Krähen!" Während der ganzen Rückfahrt vom Krähen beschäftigten uns die Worte von Schnauz und ließen uns auch in den nächsten Tagen nicht mehr los. Sollten wir den Sprung ins kalte Wasser wagen, diese Frage stellten wir uns immer wieder; für uns war es auch klar, dass wir einiges von unserem Privatleben aufgeben mussten. Einen Fürsprecher fanden wir in unserem Hausherren, wäre er doch als Junge doch zu gerne Pfadfinder gewesen. Sein Sohn war gerade im richtigen Alter und in unserer Windhof-Siedlung gab es genug Jungen wir er. Gesagt, getan. Wir luden etliche Eltern zu einem Infoabend ein und fast alle kamen. Wir stellten uns und den Bund vor, zeigten Dias von Fahrten, Lagern und vom Krähen; die Eltern zeigten sich nicht uninteressiert. Eine Woche später fanden sich acht Jungen bei uns im Wohnzimmer ein, noch ziemlich still und zurückhaltend, was aber nicht lange anhielt. Wir unterhielten uns über Pfadfinder, Lager und Fahrt, Gruppengestaltung, machten ein paar Spieler und zeigten auch den Jungen einige Dias, wobei der Krähen bei ihnen gut weg kam.

Zur nächsten Gruppenstunde waren es dann schon 10 Jungen und ein paar Wochen später waren es 12. Jetzt war unser Wohnzimmer kein geeigneter Platz mehr :ur die Gruppenstunden und Dank unserer Hausleute konnten wir in den Hobbyraum ausweichen. Da sich alle Jungen kannten wurde es bald eine feste Gruppe und einen Sippennamen fand man auch recht bald: Waschbären. Bis Ende des Jahres lagen alle Anmeldungen vor und ab 1975 lief die Gruppe offiziell im GRAUEN REITER. Die Pohl-Gönser betrachteten uns erst einmal recht skeptisch, waren wir ja Fremde und im Dorf noch nicht integriert. Und dann waren wir auch nicht einmal christliche Pfadfinder - das es freie Pfadfinder gab, war unbekannt. Die gerade aufkommende aktive Wikking-Jugend machte unseren Start auch nicht gerade leicht, hatten wir auch noch so komisch schwarze Zelte wie sie. So blieb es nicht aus, dass wir mit ihnen verglichen wurden. Die Waschbären blieben aber bei der Stange und die Eltern standen uns zu jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite. Ein harter Kern der Eltern ist uns bis heute treu geblieben und bildet die Älterengruppe Uhu (unter 100).

Gemeinsam mit der entstehenden Gruppe Luchse, unter Leitung von Hannes und Dorit aus Düsseldorf, und dem eigenem Nachwuchs der Kosaken aus Gingen fand über Pfingsten das erste Kohtenlager bei uns in Pohl-Göns statt. Ostern hatten die Waschbären den Krähen kennen gelernt und ihre ersten Erfahrungen gesammelt, die jetzt dem Lager zugute kamen. Suse aus Gingen versuchten wir auf dem Lager zu überreden, ebenfalls eine Gruppe zu gründen. Sie konnte sich aber einfach nicht dazu durchringen. Wir ließen aber nicht locker und 1976 machte endlich Miroc den Anfang und bald gab es in Gingen die Sippe Rulaman. Es ging mit dem GRAUEN REITER wieder aufwärts.

Pfingsten 1977 nahm unsere Gruppe am überbündischen Treffen teil. Nach vielen kleinen Fahrten und Lagern, die Waschbären hatten inzwischen ihr Pfadfinderversprechen abgelegt, folgte Pfingsten 1979 wieder ein großes Lager. Die Tyrker hatten zum Achterdiek-Lager an der Elbe in Marschacht eingeladen - für alle ein großes Erlebnis. Noch im gleichen Jahr starteten die Waschbären ihre erste Großfahrt, die nach Finnland führte. Lola hatte im Laufe des Jahres erreicht, von der Stadt Butzbach einen Raum in der ehemaligen Schule Pohl-Göns zu mieten. Viele Gespräche uni Verhandlungen waren dazu nötig. So fand vor Weihnachten unser erster Basar in Pohl-Göns statt. Die Eltern hatten fleißig dafür gebastelt, aus Finnland hatten wir viele Holzsachen dafür mitgebracht. Spätestens ab da waren wir im Ort bekannt und anerkannt, nahmen nun an Altennachmittagen teil, luden die Bevölkerung zu Dianachmittagen unserer Finnlandfahrt ein. Inzwischen war die Nachfrage nach weitern Gruppen groß und so entstand im Herbst 1979 die Mädchengruppe Pirol und die Jungengruppe Elch. Daraus entstand der Stamm Botisphaden: die um Butzbach lagernden Römer benutzten diesen Namen für Butzbach und da der Limes an Pohl-Göns und Butzbach entlang führte, lag es nahe, dass wir als Stammeszeichen einen Limesturm aussuchten.
Während Lola sich um die Organisation und den Schriftverkehr des Stammes kümmerte, leitete ich die drei Gruppen. 1980 folgte eine harte Bewährungsprobe für den Stamm. 14 Tage vor der Sommerfahrt der Waschbären wurde Lola sehr krank. Es folgten ein sehr lange Krankenhausaufenthalt mit zwei schweren Operationen und anschließend mehrere Rehaaufenthalte in der Eifel. Ich versuchte nun, alles so gut wie möglich unter einen Hut zu bekommen, Lola und auch den Gruppen gerecht zu werden, da ich jeden Tag in die Klinik und später jedes Wochenende in die Eifel fuhr - und das fast vier Jahre lang. Aber irgendwie ging es, die Gruppen hielten tapfer durch, obwohl gerade Lager und Fahrten in dieser Zeit zu kurz kamen. Wir versuchten, Lola immer wieder, trotz seiner Behinderung und des Rollstuhls, so gut wie möglich an der Gruppenarbeit, Fahrten und Lagern teilhaben zu lassen. Er nahm am überbündischen Treffen 1982 im Hahnenbachtal teil, fuhr im Sommer mit ins Waldviertel und 1983 sogar mit nach Finnland. Für beide Seiten nicht immer ein leichtes Unterfangen. 1984 wurde für den Stamm ein trauriges Jahr. Lola hatte Ende Juli seine letzte Fahrt angetreten. Die Stammesangehörigen und viele GRAUE REITER aus nah und fern waren gekommen, um ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten.

Für einige Stammesangehörige war es mehr oder weniger klar, das ist nun unser Ende. Anne wird Pohl-Göns verlassen und in ihre Heimatstadt Essen zurückziehen. Sicher, darüber hatte ich schon nachgedacht - aber nach 14 Jahren fühlte ich mich hier in Pohl-Göns heimisch, und sollte ich nun die Früchte unserer mehrjährigen Arbeit einfach so fallen lassen? Nein, dass konnte ich den Gruppen nicht antun und die Arbeit im Kindergarten machte mir auch Spaß. So war es schnell klar: Ich blieb, alles lief seinen gewohnten Gang. Mit allen Höhen und Tiefen, die so jede Gruppe und jeder Stamm mitmacht. Nur lag nun die Verantwortung des Stammes bei mir alleine, und die Arbeit, die Lola sonst erledigte, kam dazu. Aber es ging.

Mit der Zeit vergrößerte sich der Stamm um einige Gruppen. Es wurde inner schwieriger Gruppenführer zu finden, was sich bis heute leider nicht geändert hat. Die Motivation fehlt, auch die Bereitschaft mal etwas von seiner Freizeit zu opfern. Es ist leichter zu nehmen, als zu geben. So bin ich froh und dankbar, wenn sich immer wieder Stammesangehörige finden, die sich an Gruppenarbeit wagen, wenn es auch ein paar mehr sein könnten. Ich war jahrelang mit drei Gruppen und der Stammesführung voll ausgelastet und so versuchte ich, die Stammesführung 1990 in jüngere Hände zu geben - und Christian wagte auch den Sprung. Er fühlte sich aber mit diesem Amt überfordert und ich sprang ein, mit Gaucho als Stellvertreter. Das klappt prima. So drehten wir 1993 den Spieß um und nun laufen alle Fäden hauptsächlich über Gaucho. Ich wünsche mir, dass sich 1997 bei der nächsten Wahl auch noch ein jüngerer Stellvertreter findet, damit ich dann doch endlich mal in den wohlverdienten Ruhestand treten kann. Das soll aber nicht heißen, dass ich dann ganz von der Bildfläche verschwinde, dafür fühle ich mich viel zu sehr dem Stamm verbunden.
Erfreulich ist, dass neben der Älterengruppe Uhu auch die Waschbären lang längerer Pause wieder aktiv sind. Wenn auch nicht mehr alle dabei sind, fünf Waschbären treffen sich einmal im Monat und beteiligen sich an Stammesaktivitäten. Und wenn Not am Mann ist, springen sie auch mal als Feuerwehr ein. So wären wir damit wieder bei unserem Ursprung und Anfang einer Gruppe. Zu wünschen wäre, dass es nach nun 20 Jahren auch weitergeht und des den Stamm Botisphaden noch recht lange gibt. Zu erwähnen wäre auch noch, dass uns Gruppen- und Stammesfahrten nach Finnland, Schweden, Tschechien, Osterreich, Frankreich, Schweiz, Malta und natürlich Deutschland führten.

Anne

Sippen des Stammes: Waschbären (gegründet 1974, Sippenführer Lola u. Anne), Pirol (1979, Anne), Elch (1979, Anne), Steinkauz (1984-90, Gaucho u. Christian), Wiesel (1988, Anne), Biber (1991, Christian), Eichhorn (1992, Pofe, Timo), Koala (1994, Omi, Fliege). Stammesführung: Lola bis 1984, Anne 1984-90, Christian 1991-92, Anne 1992-93, Gaucho ab 1993.


Botisphaden II


Wie fing alles an ? Die Studentenbewegungen in den 68ziger Jahren und der großeUmbau des neuen Grauen Reiterhauses auf dem Hohenkrähen Anfang 1970 lag der Grauen Reiter fast am Boden! Die Stämme hatten sich aufgelöst uns es gab nur noch einzelne Sippenmitglieder und den e.V.. Schnauz, rief auf den e.V. Treffen im September 74 die Anwesenden der Pfadfinderschaft auf, Sippen zu gründen, denn ohne Pfadfinder und aktiven Leben auf der Burg gebe es den Hohenkrähen, für uns, bald nicht mehr. Mit diesem Aufruf von Schnauz verließ man betroffen das e.V.Treffen und die Burg. Lothar und mich hatten Schnauz Worte berührt und ließen uns nicht mehr los. Bereits 14 Tage später fand mit 12 Jungen, 9 bis 11 Jahre,die erste Gruppenstunde in unserer Wohnung statt. Ab dem 01.01.75 lief die Gruppe dann offiziell unter dem Namen Sippe Waschbär. Ostern fuhren die Waschbären dann zum ersten mal auf den Krähen. 1979 kamen noch eine Mädchen- und eineJungengruppe dazu. Im Sommer starteten die Waschbären ihre erste Großfahrt für 3 Wochen nach Finnland. 1980 traf den Stamm ein harter Schlag 1 Wochen vor derSommergroßfahrt wurde Lothar schwer krank. Es folgten mehrere Krankenhaus undRehaaufenthalte, oft monatelang. Trotz seiner schweren Krankheit versuchten wir ihn beivielen Aktivitäten mit einzubeziehen, was nicht immer leicht war, da er auchauf seinen Rollstuhl angewiesen war. Am 30. Juli 1984 verstarb Lothar Viele Bothisphaden machten sich nun Gedanken wie und ob esweiter gehen würde. Doch mit viel Zeitaufwand Energie und Idealismus von Anne und einigen Eltern die immer bereit waren einzuspringen und zu helfen ging es. Es folgten neue Sippen, viele Wochenendfahrten, Lager und Großfahrten. Ja und dann zogen leider viele Gruppenführer ihre Sippen nicht bis zu ihrer eigenen Selbständigkeit durch. So gingen uns in ganz kurzerZeit einige Sippen und Mitglieder verloren. Neben meiner Stammesführung fing ich neben meiner eigenen Sippen noch zwei Gruppen auf. So gibt es zur Zeit neben der Älteren Sippe Uhu noch zwei aktive Sippen: Eichhorn unter Anne und Wolf unter Lifty. Die recht lange aktive Sippe Wiesel zog sich, bis auf zwei, nach der Norwegenfahrt ganz plötzlich aus dem Gruppenleben zurück. Lifty, der nun seit diesem Jahr die Stammesführung übernommen hat, hatte schnell die Sippe Wolf ums sich gescharrt. So halten die drei Sippen und einige recht aktive Stammesmitgliederden den Stamm noch aufrecht und treffen sich auch regelmäßig. Was die Zukunft bringt müssen wir abwarten. Ich kann nur hoffen das die vielen Jahre Jugendarbeit im Grauen Reiter nicht umsonst gewesen sind.

Jabonah Anne

 
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.