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  Mit einer Elfe im Wanderstab (Krümel)  
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Mit einer Elfe im Wanderstab auf die Walz / Für zwei Jahre darf Stefan Bergmann seiner Heimatgemeinde nicht nächer als 50 km kommen

Krümel, langjähriger Stammesführer des Stamme Midgard, ist nun auf die Walz gegangen.
Hier ein Bericht aus der Regionalzeitung. Krümel, alles Gute für die nächsten zwei Jahre!

"Jetzt oder nie", hat sich Stefan Bergmann gedacht, und setzte nun ein Vorhaben in die Tag um, über das er lange nachgedacht hat. Der 25-Jährige aus Gaimersheim geht für mindestens zwei Jahre auf die Walz. Diese Woche holten ihn einige Kollegen ab, um ihn in eine Welt voller seltsamer Sitten und Gebräuche und geheimnisvoller Bruderschaften einzuführen.

Die Walz ist ein jahrhundertealtes Brauchtum, welches früher eine Notwendigkeit war, da nur der Meister werden konnte, der auch auf die Walz gegangen war. "Tippelei", so nennen die reisenden Wandergesellen und -gesellinnen selbst ihre traditionelle Wanderschaft. Sie sind Menschen, die im Heute leben, aber in der Tradition einen Rahmen finden, um das zu tun, was sie wollen: Lernen und Reisen. "Ich möchte meine Fähigkeiten erweitern und die Welt entdecken", so Stefan Bergmann vor seinem Aufbruch. Die Zahl der Gesellen, welche auf Wanderschaft gehen, nimmt langsam, aber stetig wieder zu. Derzeit sind etwa 900 Gesellen aus 30 verschiedenen Berufen in Deutschland, Österreich und Schweiz unterwegs. Zehn Prozent davon sind Frauen.



Empfang im Rathaus Gaimersheim. Bürgermeister Anton Knapp signierte als erster die "Fleppe",
das Wanderbuch des Gesellen.

Wie viele andere reist der gelernte Elektroinstallateur nicht auf eigene Faust, sondern hat sich dem Schacht der Freien Reisenden" angeschlossen. Dieser "Schacht" - es gibt noch einige andere - gibt seinen Mitgliedern Halt und Unterstützung. Deshalb bekam Stefan Bergmann kurz vor Beginn seiner Wanderschaft Besuch von Mark und Sebbl, zwei Altreisenden". Sie sind bereits über zwei Jahre unterwegs und begleiten als "Exportgesellen" das neue Mitglied die nächsten zwei Monate. Dabei machen sie ihn mit den Regeln und Ritualen vertraut, die zur Wanderschaft gehören. Wir zeigen ihm alles, was er wissen muss", so Sebbl. "Zuerst wandern wir ins Altmühltal, heraus aus dem Bannkreis und anschließend machen wir uns auf den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern, ergänzt Mark, der sich selbst Fremder-Freier-Maler" nennt und Stefan als "Jungsche" begrüßt. Die nächsten beiden Jahre darf Stefan Bergmann, diesen Bann kreis, der sich in 50 Kilometer Umkreis um seinen Heimatort legt, nicht überschreiten, außer für Hochzeiten und bei Todesfällen. Telefonieren ist nicht verboten.
Die finanzielle Ausstattung ist karg: Fünf Euro darf der frischgebackenen Wandergeselle in der Tasche haben. Geld für Reisen und für Übernachtungen darf er ebenfalls nicht ausgeben. Kein Problem, sagt Mark. "Man muss einfach auf die Leute zugehen." Dafür ist die Kleidung ebenso aufwendig wie auffallend. Die "Kluft" musste vorher erst vom Schneider angefertigt werden. Zu Stefans Bekleidung gehören Hut als Zeichen des freien Mannes, die Staude", das kragenlose weiße Hemd genannt wird, Weste, Jacke und Hose, die einer bestimmten Form entsprechen müssen. Die Weste besitzt genau acht Permuttknöpfe, die so angenäht sind, dass das Garn ein "Z" bildet. Ähnliches gilt für die Jacke, die aber nur über sechs Knöpfe verfügt. Die Ehrbarkeit", ein krawattenähnliches Tuch, der Ohrring und die Zunftuhrenkette vervollständigen die "Kluft". Wichtig ist der Stenz", der spiralförmig geschwungene Wanderstecken, der oft im Takt auf den Boden geschlagen wird. Der Überlieferung nach wohnt in ihm eine Elfe, die den "Tippelbruder" auf seiner Wanderschaft beschützen soll.

In dieser Ausstattung erwartet Stefan Bergmann sieben andere Wandergesellen. Gemeinsam gehen sie zum Bürgermeister. Anton Knapp signiert als erster die Fleppe, das Wanderbuch mit Dienstsiegel und Unterschrift und gibt dem Elektrogesellen ein Geschenk und viele gute Wünsche mit auf den Weg. Im Anschluss versammelten sich Verwandte und Freunde auf dem Markplatz um sich offiziell zu verabschieden. Mit auf dem Weg bekommt Stefan Bergmann von seinen Mitwandergesellen, viele nützliche Dinge geschenkt. Angefangen von einer Flasche Wein, einer Wanderzahnbürste, Erde aus der Heimat, Pflaster, Tabletten und ähnliches. Alles wird in ein "Charlottenburger" genannte Tuch getan, in dem Bergmann künftig sein Hab und Gut unterbringen wird und das er am Stecken über der Schulter trägt. Bereits am Ortsschild wartet auf den Jungsche" das erste Ritual. Er muss dort ein Loch graben, in das er eine Flasche Hochprozentiges verbuddelt. Am Tag seiner Rückkehr soll er sie wieder herausholen. Allein dafür war eine Stunde nötig, was aber sicher nichts mit dem ausgiebigen Zuprosten in den vergangenen Stunden zu tun hatte. Anschließend waren Stefan Bergmanns Kletterkünste gefragt. Er musste über das Ortsschild kraxeln, um sich so für die nächsten 24 Monaten endgültig von Gaimersheim zu verabschieden.



Ein letzter Blick auf das Ortsschild, dann geht Krümel auf Wanderschaft.

(aus: DK, 25./26. September 2004)

 
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November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
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