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  Von einer Leiche  
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Von einer Leiche/Betrifft: Leichen - solche und sottene

Im letzten Blättle stands geschrieben - die Geschichte von einer Leiche, die keine sein will und um dies zu beweisen, Mitleichen ernennt. Makabre Blödelei oder steckt mehr dahinter? - - - Doch hoffentlich - - - ! Vielleicht Handeln Ergon -(?) als Funktion eines Organismus, eines Lebendigen, zu verstehen.

Für alle, die es noch nicht wissen: Auf der letzten E.V.-Versammlung, als wie im Jahr davor die Pfadfinderschaft nicht "existent" war, d.h., niemand von denen, zu deren Förderung wir zum großen Tamm Tamm gekommen waren, ja da eben sprach ich biologistisch vergleichend (mein Studienfach) von der Möglichkeit, dass die Pfadfinderschaft vielleicht klinisch tot - also eine Leiche - jedoch durch fremdes Bemühen (die Alten, der E.V.) über die Zeit gebracht wird. Zunächst also eine zweifelnde Frage, die sich aus der Situation ergab. Aus dem Bericht des Blättle entnehme ich, dass dieser Vergleich nicht in Kilogramm oder Tonnen aufgewogen wurde. Darum möchte ich das Spiel noch kurz weiterführen:

Die Tatsache, dass ich auf den Ideenwettbewerb nicht reagiert habe (und fairerweise wurden auch die anderen geschmäht), brachte mir die Einreihung in oben erwähntem Zustand einer Leiche; denn bekanntlich reagieren ja nur lebende Organismen. Im Satz davor wurde vom Verfasser jedoch ausdrücklich zur Kenntnis gebracht, dass die Pfadfinderschaft ebenfalls nicht reagiert hätte. - Ich wage nicht zu schlussfolgern: also doch . . . ?! Die Pfadfinderschaft - der Jugendbund - das sind doch nicht Schnauz und Negus? Bevor ich nun meinem Zustand als Leiche zustimme, möchte ich noch auf einen vernachlässigten Aspekt hinweisen - wiederum biologisch - bekanntlich kann ein lebender Organismus nur auf solche Reize reagieren, für die er auch Zuständigkeiten hat, also wird die Meise beispielsweise nur ausschließlich für sie "gültigen" Reize ihr Nest bauen und dann auch nur nach den ihr eigenen Bauplänen. So hoffe ich denn noch einmal mit dem Leben davon zu kommen - müsste ich als "Etablierter" und "Angepasster" nicht zwangsläufig Etabliertes produzieren?
Mit dem oben Gesagten möchte ich nicht das Problem bagatellisieren. Die Pfadfinderschaft sollte der Aufgabe nicht ausweichen und den Weg größter Bequemlichkeit gehen. Die Gruppen müssen sich äußern, artikulieren und sich selbst bestimmen. Das kann nicht nur in der Form der Grundsatzdiskussion, sondern muss sich im Handeln vollziehen. Dabei ist auch mir klar, dass der Ideenwettbewerb nur ein Randbereich sein kann, in dem sich das vollzieht. Es erschiene mir heute geradezu grotesk, müsste man sagen: das haben wir, die Alten, uns für Euch ausgedacht. Nach dieser Devise hat man Generationen in den Krieg geschickt, wurde in Deutschland Politik gemacht, wurde in den Kirchen gebetet und wird heute Jugendtourismus organisiert.

Die Gruppen müssen aus der Erfahrung von Mangel - nicht unbedingt materieller Art - sondern an Freiheit, Geselligkeit oder Solidarität, an Spielraum an Sexualität, an Einfluss, Bedürfnisse entwickeln, deren Befriedigung sie selbst aufbauen.

Henning Hahn

(aus: Der GRAUE REITER 106/107, Seite 63)

 
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.