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  Meldungen II/tusk  
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aus "Jugendland", Heft 25, Seite 32:

Am 8. März 1934 schrieb ich allen Stämmen, die Sturmtruppfahnen sind einzuholen, Wimpel und Abzeichen abzulösen, und alles ist auf einem letzten Thing zu verbrennen! Der Reichsfeldmeister

Ostern 1934 wurde der Braune Bärenstamm Berlin (BBB) auf der Bäreninsel durch den Doktor, Schnauz und den Alten unter den Augen des schwedischen Scout Ohlssons aufgelöst! Tief bewegt erzählte uns unser Reichsfeldmeister die Gründe, die dazu führten und wünschte und alles Gute für die Zukunft. Unser Stammesbanner mit den Wimpeln wurde eingeholt traurig standen wir da und schauten uns schweigend an! Schnauz aber versprach uns, unsere Stammesauflösung zu einem anderen Datum hier auf der Insel noch nachzufeiern, siehe 10. Juli 1934!



Der BBB des Sturmtrupp angetreten auf der Bäreninsel Ostern 1934 zur Bekanntgabe der Auflösung unserer Pfadfinderbundes durch den Doktor (Helmuth Hövetborn) und den Schweden (Scout) Edwin Ohlssons (in Zivil)! Von links nach rechts: Rückenfront von Schnauz, Sioux, Bjonson, der Alte, Prophet, Adlerauge, Fuchs und Bär.

Am 10. Juli 1934 war nun der endgültige Abschied von unserem Pfadfinderleben im BBB-Stamm gekommen, es war auch der letzte Aufenthalt und gleichzeitiger letzter Elternsonntag auf unserer Bäreninsel an der Havel. Wir bekamen zudem noch außergewöhnlichen Besuch von Tusk (Eberhard Koebel), der sich auf dem Weg nach Schweden befand und zu einem kurzen Zwischenaufenthalt von zwei Stunden unter uns weilte (siehe Gruppenfoto Seite 27). Fuchs sitzt ihm auf der Schulter. Tusk mußte noch selbigen Tages (24 Uhr) die Fähre von Saßnitz/Rügen nach Trelleborg/Schweden erreichen.

Zum Gruppenfoto unseres BBB-Stammes auf der Bäreninsel

Getarnt in unserer Festtagspfadfinderkleidung, weißes Hemd und schwarzes Halstuch, die auch zufälligerweise die Hitlerjugend für Aufmarschfestivitäten benutzten. Als Gäste waren, außer einigen Schwestern, noch Storch, Lama und Tusk anwesend!

Tusk wollte sich dem Schnauz gegenüber mit diesem Besuch bei uns erkenntlich zeigen, denn er hatte wesentlich zur Schutzhaftentlassung von Tusk beigetragen. Nach seiner Freilassung aus seiner SD-Schutzhaft im Columbia-Haus am Potsdamer Platz fürchtete er, liquidiert zu werden! Es waren ihm Warnungen zugegangen, und er hatte selbst das Gefühl, heimlich überwacht und verfolgt zu werden! Er stand unter psychischem Druck, seine Emigration war also nicht freiwillig, denn der SD wollte diesen unbequemen Jugendaufrüher so oder so loswerden!

Die Verhaftung von Tusk fand am 18. 1. 1934 statt, zwischen den Drangsalierungen und den widerlichen Verhören versuchte er in der Zeit seiner Haft zweimal Selbstmord zu begehen! Ich denke, es ist hier sehr wichtig wichtiger als die Schilderung unseres Elternsonntags am selben Tag und unseres Abschieds vom Pfadfinderleben denn was mit Tusk geschah, traf auch einen jeden liberal denkenden Jugendlichen!

Tusks Verhaftungsgrund: "Zersetzung des Jungvolks und der Hitlerjugend" da die Mutter von Eberhard Koebel (Tusk) den Schnauz sehr gut kannte, trat sie an ihn heran, für die Freilassung ihres Sohnes sich hier in Berlin einzusetzen, was ihm durch seine Kontakte auch gelang. Nun erfuhr er auch den Verhaftungsgrund und auch die Bedingungen zur Haftentlassung von Tusk persönlich; er mußte sich zu folgendem verpflichten: völlige politische Enthaltsamkeit, keine Kontakte mehr, keine Verbreitung von Schrifttum also völlige Abstinenz, absolute Isolierung!

Der Besuch von Tusk auf unserer Insel blieb unbemerkt und seine unbehinderte Ausreise nach Schweden gelang. Es sei hier noch gesagt, zeitweilig trug Tusk zur Tarnung eine blonde Perücke, auch verkleidete er sich, um so seine ihn beobachtenden und verfolgenden Häscher abzuschütteln!



Vor dem 12er-Zelt auf der Bäreninsel a. d. H.:
Hintere stehende Reihe von links nach rechts: Bjonson, Storch, Sioux, Schnauz, Adlerauge, Büffel, Fuchs mit Schwester. Mittlere Reihe von links nach rechts: Bär, Lama mit Hund Prinz, Drach, tusk, Arnim und Luchs. Vordere Reihe von links nach rechts: Tangua, Dachs, Fisch, Specht (liegend), Gerti (r. außen, Schester von Drach und Sioux) und Erika Madow (hinter dem Zelt).

(aus: Der GRAUE REITER 109, S. 28.

 
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.