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Vetter

Man schrieb das Jahr 1928, da wurde auf dem Gynnasium in Berlin-Steglitz während einer Hofpause ein 14-jähriger Schüler für den damaligen Bund der Deutschen Freischar geworben, oder wie man seinerzeit sagte, "gekeilt". Was er damals noch nicht wusste, war, dass Generationen zuvor von dieser Schule aus die deutsche Wandervogelbewegung ihren Ausgang nahm. Der Primaner Karl Fischer war es, der um die Jahrhundertwende diese für die damaligen Zeitverhältnisse ungewöhnliche Bewegung schuf.

Auch ein Eberhard Koebel, der später tusk genannt wurde, war ein Jugendführer in der Deutschen Freischar. Er konnte sich mit den Zielen seines Bundes nicht mehr einverstanden erklären und trat mit all seinen Jungen aus der Freischar aus. Seinen neuen Bund nannte er d.j.1.11.

Mit Begeisterung ging der Junge zur Gruppenstunde, auf Fahrten und später auf Großfahrt. Man nannte ihn in der Gruppe Taniel und voller Stolz erhielt er bald darauf sein schwarzes Halstuch. Die Jahre waren ausgefüllt mit tollen Erlebnissen und nach 1933 sogar mit äußerst gefährlichen Abenteuern, denn all diese Verbände und Gruppen der Bündischen Jugend wurden aufgelöst und verboten. Im Dritten Reich gab es nur die Staatsjugend - die Hitlerjugend bzw. das Deutsche Jungvolk. Aber dieser nunmehr 20-jährige Taniel ließ sich mit seinen Kameraden und Freunden nicht so ohne weiteres eingliedern. Diese kleine Gruppe ging in die Illegalität, sie blieben ihren bündischen Idealen auch weiterhin treu. Dies konnte natürlich auf die Dauer nicht gut gehen. Die Gruppe wurde März 1936 von der Gestapo verhaftet. Die Anklage lautete auf Hochverrat und dann später auf Vergehen gegen das Heimtücke-Gesetz. Nach sechsmonatiger Polizei- und Untersuchungshaft wurden die Jungen freigelassen mit der Auflage, sich umgehend zum Dienst in der Deutschen Wehrmacht zu melden. Unser ehemaliger Freischärler wurde nun ein strammer Pionier. Allerdings verstand er sich viel besser auf das Klampfe spielen wie auf "geballte Ladung", Brückenbau oder Flammenwerfer. Sechs Klampfen hat er im Krieg verbraucht, teilweise durch Feindeinwirkung oder weil sich ein Kamerad versehentlich draufgesetzt hatte. Mit der letzten Klampfe schlug er sich nach dem Krieg bis nach Dresden durch, wohin er 1942 geheiratet hatte. Kaum 14 Tage daheim, holten ihn die Russen und ließen ihn nach sechs Monaten Freiheitsentzug wieder laufen. Seine vielen russischen Lieder, die er während seiner Zugehörigkeit zur Bündischen Jugend gelernt hatte, spielte er im Gefängnis den Russen Abend für Abend vor und letztlich verhalf ihm die Kenntnis dieser Lieder zu baldigen Entlassung aus der Gefangenschaft.

Mit seiner liberalen Weltanschauung war natürlich auch kein Verbleib in der damaligen Sowjetzone möglich. Und wieder musste er seine Sachen packen und floh mit Frau und zwei Kindern in den Westen. Hier kam er 1959 mit dem GRAUEN REITER in Berührung. 1960 wurde er Angehöriger des Bundes und fand seine bündische Vergangenheit wieder. Von dem Gelernten der Pfadfinderzeit ist nicht viel übriggeblieben. Kompasslehre, Knotenkunde, Kartenlesen . . . Fragt ihn aber nach einer Kohte, einer Jurte, einer Klampfe, fragt ihn nach alten Fahrtenliedern oder wie es damals war, mit der Jugend im Dritten Reich. Die Zeit hat sein Leben geprägt, hat sicher den GRAUEN REITER veranlasst, ihn zum Burgvogt zu ernennen und ihm den Namen Vetter zu geben.

(aus: Der GRAUE REITER 106/107, Seite 99)

 
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.