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Ein Gedenkmarsch in memoriam für Helga Barth!

Ich kann es zeitlich genau nicht mehr bestimmen, aber es war im Frühjahr 1934, Negus machte diesen Marsch übrigens auch mit. Ich weiß es genau, denn er hatte sich mit Sioux sehr heftig gestritten und das hätte beinnahe einen deftigen Riemenkampf gegeben, wenn nicht Schnauz diesen Streit geschlichtet hätte!

Wir waren da drei Tage unterwegs Richtung Müritzsee! Mit der Bahn ging es bis nach Löwenberg und liefen noch selbigen Tages über Gransee bis nach Fürstenberg, dort liegt das Konzentrationslager Ravensbrück. An einem dortigen See errichteten wir für die Nacht ein Beduinenzelt. Des anderen Tages nahmen wir einen Wanderweg Richtung Pripert-Stasen und Wesenberg, aber bald hinter dem Ort machten wir halt, denn der Weg zum Müritzsee war zu weit, und kehrten wieder zurück.

Dieser Marsch war in Stille von Schnauz ausgedacht. Ich erinnere mich, wie Schnauz plötzlich von Helga Barth anfing zu erzählen. Hier das, was ich darüber weiß. Zur Hochzeit meiner Schwester Erika im Jahre 1940 weilte ich in Karlsruhe, da ergab sich dort ein Gespräch mit dem Vater von Helga Barth. Im Laufe des Gesprächs erzählte er von seiner Tochter und ich erfuhr folgendes: In Rechlin, ein Ort südlich des Müritzsees, gab es Werkhallen der Luftfahrtindustrie, dort wurde in Zwangsarbeit Helga Barth beschäftigt. Sie soll dort angeblich sehr unzuverlässige Bandarbeit (Sabotage) geleistet haben und wurde dort wieder , wie man so schön sagt, aussortiert! Das war ihr Todesurteil, denn sie wurde von hier mit anderen Frauen im Fußmarsch über diese von mir beschriebene Marschroute , wie das liebe Vieh, in Richtung Konzentrationslager Ravensbrück getrieben. Auf dem Weg nach dort blieb sie vor Erschöpfung liegen. Von einem nachfolgenden Bewacher wurde sie erschossen und liegen gelassen. Dortige Anwohner haben sich ihrer angenommen und auf einem Schnauz nicht bekannten Friedhof begraben.

Land der Jugend

"Gefährten!" Meine lieben Brüder, Schwestern,
Ist dieser Anruf nicht ein Zauberwort?
Rührt es nicht seltsam mächtig durch die Seelen
Und weckt das alte, liebe Heimweh dort
Nach jenem Traumland, das wir einst besessen
Und nimmermehr vermögen zu vergessen?

Erinnerung, bleib noch! O, schließ uns heute
Noch einmal auf der Jugend heilig Land,
Da wir einander noch "Gefährten" waren
Und fest umschloß uns der Gemeinschaft Band,
Gemeinschaft, die wir Jungen frei uns kürten,
Weil wir in ihr den eigenen Herzschlag spürten.

Da Erde uns erschloß ihr heimlich Leben
Und liebevoll in ihre Hut uns nahm,
Wenn wir ehrfürchtig durch die Wälder schritten
Auf Tier, Baum und Blumen aufmerksam.
Und auch den Jugendübermut nicht scheuten
Im Lichte uns des sonngen Lebens freuten.

Da wir uns einst zum ersten Ziele fanden
Und nur marschierten streng in Reih und Glied
Mit wehnden Fahnen, Speeren, Trommelwirbeln
Und auf den Straßen klang das Sturmtrupplied.
Wie schlugen vor Begeisterung da die Herzen,
Es dürfte keiner wagen, drob zu scherzen.

Da in der Nacht wir am Feuer saßen
Und singend schürten unsrer Flamme Glut
Und schweigend horchten auf des Waldes Stimmen,
indessen leise sprühte Feuers Glimmen
Und heiß in unsren Adern rann das Blut.

Erinnerung, laß in deinen Born uns tauchen,
Daß wir in dir uns wieder baden rein,
Laß deine Lagerfeuer wieder rauchen
Daß wir vermögen wieder jung zu sein.
Und gläubig aufschaun in des Himmels Weiten,
Um Kraft zu schöpfen für der Erde Streiten!

Lied der Sippenführerin Helga Barth, Sippe Zeisige, Karlsruhe, Mädchenbund "Sturmtrupp-Pfadfinder eine Deutsche Waldritterschaft". Geschrieben kurz vor ihrem Tod im Konzentrationslager Ravensbrück 1934. Helga Barth wurde im Sturmtrupp "Mutter der Zeisige" genannt. Sie war 24 Jahre alt, als sie starb.

In memoriam Helmuth Hövetborn, genannt Doktor

unserem Reichsfeldmeister des Bundes "Der Sturmtrupp-Pfadfinder eine deutsche Waldritterschaft". Schon früh erwarb er für unseren Bund ein Grundstück in Döffingen bei Böblingen, umzäunte es und seine Pfadfindergefährten erbauten darauf eine Hütte. Nach einem Thingbeschluß wurde es die Mitte unseres Pfadfinderlebens und bekam den Namen Jugendland. Das Reichslager unseres Bundes Anfang August 1933 war die letzte Begegnung unserer Stämme im Reich. Alles war in unserer Zeitgeschichte für ihn und uns anders gelaufen.

Schweren Herzens verkauft unser Doktor im Sommer 1934 unser vielgeliebtes Jugendland! Der öffentliche Druck seitens der "Reichsjugendführung" und unsere leeren Kassen veranlaßten ihn dazu.

Gleich nach dem Krieg 1945 bringt er eine Sammlungsbewegung unseres Bundes zustande, der sich sofort wieder einige vom Krieg überbliebene Pfadfinder anschließen.

Unser Doktor verstirbt am 14. 3. 1948 an einem Herzinfarkt, seine alten Gefährten gedenken seiner sehr herzlich!

Der Reichsfeldmeister

Quelle: "Jugendland", Heft 24, Seite 1, Dezember 1933:

Der Sturmtrupp ist einer der wenigen Bünde, die noch selbständig nach ihrer Bundesordnung arbeiten. Wir haben unsere Beiträge an den Reichsjugendführer bezahlt. Baldur von Schirach schrieb mir auf eine Anfrage, daß er grundsätzlich keine ausdrückliche Genehmigung der Jugendbünde ausspreche. Das ist schade, aber wir müssen uns damit trösten, daß kein Jugendbund in Deutschland eine solche ausdrückliche Genehmigung erhielt. Wir arbeiten also weiter nach der Sturmtrupp-Ordnung und den auf dem Reichslager im August aufgestellten Richtlinien.

Dieses Heft gilt dem Reichslager. Wir alle denken daran, daß es das beste Lager war, welches der Sturmtrupp seit seinem Bestehen abhielt. Obwohl wir an alle Lager mit Freuden zurückblicken können, so kam doch noch nie so spontan die unzerstörbare Kameradschaft des Sturmtrupp zum Ausdruck wie in den drei Augusttagen auf dem Jugendland. Wenn dieses Heft zugleich Großfahrt-Berichtheft ist, so wird das allen Kameraden selbstverständlich sein, denn Großfahrt und Reichslager, Großfahrt und Sturmtrupparbeit gehören zusammen. Großfahrt ist Quelle und Prüfstein zugleich für unsere Arbeit als Sturmtrupp-Pfadfinder, als Waldritter. Gut Pfad Doktor

(aus: Der GRAUE REITER 109, S. 26 f.)

 
Die Bundesordnung
Der Sturmtrupp
BBB - Stamm Braune Bären Ber...
Prolog
Biografie Schnauz
Reichslager
Großfahrt Lappland
Vision Schnauz
Brand der BBB-Hütte
Nordischer Hof 1933
diverse Meldungen
Schwarzwaldgroßfahrt
in memoriam
Meldungen II/tusk
Die Brüder Drach
Meldungen III
Sturmtrupp Süd
Epilog
Die Zeit bis 1956
Die Zeit 1956-1968
Die Zeit 1969-1975
Neubeginn (1976-1986)
Die Zeit seit 1986
Führer des Bundes
Die Stämme
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.