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  Vision Schnauz  
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Hinter dem Lagerzaun! (Vision von Schnauz*)

Kurzauszug aus "Jugendland, Heft 12, Seiten 13 und 14:

Zum ersten Mal sehen wir den Bund und unser großes Ziel, einst wird die Waldpfadfinderschaft des I.O.G.T. erleben, - - - - - wir werden in Lagern sein, in dem die Deutschlandflagge, der Unionjack, das Sternenbanner, die Nationalfahnen der nordischen Bünde und alle Fahnentücher der Länder wehen, in denen der Orden Fuß gefaßt hat. Am Flaggenmast, der in der Mitte dieses Lagers steht, wird groß und gewaltig die Lilienfahne mit der Weltkugel des I.O.G.T. zu sehen sein! Das Pfadfindertum wird von der aktiven Ordensjugend der ganzen Welt aufgenommen werden, wie es in Schweden, Norwegen und Deutschland geschah. Mißgunst und Neid werden uns nicht aufhalten können, ein Sturmtrupp in dieser Front zu sein!"
* Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Deutschen Pfadfinder vom internationalen Büro in London anerkannt. Es sind dies der interkonfessionelle Bund Deutscher Pfadfinder und je eine evangelische sowie katholische Gruppierung mit dazugehörendem Mädchenbund.

Kurzauszug aus Jugendland, Heft 14/15, Seiten 2 bis 32:

Juni 1931: Die drei Stämme BBB-Berlin (Schnauz), Dessau (Teja, Herbert Richter), Quedlinburg (Feyerabend) schlossen sich zum "Sturmtrupp Mitte" zusammen. Als Hauptfeldmeister ernenne ich dafür Herbert Richter, Dessau. Doktor



Prinz - auch er gehörte noch zu uns, unser Stammeshund war auf Fahrt und Lager immer mit dabei.

Kurzauszug aus Jugendland, Heft 14/15, Seiten 2 bis 32:

8. August 1931: "Die Grenzlandfahrt" auch Flibustierfahrt genannt da die Donauzille "Flibustier" getauft wurde. Die Großfahrt führt über Nürnberg bis Regensburg, dann ging es mit der voll beladenen Donauzille über den "Regensburger Strudel" nach Passau. Wir waren zehn Mann. Vier Preußen, Schnauz, Drach, Prophet und Sioux, Badener und Schwaben, auch ein St.-Georg-Pfadfinder ist mit dabei. Prophet vom Stamm Wiking, Düsseldorf, filmt diese mit einer 8-mm-Schmalfilmkamera. Von Passau aus geht es in den Grenzlandurwald "Kubany". Nach langem Marsch durch dunkle, dichte Wälder haben wir in der Tschechei bei einem deutschen Bauern ein Quartier gefunden, der klagte uns sein Leid, wie miserabel sie von den Tschechen behandelt werden! Von dort geht die Tour weiter auf den Berg Lusen, den Berg Rachel, nach Zwiesel und auf den Berg Arber und dann wieder zurück nach Nürnberg. Übrigens eine Zeltbahn des BBB ist mit der "Flibustier"-Donauzille bemalt worden.

ebenfalls Kurzauszug aus "Jugendland", Heft 14/15, Seiten 36, 37:

Am 19. u. 20. 9. 1931 Thing des Sturmtrupp Mitte, bestehend aus Stamm Falken, Stamm Braune Bären Berlin u. Stamm Quedlinburg. Schnauz eröffnet das Thing mit einer Ansprache.

aus "Jugendland", Heft 16, auf der letzten Seite:

Herbst 1931: Auseinandersetzungen in der Großwehrlogensitzung in Dresden und Aussprache mit dem Sturmtrupp-Reichsführer (Doktor). Der Bruder Petersen meint: "Die sich zum Sturmtrupp hingezogen fühlen, mögen lieber heute als morgen gehen!"
Alles weist auf eine Verselbständigung des Sturmtrupp hin!

Dezember 1931: Mitteilung von den Stämmen: Aufnahme der Wölflinge Bär, Fisch und Büffel zur Wintersonnwende auf der Bäreninsel in den Stamm Braune Bären Berlin und Zuordnung zur Sippe Drach, sowie Aufnahme des Wölflings Lux in die Siedlersippe Birkenwerder. Besprechung über weitere Werbearbeit und Fertigstellung der Stammeshütte auf der Havelinsel. Es wurde ferner eine Mädchensippe unter der Sippenführerin Irmgard Madow gegründet mit den Mitgliedern E. Herbst, Hilde Suppe, Karin Jurek, Erika Madow und Gertje (Halbschwester von Drach und Sioux).



Unser Lagerleben auf der Bäreninsel, mit allen Gefährten bis Ende 1934. Zeichnung von Fuchs.

Kurzauszug aus "Jugendland"-Heft?:

Jahreswende 1931: Aufrührende Worte des Welttemplers (Auszug): man fordert die Anerkennung der weltumfassenden Bruderschaft aller Menschen, ohne Rücksicht auf Rasse, Farbe und Glauben, ob wir nun Christen, Buddhisten, Mohammedaner oder Freidenker sind! Unser Orden ist so weitherzig in dieser Beziehung! Wie die Settlementsbewegung und er ist jederzeit und überall verpflichtet, es zu sein! Hier die Worte und die Unterstreichung durch den Großtempler Bruder Strecker!

aus "Jugendland", Heft 16, auf der letzten Seite:

Im Januar 1932 wurde in Berlin-Moabit der Hitlerjunge Herbert Norkus ermordet, was den Pfadfindern in die Schuhe geschoben wurde, eine Straßengang bzw. links orientierte Jugendgruppe wurde von den Nazis gar nicht in Betracht gezogen. Bjonson Kenit wohnte in der Stromstraße in Berlin-Moabit, er bekam es zu spüren, wenn er in seiner Pfadfinderkluft zur Fahrt aufbrach oder den Heimabend besuchen wollte. Er wurde in den verschiedensten Formen angepöbelt, belästigt und beleidigt. Drach und Sioux, wohnhaft in der Kastanienallee am Prenzlauer Berg, sowie auch Büffel in Berlin-Mitte berichten das gleiche. Schnauz gab uns daraufhin Verhaltensvorschläge, uns möglichst unauffällig zu bewegen, Nebenstraßen, Durchgänge und Parks zu unseren Treffen zu benutzen.

Ab 1. Februar 1932 tragen alle Gefährten einheitlich das silbergraue Halstuch und in der selben Farbe die Pfeifen-Kordelschnur, zur Ergänzung der Uniform wird der Pfadfinderhut (Boy-Scout-Hut) eingeführt, zugehörig zum khakifarbigen Hemd graue kurze Hose, Käppi, Schulterriemen und Jugenschaftsjacke.

aus "Jugendland", Heft 17, Seite 15:

Eine äußerst umstrittene Reichs-Notverordnung vom 9. 12. 1931!

Betrifft: Verbot des Tragens von Abzeichen, Uniformen und jegliches Marschierens in Preußen und anderen Ländern für alle politischen Vereinigungen (z. B. auch zum Bahnhof und zu den Jugendherbergen)!

Dazu folgendes vom Doktor: Da "Der Sturmtrupp" nach seiner Satzung parteipolitisch neutral ist, also nicht zu den politischen Vereinigungen gehört, ist uns das Tragen einheitlicher Tracht mit Abzeichen erlaubt!

Kurzer Kommentar zum obigen Verbot bzw. Erlaubnis des Tragens von Abzeichen und Uniformen beides stand auf dem Papier und unsere Sonderrolle war nicht durchsetzbar: Wir vom BBB versuchten dies hier in Berlin, bekamen aber trotz allem Schwierigkeiten, uns frei in der Öffentlichkeit zu bewegen. Wir wurden angepöbelt und beleidigt. Mit unseren khakifarbenen Hemden ordnete man uns optisch sofort in die Spezies Braune Hemden ein!

gekürzt aus "Jugendland", Heft 18, Seite 1:

Am 1. Mai 1932: Unser Antrag, einen vollständigen Zweig im Guttemplerorden zu bilden, wurde abgelehnt. Die Wehrlogenleitung schlug uns vor, als Glied des Wehrlogenwerkes dort Gedanken und Formen des Pfadfindertums durchzusetzen was wiederum von uns abgelehnt wurde. Die Gefährten legten in den außerordentlichen Things die Guttemplerabzeichen ab und gelobten dem Sturmtrupp Treue! Kein Stamm hat unsere Reihen verlassen, der Sturmtrupp steht geschlossen da. Doktor (Helmut Hövetborn)

aus "Jugendland", Heft 18:

Noch Mai 1932: "Der Sturmtrupp" betrifft Jugendherbergen: Wir Jungen sind gegen die Jugendherbergen aber unsere Mädchengruppen im Bund wollen diese Einstellung nicht teilen.

Der Familien-Friedensstifter Schnauz

Ich weiß nicht, wie es Schnauz zustande brachte wir fuhren im Sommer 1933 mit unserem Stamm per Bahn nach Soldin in die Neumark. Ich nehme an, Schnauz hatte zuvor einen Brief an den Bauern Löffler geschrieben, ob er nicht bereit sei, mal seine Söhne Drach und Sioux (= Hans und Walter Loewe) wiederzusehen, die er damals mit seiner Großmagd Elisabeth Loewe erzielt hatte (aus einem nicht eingehaltenen Heiratsversprechen). Der Vater Löffler war dazu bereit, war aber anderweitig verheiratet! Wir wurden in Soldin von der Bauernfamilie Löffler sehr freundlich aufgenommen, übernachtet haben wir in der Scheune! Am nächsten Tag wurden wir Mittags zu einem großen Putenfestessen eingeladen phantastisch! Schnauz führte mit Vater Löffler ein sehr wichtiges Gespräch, ob er nicht bereit sei, seine Söhne als Knechte auf seinem Hof zu beschäftigen. Ohne Widerspruch war er sofort dazu bereit! Drach willigte ebenfalls ein und bereits zur Ernte 1933 packte er mit an und wohnte auf Vater Löfflers Bauernhof! Nur Sioux blieb gegenüber seinem natürlichen Vater weiterhin sehr reserviert aber davon später mehr!

Kurzauszug "Jugendland", Heft 21, Seite 16:

"Der Knickstiebel vom BBB" (war Drach). Ein Aufsatz von Bjonson über die Eintreibung der Bundesbeiträge durch den Kiesmesta (Schatzmeister), über säumige Beitragszahler, geschrieben in Berliner Platt!

Verschiedene Chargen (Ämter) in unserem BBB-Stamm wurden bekleidet, und zwar der Cornett (Fahnenträger) war der Fuchs, der Tambour (Landsknechttrommel) war der Sioux, der Trompeter war der Bjonson Kenit, der Totembewahrer (Bärenkopf mit Rentierfell) war der Bär, wie schon gesagt, der Kassenwart war Drach, dann gab es noch den Bewahrer der mit Großfahrtmotiven bemalten Zeltbahnen, einen Zeug- und Gerätewart!

(aus: Der GRAUE REITER 109, S. 16 ff.)

 
Die Bundesordnung
Der Sturmtrupp
BBB - Stamm Braune Bären Ber...
Prolog
Biografie Schnauz
Reichslager
Großfahrt Lappland
Vision Schnauz
Brand der BBB-Hütte
Nordischer Hof 1933
diverse Meldungen
Schwarzwaldgroßfahrt
in memoriam
Meldungen II/tusk
Die Brüder Drach
Meldungen III
Sturmtrupp Süd
Epilog
Die Zeit bis 1956
Die Zeit 1956-1968
Die Zeit 1969-1975
Neubeginn (1976-1986)
Die Zeit seit 1986
Führer des Bundes
Die Stämme
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.