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  Chronika I  
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Chronika I

1960: In den Winterferien führten wir ein Baulager an Hohenkrähen durch. Der Dachstuhl des alten Burghauses wurde erneuert und an der Innenausgestaltung weitergearbeitet. An Burgstall wurde der restliche Außenputz sowie die noch fehlenden Fensterläden angebracht. An Ostern 1960 fand das Bundeslager am Krähen statt, an dem sämtliche Gruppen des Bundes teilnahmen. Das Lager war in einzelne musische Arbeitsgilden aufgeteilt, in die sich die einzelnen Lagerteilnehmer je nach Alter und Interesse einordnen und mitarbeiten konnten. Unter anderem waren folgende Gilden vorhanden: Theaterspieler, Fotografen, Chorsänger, Klampfenspieler, Zeichner und Berichterstatter.

Die Jüngeren nahmen vor allem an den Lagerspielen teil. Die Abende wurden mit Beiträgen einzelner Gruppen gestaltet, bei denen sich besonders eine Tübinger Gruppe mit einer sehr guten Aufführung des Faust und einem Hörspiel "Der west-östliche Divan" hervortat. Zude hielt sie in den Kasematten einen Balladenabend ab. Beim Bundesfeuer am letzten Abend wurden einige neue Gruppen in den Bund aufgenommen und verschiedene Fahnen geweiht. Der seitherige Bundesführer Erich Mönch musste aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen, es wird bis zur Neuwahl auf dem nächsten Burgrat von Theo Hohenadel weitergeführt.

1961: Die Bautätigkeiten an der Burg nahmen ihren Fortgang. Das auf der Ruine des Alten Burgstalls aufgebaute "GRAUER-REITER-Haus" geht seiner Vollendung entgegen. Im Kaminraum wurden zwei große Flachreliefe, ein Pferderudel und eine Hirschjagd darstellend, eingelassen. Eine Anzahl Originaldruck-grafiken. wurden eingerahmt und aufgehängt. Im Herbst fand ein Treffen in Düsseldorf statt und ein Lager auf dem "Jugendland" bei Göppingen. Zur Zeit finden alle drei Wochen "Werkwochenenden" statt. In unserem internen Nachrichtenblatt "Bastion" werden Zeit, Ort und Themen angegeben. Bis jetzt fand ein Werkwochenende auf dem "Jugendland" bei Tübingen statt, geleitet von Schnauz. Es wurden Marionettenköpfe hergestellt, Gipsschnitte und kleine Tonplaketten als Lagerabzeichen, die jeder beim nächsten Bundeslager erhält. Auch mit verschiedenfarbigen Leier wurde gearbeitet. Es entstanden kleine Taschen und Beutel. Bei Calw im Schwarzwald fand ebenfalls ein Treffen statt - geleitet von Billy. Das Thema war Fahrt- und Lagertechnik, Karten- und Kompasskunde, Kohten- und Jurtenbau, Feuermachen unter erschwerten Umständen, Erste Hilfe. Vorgesehen sind Wochenendtreffen mit folgenden Themen: Modellieren in Ton, Aufbaukeramik, Treiben in Metall, Lithografie, Instrumentenspiel, Holz- und Linolschneiden, Lagerspiele, Kontratanz, Fotografie, Malen, Zeichnen, Laienspiel, Mosaiarbeiten. Es erschien inzwischen ein Fahrtenheft "Der GRAUE REITER" Nr. 41. Demnächst erscheint ein Heft über Kurt Molls (Mamut) Weltfahrt 2. Teil, Ostasien. Nach diesem erscheint ein Balkanheft. An Ostern wurde das "GRAUE-REITER-Haus" eingeweiht; der Burgkapplan, Pfarrer Riesterer, hielt die Festrede. Zudem fand eine "Poppelefahrt" statt. Wir machten von der Burg aus Sternfahrten zu 13 Dörfern und sammelten Geschichten über diesen unholden Gesellen. Gleich fleißigen Honigbienen, die ihre Beute zum Stock tragen, veranstalteten wir mit dem Ergebnissen unserer "Forschungen" einen Poppeleabend. Im Nieselregen hielten wir einen gehaltvollen Pfadfinderlauf, der uns weit von der Burg hinwegführte. In dem neuen Haus fand eine große Werkausstellung statt, die den Ausstellungen der vorhergegangen Jahre nicht nachstand. Die älteren Angehörigen der verschiedenen Bauhütten, die im Laufe der Zeit an der Burg gearbeitet hatten, fanden sich im Kaminraum des neuen Hauses zum Ritterfest zusammen. Jeder war in der ihm gemäßen ritterlichen Gewandung erschienen. Eine stattliche Zahl von Gockeln drehten sich am Spieß und gehaltvolle Tränke würzten das Mahl. Durch das Hinzukommen der ältesten Bauhüttenangehörigen mitten in der Nacht, erreichte das Fest einen ungeahnten Höhepunkt. Auch Kaa, unsere einstige Wölflingsführerin, heute deutsche Meisterin im Kugelstoßen, war zum Fest erschienen. Im Burghof fand ein Sängerwettstreit statt. Auch traten wieder unsere Moritaten- und Bänkelsänger mit neuen Liedern auf den Plan. Leider konnten wir auf Grund der Hauseinweihung und der letzten Arbeiten daran nicht am dritten überbündischen Treffen auf Burg Hohenfels teilnehmen, sondern nur eine Abordnung mit einer Grußbotschaft an die Bünde entsenden. Unsere diesjährige Bundessonnwend fand bei Sulz ob Eck im Schwarzwald statt. Auf einer Bergheide flammte das Sonnwendfeuer auf. Ausgewählte Worte von Dichtern standen in unserer Mitte. Eng gelagert um das Feuer erwarteten wir bei Erzählungen und Liedern den Morgen. Am 1. 11. nahm eine Abordnung des GRAUEN REITERS an der Gedenksteinsetzung für tusk teil. Der Stein war von dem Grafiker der alten d.j.1.11, Pauli, und Schnauz entworfen worden. Er wurde im Ehrenhain der Deutschen Jugendbewegung (Burg Waldeck) aufgestellt. Auch eine Eiche wurde zum Gedenken an tusk gepflanzt. Ebenfalls im November wurden am Krähen eine Anzahl von neuen Lichtleitungsmasten gesetzt, nachdem Masten im Herbst vorn Sturm umgerissen wurden. Auch eine Wasserleitung wurde in das "Alte Burghaus" gelegt. Ein neues Heim erhielten die Tübinger Gruppen im "Schreibturm" des ehemaligen Klosters Bebenhausen. Hier fand bereits ein Lehrgang für Gruppenführer statt. Der Führer der "Kosakenhorde", Hans Eckart Köpf, wurde von einem Auto angefahren und erlag seinen schweren Kopfverletzungen. Viele Abordnungen unseres Bundes nahmen an der Beerdigung in Gingen teil.

1962: Das Bundeslager an Pfingsten fand am Oberlauf der Teinach im württembergischen Schwarzwald statt. Der Platz war gut gewählt, eine Waldwiese, durchflossen von der Teinach, eine Quelle, herrlicher Hochwald, Felsen, unpassierbare Wege und daher abseits von jeglichem Verkehr. Der Stamm "Georg von Frundsberg", Reutlingen, führte ein Maskenspiel, "Die Verfluchung der Waldfrau" auf. Der Text wurde von Vorlesern vorgetragen, er war Scheffels "Ekkehard" entnommen. Da der Inhalt dieses Buches sich auch auf unsere Burg Hohenkrähen im Hegau bezieht, hatten die Mitspielenden, wie auch die Zuschauer, eine gute Beziehung zu dem Stoff. Um den Lagerteilnehmern den reichen Sagenschatz des "Calver Waldes", in dem sich unser Lager befand, zugänglich zu machen, führten zwei Bundesangehörige ein improvisiertes Spiel auf: "Geigerle und Ritter". Dieses "Geigerle" war ein Spielmann, der im 14. Jahrhundert lebte und seinen Unterschlupf, eine Felsengrotte, in der Nähe des Lagerplatzes bei der Burg Waldeck im Nagoldtal hatte. Dar Ritter verkörperte einen Anführer aus dem Bauernkrieg, der sich auf die Seite der Bauern gestellt hatte . . . Auf der Burg wurde weiter an der Wasserleitung gegraben und eine elektrische Pumpe eingebaut, so dass in unseren Häusern fließendes Wasser vorhanden ist, desgleichen elektrisches Licht. Auch ein schöner Kachelofen wurde gebaut. Am 22. September fand ein Gastmahl für alle Älteren des Bundes statt, mit dem Thema: "Vagantendichtung". Auch ein Farbfilm wurde bei dem Gastmahl gedreht. Am 6. und 7. Oktober war ein Treffen der "Fördergemeinschaft GRAUER REITER e. V." auf unserer Burg, an dem etwa 50 Eltern und Freunde des Bundes teilnahmen. Dieses Treffen war ein voller Erfolg, die Teilnehmer waren begeistert. Die Herbstferien verbrachten etwa 60 GRAUE REITER auf der Burg. Die Pfadfinderinnen des Bundes waren im "Alten Haus"; sie bildeten Gilden, denen sich die Mädchen freiwillig anschließen konnten. Die Themen waren u. a. Klampfenspiel, Singen, Pfadfindertechnik, Erste Hilfe. Dar Stamm "Thule" (Singen), machte ein Werklager mit folgenden Werkgilden: Ytongsteinwerken (Plastiken, Reliefe), Linolschneiden, Tonwerken. Die Ergebnisse beider Lager waren sehr gut und waren schon Vorbereitungen des Bundes auf das Meißnertreffen 1963, an dem der Bund teilnimmt. Dar Ausbau unserer Burg geht weiter. Verschiedene Gruppen des Bundes unternahmen Großfahrten. Eine Stuttgarter Sippe, "Condor" fuhr auf einem Rheinschlepper nach Holland, dort mit Rädern weiter in den Norden. Eine Cannstätter Sippe, "Kolkraben", hatte ein "Germanenlager" im Fichtelgebirge, der Stamm "Florian Geyer" aus Wuppertal war an der Ostsee und auf einigen Halligen, eine Mädchensippe, "Swana", aus Tübingen war auf der Jugendburg Beilstein, der Stamm Thule" unternahm eine Großfahrt nach Südfrankreich und eine Tübinger Mädchengruppe eine Hochgebirgsfahrt in die Silvretta. November findet in unserem Turm im ehemaligen Kloster Bebenhausen ein Werklager statt - Gipsschneiden. Neujahr ist ein Werklager auf unserer Burg geplant. Indessen sind mehrer Hefte des GRAUEN REITERS erschienen. Die Themen waren "Der Wald", "Vogesenfahrt", "Indianer".

1963: Zur Jahreswende fand ein Werklager statt, an dem 70 Bundessangehörige teilnahmen. Unter der Leitung von Eckhardt Temlitz (Bimbo wurden folgende Gilden aufgestellt: Holzschneiden, Holzschnitzen, Ton, Mosaik, Metalltreiben, Hörspiel (mit Tonbandaufnahmen). Bei bis zu 24 Grad Kälte stellte das Lager an die Teilnehmer harte Anforderungen. An dem dritten Vorbereitungstreffen zum Meißnerlager nahmen vier Angehörige der Bundesführung teil. Wir erhielten den Auftrag, die Werkausstellung der Bünde auf dem Lager durchzuführen. Wir selber entschlossen uns, folgende Zünfte aufzustellen: Schmiede, Kupferschmiede, Formschneider, Stoffdrucke, Töpfer und Aufbaukeramik. Auf Einladung nahmen fünf GRAUE REITER an einem Bundeslager des "Österreichischen Wandervogels" über Pfingsten 1963 bei Salzburg teil, die für uns neue Anregungen mitbrachten. Verschiedene Werklager, die wir seit der Jahreswende 62/63 mit dem altgriechischen Wort "ERGON" (Werk) bezeichnen, wurden im Frühjahr in Kupfertreiben und Ton durchgeführt. Ein Burgrat des GRAUEN REITERS fand in Hohenstaufen statt, in dem jeder aktive Gruppenführer Sitz und Stimme hat. Der Kanzler des Bundes, Thomas Brühl (Mesele), trat wegen bevorstehender Prüfungsarbeiten zurück. Als sein Nachfolger wurde Wolfo Volland gewählt. Am 17. Juni veranstalteten die Stämme aus Singen, Hohentwiel und Konstanz ein Höhenfeuer auf der Bastion unserer Burg. Anschließend wurde ein Pfadfinderlauf abgehalten. Die Stämme aus Calw, Stuttgart, Cannstatt, Tübingen und Reutlingen feierten traditionsgemäß die Sonnwende auf dem Lerchenberg bei Deckenpfrom. Die Feier stand unter dem Thema "Freiheit" und wurde von der Stammesführerin Gisela Fähndrich, Tübingen, gestaltet. Gäste von der CP, dem DPB und der ev. Jungenschaft nahmen an der Sonnwend teil. Zwei Wettbewerbe in "Lagerordnung" und "Pfadfinderlauf" fanden statt, sechs Lithografien konnten als Preise errungen werden. Indess ist das Heft Nr. 50 des GRAUEN REITERS erschienen.
Die Zeit nach dem Meißnerlager stand ab dem Herbst unter dem Zeichen verstärkter Bautätigkeit an unserer Burg. Zur Feier der Beendigung der Renovierungsarbeiten an der Ruine, die von einem Spezialtrupp unter der Aufsicht des Staatl. Hochbauamtes Konstanz durchgeführt wurde, gaben wir im November ein kleines Richtfest. Freifrau Baronin v. Reischach, Rentamtmann Eick vom Gräfl. Douglasschem Rentamt, sowie der Leiter des BBA Konstanz zollten der Arbeit höchstes Lob und sprachen ihre Anerkennung für die geleistete Arbeit aus, die oft an gefährlichen Stellen verrichtet werden mussten. Ein Baulager im November diente der Beseitigung der ausgehauenen Bäume sowie dem Ausbau des Dachraumes im GRAUEN-REITER-Haus zu einem großen Schlafsaal mit 40 Schlafstellen. Das zu Weihnachten geplante Baulager konnte wegen der Kälte nicht wie geplant durchgeführt werden. Zur Wintersonnwende fanden in Tübingen und Singen Versprechensfeiern statt, gleichzeitig wurden neue Wimpel und Fahnen geweiht. Neu zum Bund kam die Alemannenhorte Berlin unter Tell.

1964: An Ostern war der Krähen für unsere Mädchen reserviert, die unter Teddy und Racki ein etwas kaltes und feuchtes, sonst aber wohlgelungenes Lager abhielten. Einige Mädchen des Österreichischen Wandervogels waren auch dabei. Die Jungen hielten ihre Osterlager stammesweise für sich ab. Leider konnten einige überbündische Veranstaltungen bzw. Tagungen aus zeitlichen Gründen nicht beschickt werden. Unsere südliche Lage macht sich bis zu dem für diese Zusammenkünfte in letzter Zeit bevorzugten Raum Kassel entfernungsmäßig doch recht unangenehm bemerkbar. Die Älterenarbeit im Bund wird zur Zeit von Messle in der "Bauhütte Crayen" neu organisiert. An GRAUER-REITER-Heften sind erschienen: Heft 52, Hollandfahrt, Heft 53, Tibetexpedition von Massa. Schnauz, der vier Monate in den USA als Gastlehrer tätig war, ist seit Anfang März wieder zurück. Sein Lithografieunterricht hat bei den Studenten des Pratt-Graphic Art Center großen Anklang gefunden. Bei den Professoren dieser exklusiven Hochschule wurde im hohe Anerkennung zuteil, so dass seine Lehrmethode in das Lehrprogramm aufgenommen wurde. Pfingsten fand unser Bundeslager auf dem Krähen statt. Großfahrtengruppen waren in Südfrankreich, Finnisch-Lappland, Türkei, Österreich, Holland und unserer Heimat unterwegs. Einige Bundesangehörige waren als "Werklehrer" bei anderen Bünden eingeladen. Im Herbst baut unser Stamm Thule eine Werkstätte auf der Burg, in der eine Feldschmiede untergebracht wird. Im September erschien die Nummer 54 des GRAUEN REITERS. Thema dieser Ausgabe ist das Meißnerlager des letzten Jahres. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist ein Kohtenlager im Schwarzwald geplant, desgleichen ein Winter-Werklager auf unserer Burg Hohenkrähen.

Kurz vor dem Jahrestreffen der Fördergemeinschaft "GRAUER REITER e. V." stürzte Frau Katharina Noll, Konstanz, an der Burgmauer des Krähen beim Pflücken von Ranken tödlich ab. Ihr Sohn, der GRAUE REITER Kurt Noll (Mammut), befand sich auf einer sieben-jährigen Weltfahrt und stand kurz vor seiner Heimkehr. Unser Burgkaplan hielt mit uns an der Absturzstelle eine Gedenkstunde für Frau Noll. Die Tübinger GRAUEN REITER veranstalteten vor Weihnachten in der Altstadt einen "Weihnachtsmarkt". Ein Verkaufsstand wurde aufgeschlagen und Werkarbeiten verkauft. Zwischen Weihnachten und Neujahr fand ein Werklager auf unserer Burg statt. Wir arbeiteten in folgenden Werktechniken: Zinnguss, Holzschneiden, Holzschnitzen, Mosaik, Handweben. Bei allen diesen Tätigkeiten ist es notwendig, dass erfahrene Bundesangehörige die Werkgilden leiten und dass eine Lagerleitung vorhanden ist, die dafür sorgt, dass die Werker vom Koch- und Lagerdienst befreit sind und andere dies übernehmen. Da dies so war, nahm das Werken einen guten Verlauf. Zur Auflockerung wurden kleine Fahrten ins Hegau unternommen, auch das Heimatmuseum in Singen wurde besucht. An Silvester versammelten wir uns im Kaminraum unserer Burg, der Burgkaplan hielt mit uns eine Feierstunde ab. Anschließend fand ein Balladenabend statt. Die Jahreswende erlebten wir am Feuer auf der Bastion des Krähen. Die Rückkehr unseres Weltenfahrers Mammut feierte ein kleiner Kreis in der "Hütte der Waldfrau vom Hohenkrähen". Indessen erschienen die Hefte "Der GRAUE REITER" 54 (Meißner), Heft 55 (Tonwerken), Heft 56 (Mammuts Weltfahrt III. Teil), Heft 57 (Rittertum). Heft 58 bringt zwei Berichte großer Fahrten (Türkei, Lappland). Neu zum GRAUEN REITER kam der Horst "Ettlingen" (Baden) und eine Mädchengruppe aus Reutlingen.

1965: Der Bund nimmt an dem "Überbündischen Treffen" Pfingsten auf Burg Waldeck teil. Zu Ostern halten wir unser Bundeslager auf dem Krähen unter dem Motto "Wer zählt die Völker, kennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen?" ab. Jede unserer Gruppen stellt ein bestimmtes Volk oder einen Volksteil dar, in seinen Trachten, Liedern, Tänzen usw. Anfang Oktober fand auf dem Krähen die jährliche Hauptversammlung unserer Fördergemeinschaft statt. Am Samstagabend zeigten Gruppen der Pfadfinderschaft nach einem gemeinsamen Abendessen verschiedene Volkstänze und zogen die e.V.-Mitglieder gleich in den Kreis. Anschließend war Singen angesagt, dazwischen zeigten alte Angehörige der Sturmtrupp-Pfadfinder Filme von dem Meißnerlager 63 und von ihren früheren Fahrten aus den dreißiger Jahren. In letzteren konnten wir auch unseren Schnauz inmitten seines damaligen Stammes bewundern. Bei der Mitgliederversammlung am Sonntag musste der Vorstand neu gewählt werden, da Doc den Vorsitz und Frau Hubberten das Amt des Schatzmeisters wegen Überlastung abgeben mussten. Als Nachfolger wurden Peter Mürdter (Storch) und Hans G. Hagn (Jackie) gewählt. In den Herbstferien trafen sich die Wölflinge des Bundes zu einem Lager auf der Burg. Zur gleichen Zeit begannen einige Ältere mit dem Einbau einer Toiletten- und Waschanlage ins GRAUE-REITER-Haus. Der Rohbau konnte fertiggestellt werden, bis zum Sommer 1966 soll auch die Inneneinrichtung vollendet sein. Die Bauhütte II traf sich zu verschiedenen Referaten zweimal auf der Burg, die Bauhütte 1 stellte in zwei Wochenendeinsätzen eine stabile Abfallgruben fertig. Im November fand ein großes Vagantentreffen auf der Burg statt. Es war sehr gut besucht und fand großen Anklang. Vom 6. bis 18. Dezember stellte der Stamm "Schwalben" in Tübingen an der Krummen Brücke wieder wie in den Vorjahren unter der bewährten Leitung von Flöhle seinen Weihnachtsmarktstand auf. Die Werkarbeiten fanden reißenden Absatz und füllten die Stammeskasse wieder ganz schön auf. Als Abschluss luden die Schwalben die e.V. -Mitglieder zu einem Adventssingen in ihren Bebenhäuser Turm ein. Tee, Weihnachtsbrötchen und Bratäpfel schmeckten herrlich, zusammnen wurden Adventslieder gesungen und neue und alte Advents- und Weihnachtsgeschichten gehört. Über die Weihnachts- und Neujahrstage fanden verschiedene Lager statt. Auf dem Hohenkrähen trafen sich die Jungen zu einem Werklager, bei dem verschiedene neue Werktechniken ausprobiert wurden. In Sehröcken im Bregenzer Wald bezog der Stamm Singen Quartier bei einem Bauern zu einem Schilager; die Mädchen hielten ihr Winterlager in Neuenweg im Südschwarzwald. Dieses hatte zu Anfang leider unter zu hohen Temperaturen zu leiden, der Regen ging jedoch in Schnee über, sodass doch einige schöne Schitouren gemacht werden konnten.

1966: Unsere sehr rührigen Berliner Gruppen haben nun zu ihrem "Krähennest" in Frohnau noch einen "Krähenwinkel" in Tegel erhalten. Ein Vater stellte Gelände und seinen halben Keller zur Verfügung, nach dem Ausbau wurde der "Krähenwinkel" Ende März feierlich eingeweiht. In Husum besteht unter der Führung von Gela nun eine Mädchengruppe, die bereits auf 12 Mädels angewachsen ist. Vom 8. bis 11. April fand auf dem Hohenkrähen das Bundesfest zum 10-jährigen Bestehen des Bundes statt. Werkgilden, Sänger und Musikanten und nicht zuletzt Theaterspieler traten auf, ein Pfadfinderlauf wurde durchgeführt. Am Sonntagabend traten die Künstler nach einem gemeinsamen Essen auf der Kegelbahn auf, und zeigten ihre Können. "Die Frösche" von Aristophanes, aufgeführt vom Stamm Thule, war die Hauptattraktion der Vorstellungen. Alle waren begeistert vom Schwung und der Komik der Aufführung. Beim anschließenden Bundesfeuer auf der oberen Bastion rief der Bundesführer die Zeit vor zehn Jahren wieder ins Gedächtnis der Anwesenden zurück; die Zeit, in der uns die Burg von Frhr. von Reischach zu Lehen gegeben wurde. Damals begannen die Bauarbeiten, die nun zum größten Teil abgeschlossen sind, viele Arbeitsstunden und Schweißtropfen mussten aufgewendet werden, um die Häuser zu dem zu machen, was sie heute sind. Die turbulente Zeit des Austritts aus dem BDP und die anschließende Aufbauarbeit am eigenen Bund trat uns nochmals vor Augen, Rückblick und Vorschau sowie der Dank an alle Mitarbeiter beschlossen die Feier-stunde. Ganz besonders wurde bedauert, dass der geistige Vater unseres Bundes, unser Schnauz, nicht an der Feier teilnehmen konnte, da er zur Zeit als Gastlehrer am Pratt-Graphic Art Center in New York tätig ist. Ein "Jabonah" flog ihm, der an diesem Abend sicher im Geiste bei uns war, über den großen Teich zu. Am 23. April trafen sich GRAUE REITER und e.V.-Mitglieder in Tübingen zu einer gemeinsamen Fahrt in den Schönbuch. Solche Fahrten sollen in Zukunft öfter unternommen werden, um die Verbindung zwischen Jung und Alt weiter zu festigen. Seit Oktober 1965 sind an GRAUER-REITER-Heften erschienen: Nr. 59 (Liederheft), Nr. 60 (Bundeslager und Überbündisches Treffen 1965). Vor den großen Sommerferien fand auf unserer Burg ein Burgrat statt, bei dem fast alle Sippen, Horten und Stämme unseres Bundes vertreten waren. Im zehnten Jahr des Bestehens des GRAUEN REITERS nahm der Burgrat mit großer Stimmermehrheit eine Burgordnung an. Diese lässt keine Fragen mehr offen, über die Reche und Pflichten der die Burg besuchenden und benutzenden Bundesangehörigen. Das Kernstück dieser Burgordnung dürfte die Verpflichtung sein, einen Teil der auf der Burg verbrachten Zeit dort zu arbeiten. Indessen sind durch das Einsetzen von Fenstern die Arbeiten am Schlafraum des "GRAUEN-REITER-Hauses" abgeschlossen. Im "Alten Burghaus" wurde die Küche renoviert. Nach langen Unterbrechungen wurde an der Burgschmiede weitergebaut, bald wird dort das Schmiedefeuer brennen und der Ambos erklingen. Die "Waldfrauhütte" wurde durch Steinschlag von den Felswänden herab zerstört. Die in der "Bauhütte 1" zusammengeschlossen Älteren haben sich durch gärtnerische Arbeiten das Geld für Taucherausrüstungen verdient und auf einer Großfahrt nach Griechenland bemerkenswerte Tauchergebnisse erzielt. Unter Teddys Führung veranstaltete die "Bauhütte II" einen interessanten botanischen Lerngang zwischen Krähen und Mägdeberg. Im Augenblick wird an an der Erweiterung des "GRAUEN-REITER-Hauses" gearbeit. Auf Burg Wildenstein im Odenwald trafen sich die Wölflinge unserer Berliner Alemannenhorte unter Gers Führung mit Bundesangehörigen aus dem Süden und erlebten ereignisreiche Tage. Unser Bundesführer Gari nahm an der Sonnwende der Alemannenhorte teil, die bei Tegel stattfand. In dem Heim "Krähwinkel" in Tegelort wurde anderntags der 65. Geburtstag von "Scout" gefeiert. Es soll dabei teils "feierlich", teils "hoch" hergegangen sein! Sonnwend wurde auch auf dem Krähen gefeiert. Die Stämme im Raum Stuttgart-Tübingen feierten bei Sulz ob Eck im Vorland des Schwarzwald ihre Sonnwend, der Horst Ettlingen traditionsgemäß in einem Steinbruch bei Ettlingen unter Theo Zurstraßens Führung. An dieser Feier nahmen 85 GRAUE REITER teil - darunter auch Schnauz als Gast des Horst Ettlingen. Flöhchen, die 1965 bei der überbündischen Sternfahrt eine Mädchengruppe in Lappland führte, war auch dieses Jahr mit eine solchen auf Kreta erfolgreich. Desgleichen Teddy Teddy und Racki im österreichischen Hochgebirge. Mädchen dieser Gruppe nahmen als Gäste des österreichischen Wandervogels an einer Werkwoche teil. Weitere Großfahrten von Jungengruppen fand statt nach: Irland, Griechenland, Südfrankreich, Algerien, Marokko, England. Im Oktober erschien die Nr. 67 des GRAUEN REITERS, ein von Teddy gestaltetes Mädchenheft. Ein "Schottlandheft" ist in Vorbereitung, desgleichen ein neues Liederheft.

1967: Zwischen Weihnachten und Neujahr fand unser traditionelles Werken auf dem Krähen statt. Hauptthema war: Zinnguss. Es wurden zuerst Gipsmatritzen hergestellt, die als Gussformen dienten. Wir beschränkten uns auf Medaillons und Armreifen, also Schmuckstücke. Es gelang uns, diese Werktechnik so zu vervollkommnen, dass auch eine zu Gast geladene Wölflingsgruppe der Pfadfinderschaft St. Georg einwandfreie Ergebnisse erzielte. Weitere Tätigkeiten waren: Aquarellmalen, Zeichnen, Modellieren in Ton. Unsere Bauarbeiten an der Burg erlebten im April durch einen "Großeinsatz", an dem unser Bundesführer Gari stark beteiligt war, einen guten Erfolg. "Bauhütte 1" zeigte in Reutlingen Farbdias von ihrer Griechenlandfahrt mit dem Schwerpunkt Tauchen. Die "Bauhütte II" war auf Stilkundefahrt in Ettlingen, Hirsau und Maulbronn. Auch veranstaltete sie in Tübingen eine Walpurgisnacht. Am Singetreffen auf dem Ludwigstein nahmen Jungen unseres Bundes teil, ebenso die Bundesführung. An Pfingsten fand ein Führerschulungslager auf unserer Burg statt.

1968: Die Jahreswende erlebten Gruppen des GRAUEN REITERS auf dem Krähen - wie üblich in Werkgilden (Tonmodellieren, Malen, Zeichnen, Linolschneiden). Außerdem verkürzten wir uns die langen Winterabende mit einem Erzählwettstreit. Nachdem eine weitere Anzahl Bundesangehöriger eingetroffen war, so dass unsere Häuser voll besetzt waren, improvisierten wir einen Sängerwettstreit, der mit echter Begeisterung durchgeführt wurde. Wie üblich wurde auch in der Weihnachtswoche der "Weihnachtsmarkt" von den Tübinger Gruppen des GRAUEN REITERS abgehalten. Wir konnten damit nachweisen, dass Gruppen durch den Verkauf guter Werkarbeiten sich einen Fond für Großfahrten und Lagerausrüstung durch eigene Arbeit schaffen können. Die Bautätigkeit an unserer Burg wurde fortgesetzt. Das Dach des neuen Hauses wurde umgedeckt und restauriert, der Welfenraum im alten Burghaus ebenfalls. Die "Bauhütte 1", eine Älterengruppe, baute in kurzer Zeit auf dem seither ungenutzten Bodenraum einen Heimraum ein, der sich sehen lassen kann. Auch wurde die alten Treppe erneuert. Bei dem internationalen Lager auf dem Hohen Meißner leitete Teddy eine Werkgruppe "Bandweben". Unsere nördlichste Gruppe auf Husum erhielt mehrmals Besuch von Bundesangehörigen aus West und Süd. Unser Bundesjungenführer Jürgen Römer (Schwatz) aus Wuppertal entfaltete eine aktive Tätigkeit, auch im Besuch der einzelnen Gruppen im Norden und Süden. Die Fördergemeinschaft des GRAUEN REITERS hielt auf der Burg ihre Jahresversammlung ab. Es wurden von verschiedenen Angehörigen Farbdias gezeigt, darunter auch mehrere Filme von Horst Luz (Pablo), der im Auftrag der Nansengesellschaft mit Familienangehörigen Expeditionen nach Afrika unternommen hatte. In Ettlingen fand in der "Albert-Schweizer-Hütte" ein Thing statt, bei dem die meisten Gruppenführer des GRAUEN REITERS anwesend waren. Diesem Treffen war ein Burgrat vorausgegangen. Bei beiden Treffen standen die Vorbereitungen für das Bundeslager im Mittelpunkt. Geplant sind mehrere Diskussionen, an denen die Bundesangehörigen und Gäste teilnehmen können. Für die Pimpfe war ein großes Geländespiel geplant. Die Wichtel werden Handpuppen herstellen und damit einige Aufführungen bestreiten. Eine Gruppe wird baugeschichtliche Exkursionen, unter anderem auf der Bodenseeinsel Reichenau, durchführen. Ein Sängerwettstreit wird stattfinden, Pfadfindertechniken werden geübt, ein Rundgespräch, "Was will der GRAUE REITER?", findet statt. Beim Sängerwettstreit auf Burg Ludwigstein nahm eine Gruppe unseres Bundes aus Wuppertal teil. Beim letzten Treffen der Bundesführer des RjB bei Darmstadt war auch unsere Bundesführung dabei. Wir haben die Freude, dass dort beschlossen wurde, das nächste Bundesführertreffen auf unserem Krähen abzuhalten. Indessen sind zwei Hefte unserer Bundesschrift "Der GRAUE REITER" erschienen. Ein Heft hatte eine "Schottlandfahrt" zum Thema, das andere "Tier und Pflanzen". Ein Heft über "Baugeschichte" und "Griechenlandfahrt" wird folgen. Unsere Hefte, die seit 13 Jahren erscheinen, können von jedermann bezogen werden!

 
Die Bundesordnung
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Die Zeit 1956-1968
Meissnerlager 1963
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Neubeginn (1976-1986)
Die Zeit seit 1986
Führer des Bundes
Die Stämme
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.