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  Nordischer Hof 1933  
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Auch Schnauz ging zu diesem Treffen!

Kurzauszug aus "Das Feldlager" von Wolfgang Paul, Seite 215, mit einigen eigenen Ergänzungen:

Am 27. 2. 1933 trafen sich im Hotel "Nordischer Hof" am Stettiner Bahnhof zirka 200 junge Menschen aus allen politischen Lagern: Bündische, Sozialistische Arbeiterjugend, Revolutionäre Hitlerjugend, Jung-Kommunisten, Nationalrevolutionäre, Rote Pfadfinder, Schwarze Front (Otto Strasser) und Jungdeutsche.

An dieser Aussprache nahmen auch Harro Schulze-Boysen (Rote Pfadfinder, später "Rote Kapelle") sowie die Hitlerjugendführer Heinz Gruber, Adrian v. Renteln, Vorgänger Baldur v. Schirachs, teil. Tusk, Schnauz und Büffel gingen ebenfalls zu diesem Treffen; da Handgreiflichkeiten zu Befürchten waren, wurde Büffel nach Hause geschickt. Die Versammlung verlief ruhig, es war ein gegenseitiges Abklopfen!

Aber die Ahnung des Kommenden lag über allen Anwesenden! Die große Woge, die so viele von uns Jugendgruppen verschlingen sollte, rollte an!

Im Spätherbst 1933, eines Samstagnachmittags, ging Schnauz mit einigen von uns zu einem illegalen Pfadfindertreff in einem Keller in der Bismarckstraße, gegenüber der Oper. Mit den dort abgetauchten Pfadfindern führten wir sehr ernsthafte Gespräche über das Weiterexistieren und die Erhaltung unserer Ideale!

Das Elternfest des BBB auf unserer Bäreninsel*

Kurzauszug (aufgezeichnet von einer Wölflingsmutter), erschienen im Jugendland, Heft 21, Seiten 17 bis 19:

Im Frühjahr 1932 machten wir Eltern uns auf und fuhren am Sonntagvormittag mit der S-Bahn zum Bahnhof Birkenwerder, dort wurden wir von einigen Wölflingen empfangen und wanderten mit ihnen zur Bäreninsel. Von weitem sahen wir, wie auf einer Anhöhe (von Sioux) das Sturmtruppbanner zu unserer Begrüßung gehißt wurde, auch ein Trompetensignal von Bjonson erscholl. Sie ließen ein Pfadfinderlied erschallen, und dann hielt Schnauz eine Empfangsrede! Anschließend führte uns Drach durch das Lager und zur Hütte. Alles war vorbildlich für uns im Lager gerichtet. Dann wurde uns der Aufbau eines "Zwölferzeltes" gezeigt, und da standen aber auch noch andere kleine Zelte. Die Wölflinge zeigten uns, wie Schilf- und Strohmatten gewoben wurden. Dann gab es Mittagessen einen Gemüseeintopf mit Speck, was vorzüglich schmeckte!

Nach dem Essen führten die Wölflinge eine Posse auf "Der stumme Musikant". Auch an einem Bogenwettschießen nahmen wir teil. Man führte uns Reiter- und Schubkarrenkämpfe vor, ein Eierlaufen und Sackhüpfen wurde veranstaltet. Es wurde ein großes Feuer entfacht, und es gab Kaffee oder Tee mit Kuchen. Unsere Jungens sangen uns dann ihre Fahrten- und Lagerfeuerlieder vor, und anschließend gab es eine zwanglose Unterhaltung.

Zum Abschluß der sehr schönen Elternveranstaltung ließ Schnauz alle Jungens antreten, beim Gesang des Sturmtruppliedes wurde das Banner eingeholt. Schnauz hielt nochmals eine kurze Abschiedsrede. Ein schöner Tag ging zu Ende, und dann traten wir Eltern wieder unseren Heimweg an!

* Ein solches Elternfest, das letzte auf der Bäreninsel, erlebten wir Pfingsten 1934, aber da war politisch inzwischen sehr viel passiert!

Nachruf im "Jugendland" zur Jahreswende 1932/1933, Heft 22, Seiten 1 und 16:

Am 9. und 10. 7. 1932 findet ein Reichsthing in Dessau statt, für den Bund "Der Sturmtrupp" wurden wesentliche Beschlüsse gefaßt: Unser Bund führt ab 1. August 1932 den Namen "Sturmtrupp-Pfadfinder eine deutsche Waldritterschaft"!

Verschiedene Stämme wurden aufgelöst oder umbenannt!! Feldmeister Heißa, Stamm Kehl am Rhein, mußte im September 1932 wegen Krankheit sein Amt abgeben. Er ist seinem Leiden (Knochenkrebs) erlegen und ertrug sehr standhaft seine Krankheit, wir haben einen ausgezeichneten Gefährten verloren . . . Der Reichsfeldmeister (Doktor)

Hierzu folgendes: Heißa besuchte uns in der Zeit von 1930 bis 1932 ein- bis zweimal im Jahr mit seiner Klampfe in Berlin. Dann saßen wir bei unseren BBB-Treffs auf dem Grundstück in Frohnau immer sehr gesellig und fröhlich beieinander. Da wurde über Gott und die Welt geredet und diskutiert! Wir sangen sehr viel, was hatten wir für ein reiches Liedergut. Er, mit seiner wunderbaren sonoren Stimme, griff kräftig in die Saiten. Zwischendurch hatte er einige Solos zu bieten. Das war jedesmal ein Liederfest das nochmals zum Gedenken an ihn!

aus "Jugendland", Heft 22, Seite 16:

Zum Jahreswechsel 1932/33 wird Bjonson Kenit (Walter Warmuth) vom Doktor zum Sippenführer im Stamm BBB ernannt.

Er war unser Trompeter und konnte sogar leichte Melodien absolvieren. Bjonson verlor sein Leben als Soldat in Südrußland 1943, er wurde von einem Panzer überrollt er war ein prima Kamerad!

Kurzauszug aus "Jugendland", Heft 21, Seiten 3 bis 5 (November 1932):

Die Entstehung der Dorfsippe "Großer Bär" in Birkenwerder bei Berlin: Beim Herumstreifen einiger Jungs aus Birkenwerder auf der Havelinsel trafen sie auf die Hütte und dann auf unser Lagerfeuer. Wir fragten sie, ob sie auch Pfadfinder werden wollten, und bald wurden sie als Mitglieder aufgenommen. Schnauz gründete die Dorfsippe "Großer Bär" in Birkenwerder mit den Wölflingen Armin, Luchs und Tangua mit dem Sippenführer Specht (Heidmann). Da existiert ein Linolschnitt von Schnauz mit einem Bär mit dem Titel "Kraft und Weisheit wohnt im Bären"!

Kurzauszug aus "Jugendland", Heft 22, Seiten 15 und 16:

Im Birkenwerder "Tageblatt" eine kurze Zeitungsmeldung, Frühjahr 1933: Am vergangenen Freitag hielt Erich Mönch vor 40 Hörern einen Vortragsabend ab, mit dem Titel Großfahrt nach Lappland. Er berichtete von seinen Erlebnissen und Ereignissen, auch daß er mit seinen Gefährten knapp dem Tod entronnen war! Der Vortrag wird in den schönsten Tönen geschildert!

aus "Jugendland", Mai 1933, Heft 23, Seite 19:

Umbenennung der Dorfsippe Großer Bär und Beförderung zum Probestamm "Der Waldläufer": Ich nehme die Dorfsippe Birkenwerder a. d. H. als Probestamm in den Sturmtrupp auf und bestätige den Kameraden Specht (Heidmann) als Feld- und Stammesführer der Waldläufer. Der Reichsfeldmeister (Doktor)

Verfügung vom Reichsfeldmeister aus Jugendland, Heft 20, September 1932:

Das Dach eines Blockhauses in Schwarz ist über der Lilie zur Kennzeichnung der Siedler auf dem Ärmel zu tragen!

(aus: Der GRAUE REITER 109, S. 19 f.)

 
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.