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Epilog

Lieber Schnauz, es ist eigentlich Deine Pfadfindergeschichte, und ich denke, daß es wichtig ist, Deine Dir fehlenden Berliner Sturmtruppjahre des von Dir gegründeten BBB-Stammes hier noch nachträglich als rekonstruierte Chronik aufzuzeichnen!

Aus dieser "Chronologie" ist auch gleichzeitig die Entstehung unseres Sturmtruppbundes, mit dem Ziel zur Völkerverständigung durch Jugendbegegnung, zu ersehen, aber die deutsche Geschichtsentwicklung lief unserem Ziel entgegengesetzt, da gab es keinerlei Disput, wir waren mit unseren Absichten hoffnungslos isoliert! Die Tragödie der "Deutschen Jugendbewegung" begann unter Hitler !

Du bist mir altersmäßig um 13 Jahre voraus und für mich war es sehr schwer, die sich plötzlich um mich herum radikal verändernde Umwelt zu begreifen. Ja wir waren mit "unserer Einstellung" zu Widerständlern, zu Feinden des NS-Staates geworden!

Du hattest allerdings als treusorgender Pfadfindervater für uns, wie ich es in der Chronik bereits berichtete, einen Unterschlupf, eine Tarnungsmöglichkeit, einen Aufenthaltsort in der TB des Jungvolks organisiert.

Ich habe Bilder aus "unserer Zeit" aufheben können, mein Erinnerungsalbum lag nicht in meiner am 18. 2. 1945 weggebombten Wohnung, so konnte ich damit die hier vorliegende Chronik illustrieren. Nun zu etwas anderem. Es ist wichtig, Folgendes klarzustellen! Du warst mit Tusk (Eberhard Köbel) durch ein gemeinsames Studium an der Kunstgewerbeschule zu Stuttgart bekannt, und ihr seid Freunde geworden. Beide ward ihr engagiert und organisiert als Pfadfinder, aber jeder hatte eine andere Vorstellung über Jugenderziehung die Auffassungen verliefen entgegengesetzt. Trotz dieser Distanz mit viel Toleranz seit ihr Freunde geblieben! Freund Tusk hatte in der Pfadfinderbewegung für große Unruhe gesorgt, erst gründete er die d j. 1. 11, wendete sich aber wieder von seinen Mitstreitern ab, schockierte die Jugend mit seinem Eintritt in die KPD und die Nationalsozialisten mit seinen Schriften.

Im Januar 1934 wurde Tusk vom SD verhaftet und in Sicherheitsverwahrung genommen. Mit großem Risiko hast Du, Schnauz, mit einigen anderen, Tusk damals aus seiner Haftverwahrung gelöst. In der Tat hatte er danach sehr zu fürchten, auf kaltem Weg liquidiert zu werden.

Auf Seite 28 habe ich den letzten Tag seines Aufenthaltes in Deutschland und seiner Begegnung mit uns, dem BBB-Stamm auf der Bäreninsel, vor seiner Ausreise nach Schweden geschildert. Meines Wissens nach haben die schwedischen Scouts Tusk dabei geholfen, unerkannt zu entkommen! Ich hoffe, hier mit meiner Tatsachenschilderung etwas Klarheit über seine Flucht und seine Gründe dazu geschaffen zu haben.
Hier aber noch ein Zitat aus einem Brief des Fritz Jeremias vom 1. 3. 1947 an Tusk in England ("Das Feldlager", Seite 383, von W. Paul): Die Opferbereitschaft der deutschen Jugend entsprang nicht der Treue an sich oder der zu Adolf Hitler, sondern der Treue zu Deutschland wo liegen sie alle, die besten der d j. 1. 11 in Rußland, im Westen und in Afrika, wer hat sie so erzogen, daß sie kalt und lachend in den Tod gingen?

Hitler sah gerade in meiner Generation die Soldatenreserve seiner "Kriegsgelüste"! Fast jeder zweite junge Mann kam aus diesem Krieg nicht wieder nach Hause.

Sehr zu empfehlen ist hier das Buch von Wolfgang Paul, "Das Feldlager Jugend zwischen Langemarck und Stalingrad" (ich habe aus diesem Buch auch einige für uns wichtige, damalige Ereignisse existentieller Art herausgeschrieben und sie für meine Chronik verwendet), eine erzählte Geschichte vom Wandervogel zur Hitlerjugend, erschienen im Bechtl-Verlag 1978.

Am 25. März 1939, ein halbes Jahr vor Kriegsausbruch, wurde die Jugenddienstverordnung, das heißt die Jugenddienstpflicht, verkündet! Diese Entsprach der des Arbeitsdienstes und der Wehrpflicht, die gesamte junge Generation hatte jetzt den Namen Hitlers zu tragen, jeder Gedanke an Freiwilligkeit wurde beseitigt.
Die Einzelgängerei von Jugendgruppen, auch der religiösen, insbesondere auch katholischer Jugendgruppen, wurde beendet, in das Millionenheer der HJ-Staatsjugend eingegliedert. So etwas hatte es in der bisherigen deutschen Geschichte nicht gegeben! Die HJ-Organisation führte am Kriegsende 1944/45 ihren bewaffneten Einsatz siehe auch "Werwölfe"!

Trotz allem gab es heimliche Kontakte von verschiedenen Pfadfindern und Gruppen, die Widerstand bis zum Schluß leisteten, auch bei uns hielten die Kontakte und über den Krieg hinaus an!

Nochmals, in sehr herzlichem Gedenken an Schnauz, an meine gefallenen BBB-Gefährten und die unseres Sturmtruppbundes, der wunderbaren Kameradschaft, auch in schwieriger Zeit, die stets auf einem hohen Niveau gepflegt wurde, möchte ich mich hiermit verabschieden und hoffe, daß diese BBB-Chronik mit ihren Bildern und Informationen gut ankommt!

Ich habe diese hier vorliegende Chronik auch deshalb aufgeschrieben, weil sie 15 Jahre meines Lebens und eine Zeit, die wir gemeinsam erlebt und durchlitten haben, betraf!

Mit einem herzlichem "Gut Pfad" verbleibe ich Euer Büffel

(aus: Der GRAUE REITER Nr. 109, S. 44 f.)

 
Die Bundesordnung
Der Sturmtrupp
BBB - Stamm Braune Bären Ber...
Prolog
Biografie Schnauz
Reichslager
Großfahrt Lappland
Vision Schnauz
Brand der BBB-Hütte
Nordischer Hof 1933
diverse Meldungen
Schwarzwaldgroßfahrt
in memoriam
Meldungen II/tusk
Die Brüder Drach
Meldungen III
Sturmtrupp Süd
Epilog
Die Zeit bis 1956
Die Zeit 1956-1968
Die Zeit 1969-1975
Neubeginn (1976-1986)
Die Zeit seit 1986
Führer des Bundes
Die Stämme
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.