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  Siebenbürger Wandervogel  
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Kurze Geschichte des Siebenbürgischen Wandervogel

Bereits 1907 wurden Gruppen des Österreichischen Wandervogel überall in den deutschen Gebieten Österreichs bis hinab ins ferne Siebenbürgen (Transylvanien, heute zu Runänien gehörig) gegründet. Bekannt ist, dass der Lehrer Theodor Fabini aus Schäßburg (Sighisoara) (http://www.ict.tuwien.ac.at/fabini/schbg/schbg.html), der in Berlin studierte seine Schüler nach wandervogelart in die Natur führte. Hermannstädter Gymnasiasten der Wandervogelgruppe Alwyl unter Führung von Capesius untenahmen eine 10-tägige Großfahrt von Hermannstadt (Sibiu) (http://www.sibiu.hermannstadt.ro/) nach Kronstadt (Brasov). Weitere Gruppen gab es in allen deutschen Städten zwischen Klausenburg (Cluj-Napoca) (http://www.klausenburg.ro/), Bistritz (Bistrita) und Hermannstadt (Sibiu) und Kronstadt (Brasov). Ausser in Kronstadt, wo die Bewegung von Handwerksburschen getragen wurde, ging sie im allgemeinen von Schülern der Gymnasien aus. 1918 wurde Siebenbürgen dem Königreich Rumänien zugeschlagen und im November des selben Jahres wurde der Siebenbürgische Wandervogel gegründet. In den 20er Jahren sind auch zahlreiche Mädchengruppen bekannt. Der Siebenbürgische Wandervogel wurde stark von deutschen Gruppen wie der schlesischen Freischar beeinflusst, mit denen gemeinsame Fahrten unternommen wurden und viele siebenbürgische Wandervogelgruppen wurden nach Deutschland eingeladen.



Bild des Schäßburger Wandervogel

1927 wurde die Arbeitsgemeinschaft Siebenbürger und Banater Wandervogelgruppen gegründet, die sich 1929 in Mediasch zum "Bund südostdeutscher Wandervögel" umbenennt. Die Banater Wandervögel unterhielten auch gute Kontakte zu den Wandervögeln im jugoslawischen Teil des Banat (im ungarischen Teil des Banat waren deutsche Vereinigungen verboten). In zahlreichen Arbeitslagern auf freiwilliger Basis wird die Schutzhütte am Bulea-See (Bilea-Lac) in den Südkarpaten wiederhergestellt. Heute befindet sich an der Stelle eine neu errichtete Hütte, die vom Deutschen Alpenverein bewirtschaftet wird. Unweit der Stelle befindet sich die ehemalige Bärenjagdhütte des Diktator Ceaucescu.

1934 wurden die Arbeitseinsätze von der rumänischen Regierung verboten, da man diese als neue Parteiorganisation ansah. Dei einzige zugelassene Organisaton der Deutschen in Rumänien, die "Deutsche Volksgruppe" führte diese Arbeiten dann mit den Wandervögeln weiter und es entwickelten sich daraus alle möglichen sozialen Einrichtungen wie Kindererholungslager, Schuldienst und andere. Viele Wandervogelgruppen bauten sich in alten Wehrtürmen oder aus Scheunen ihre Heime, wo sie ihre Nestabende abhielten, was stark zum Gemeinschaftsbewußtsein beigetragen hat. Später hat dann Walter Hatzak ein "Jugendherbergswerk" in Siebenbürgen aufgebaut.

Die Pfadfinder traten relativ spät in Erscheinung. Der Banater Student Karl Becker, kam im Wintersemester 1924/1925 in Freiburg/Breisgau erstmals in Kontakt mit dem Deutschen Pfadfinderbund und als er in den Sommerferien 1925 zurückkehrte fand seine Idee eigenen Pfadfindergruppen zu Gründen unter der älteren Schülerschaft des Temeschburger Realgymnasiums begeisterte Anhänger.
Diese erste Pfadfindergruppe im Banat wuchs und fand bald auch in Nachbarorten Anhänger. Drei Jahre Später kam es auch in Bistritz zur Gründung einer Pfadfindergruppe, die sich eng an den Stil und die Organisationsform des DPB in Deutschland anlehnte. Als äußeres Zeichen wurde die Pfadfinderlilie und die Pfadfinderkluft übernommen und sie nahmen auch an zahlreichen Treffen mit den ortsansässigen Wandervögeln teil. Auch gemeinsame Fahrten, gemeinsame Singetreffen und gemeinsamer Volkstanz sind
belegt. In Bistritz wurde gemeinsam mit dem Wandervogel ein Heim im Fassbinderturm bezogen. Es gab auch zahlreiche Treffen mit befreundeten Pfadfindergruppen des DPB aus Deutschland. Obwohl es seit 1912 auch rumänische Pfadfindergruppen gibt sind Kontakte zum DPB bisher nicht belegt. Zum Ende des Jahres 1935 löste sich die meisten Pfadfindergruppen auf, ihre Angehörigen traten in den "Deutschen Jugendbund in Rumänien" (DJR) ein, der der "Deutschen Volkspartei" unter Dr. Alfred Bonfert angeschlossen war. Die Pfadfindergruppen in Bistritz traten als Horst dem Wandervogel bei. In den 30er jahren nehmen nationalistische Tendenzen in der "Deutschen Volksgruppe" zu und es kam zur Spaltung in eine stark nationalistische "Deutsche Erneuerungsbewegung" und die gemäßigte oppositionspartei der
"Deutschen Volkspartei in Rumänien", die vom Wandervogelführer Fred Bonfert geführt wurde. Auch Bischof Walter Klein kam aus dem Wandervogel.



Bild von Siebenbürger Pfadfindern mit Fahrrad

Aus dem Wandervogel, der überwiegend streng lutherisch geprägt war, kamen schon früh kritische Stimmen zu Hitlers Politik. Die Wandervögel lernten auf ihren Wanderungen im Vielvölkerstaat Rumänien schnell, dass sie fremde Völker und Menschen genauso achten mußten wie das eingene Volk und dass die
Achtung und Liebe des eigenen Volkes auf der Achtung jeden anderen Volkes beruht.

Später mischte sich die Reichsregierung in Berlin in den Streit der "Deutschen Volksgruppe" ein. Die Führer beider Parteigruppen wurden nach Deutschland berufen und durch einen "Volksgruppenführer" ersetzt. Die Jugend wurde unter "bedingungslosen Gehorsam" auf den "Führer" eingeschworen. Damit wurde die Freiheit des Einzelnen und die Meißner-Formel, wo jeder "aus eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit sein Leben gestalten konnte" ausgelöscht.

Viele Wandervögel starben im Krieg oder Deportationen, von denen alle Deutschen in Rumänien nach dem Krieg betroffen waren und wo sie jahrelang unter menschenunwürdigen Zuständen in der Sovjetunion arbeiten mussten. So endete die Jugendbewegung in Siebenbürgen. Noch heute besteht aber ein "Siebenbürgischer Freundeskreis" des ehemaligen "Südostdeuschen Wandervogels".



Das Abzeichen des Siebenbürgischen Wandervogel, Silber Durchmesser ca. 15 mm.




Hier noch ein Bild von einer Fahrt der Schlesischen Jungenschaft aus der
Deutschen Freischar Anfang der 30er Jahre in Iasi (Rumänien).

(Kurt)

 
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.