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  Kleine Pfadfindergeschichte  
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Die Beschäftigung mit den Wurzeln und Ursprüngen unserer heutigen Pfadfinderarbeit wird oft mit dem langweiligen Geschichtsunterricht aus der Schule verwechselt. Ohne aber zu wissen, wo wir herkommen, wird es schwierig, den richtigen Weg in die Zukunft zu finden. Es gibt viele Situationen, in denen Hintergrundwissen über die Geschichte und Entwicklung der Pfadfinder in Deutschland und der Welt wichtig und nützlich sind. Das beliebteste Beispiel ist sicher die Situation, in der wir uns gegen Vorwürfe verteidigen müssen, wie die Hitlerjugend zu sein". Was antwortet Ihr dem Pfadfinder aus den Niederlanden, der wissen will, warum die Deutschen immer diese häßlichen schwarzen Zelte und Kleidungsstücke benutzen und was dem englischen Leader, warum die deutschen Sippen und Stämme so komisch organisiert sind? Waren die Pfadfinder im 3. Reich wirklich eine verfolgte Minderheit? Wie kann man bei einer Fahrt nach Osteuropa Pfadfinder von einer totalitären Staatsjugend abgrenzen?

Weil ein wenig Geschichte wichtig ist, kommt auch der Sippenführer" nicht ohne einen kurzen Abriß aus. Natürlich ist er nicht vollständig, die wichtigsten Etappen sollen aber skizziert werden.

Die Anfänge der Pfadfindergeschichte sind untrennbar mit der Person Baden-Powell verbunden und um ihn dreht sich deshalb der erste Abschnitt. Dann folgt ein Kapitel über die internationale Verbreitung der Pfadfinderidee bis zur Entwicklung zu den beiden Weltverbänden. Den größten Raum nimmt als drittes die Geschichte der Pfadfinder in Deutschland ein.

Baden-Powell

Jedem Pfadfinder in der ganzen Welt sind die Buchstaben B.P. ein Begriff. Bezeichnen sie doch den Chiefscout of the world", Sir Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, Lord of Gilwell.

Um den tieferen Sinn der Pfadfinderbewegung verstehen zu können, muß man sich zuerst mit der genialen Schöpferfigur beschäftigen, die durch ein Buch die Grundlage zu der großen pädagogischen Bewegung legte, die heute die ganze Welt umfasst.

B.P. wurde am 22. Februar 1857 als fünftes Kind von insgesamt sieben in London geboren. 2 Jahre später verstarb sein Vater, Professor für Theologie, Naturwissenschaften und Geometrie. Bereits 19 Jahre später trat B.P. in die militärische Laufbahn ein, welche ihn zuerst nach Indien und später nach Afrika führte. Während dieser Zeit nahm B.P. die Eindrücke und Erkenntnisse auf, die sich später bei der Gründung der Pfadfinderbewegung als überaus fruchtbar erwiesen.

So z.B. sind folgende persönliche Erlebnisse Baden-Powells in den Grundlagen der heutigen Pfadfinder nachweisbar: B.P. entwickelte in der Armee in Indien das Patrolsystem. In der Pfadfinderarbeit gilt das Prinzip der kleinen Gruppe" (Patrol=Sippe). Ferner erfand B.P. als Auszeichnung und Kennzeichnung der Armeekundschafter das Abzeichen Arrowhead" (Pfeilspitze). Aus dieser Idee entwickelte sich die Lilie als Pfadfinderabzeichen.

Eine sehr wichtige Begebenheit für die Entwicklung der Pfadfinderarbeit ist die Begegnung mit Rudyard Kipling, dem Verfasser der Dschungelbücher. Kipling beschreibt ein Menschenkind, das bei den Tieren im indischen Dschungel aufwächst, deren Sprache und Lebensgewohnheiten erlernt und die große Tierfamilie begreift. Dieses Buch diente u.a. Walt Disney als Vorlage für den weltbekannten Zeichentrickfilm Das Dschungelbuch". Aus dieser Begegnung mit Kipling sind folgende, heute noch gebräuchliche Begriffe der Pfadfinderarbeit abzuleiten: Wölflinge" als Bezeichnung der Kinderstufe in der Pfadfinderarbeit, Akela" als Bezeichnung für den Leiter von Wölflingen, Baghira" als Bezeichnung für die Helfer der Akelas. Auch die weitere Symbolik in der Pfadfinderarbeit, vor allem in der Kinderstufe, ist auf Kipling zurückzuführen. (Treffen am Ratsfelsen, Wolfsgeschrei etc.)

Aus den Treffen mit verschiedenen afrikanischen Stämmen, erhielt B.P. weitere Anregungen für die Pfadfinderidee. Die Gebräuche der Zulus fanden ihren Niederschlag im Pfadfinderpfiff und in den Pfadfindertänzen. Die Askantin Expedition" brachte den Pfadfindern das Signalverfahren mit Trommel und Rauch. Die Idee des Jamboree", des im vierjährigen Rhythmus stattfindenden internationalen Pfadfindertreffens stammt von den Buschmännern.

Diese und andere Erkenntnisse setzte B.P. in seinem ersten Buch Aids to scouting" für die Ausbildung der Kundschafter in der britischen Armee um. Das Buch erschien 1899, gerade als er im Verlauf des Burenkrieges die Leitung der Verteidigung der belagerten Stadt Mafeking hatte, und fand bald Einlaß als Erziehungsmittel in verschiedenen Knaben- und Mädchenschulen. In diese Zeit fällt auch die Entstehung einer britischen militärischen Jugendorganisation, der Boys Brigade". B.P. wird 1903, nach einer Parade dieser Organisation aufgefordert, sein Buch Aids to scouting" für diese Boys Brigade" umzuschreiben. B.P. beschäftigte sich einige Jahre intensiv mit dem Problem der Jugenderziehung und entwickelte nach und nach eine Erziehungsmethode, die in der Welt ihresgleichen sucht".

Schließlich 1907 ist es soweit. B.P. fährt mit einer Gruppe von Jugendlichen aus allen Bevölkerungsschichten auf das erste Zeltlager der Pfadfindergeschichte auf Brownsea Island" vor der Küste Englands. Die Teilnehmer trugen eine einheitliche Uniform, um die sozialen Unterschiede nicht erkennbar werden zu lassen. Das Lager bestätigte Baden-Powells Methode in allen Punkten und übertraf sogar noch seine Erwartungen. B.P. schrieb daraufhin sein nächstes Buch Scouting for Boys". Eigentlich als Arbeitsbuch für die Boys Brigade" gedacht, entwickelte sich das Buch zu einem Bestseller. Die Jugendlichen schlossen sich zu Gruppen zusammen, ohne jedoch der Boys Brigade" beizutreten. Bereits ein Jahr nach dem Erscheinen des Buches trafen sich 11.000 Pfadfinder in London. 1910 zählte die Bewegung bereits 100.000 Mitglieder. Überall auf der Welt traf die Idee B.P.'s auf fruchtbaren Boden. Pfadfindergruppen schossen wie Pilze aus dem Boden. B.P. wurde von seinen Aufgaben in der Armee freigestellt, um sich ausschließlich der Pfadfinderbewegung widmen zu können.

Seine Frau, Olave St. Clair Soames, die er 1912 heiratete, war von seiner Idee ebenfalls so begeistert, daß sie den Anstoß zur Gründung von weiblichen Pfadfindergruppen gab. Kaum beeinträchtigt durch den ersten Weltkrieg, trafen sich Pfadfinder aus 21 Nationen zum ersten Jamboree 1920 in London, bei dem B.P. zum Chiefscout of the world" gewählt wurde.

In der Folgezeit unterstützte und leitete B.P. die Gründung der Wölflings- und Roverarbeit. Weitere Bücher ergänzten die Pfadfinderidee und förderten deren Verbreitung.

B.P. starb, fast 84-jährig, am 6. Januar 1941 auf seiner Farm in Nyeri bei Nairobi in Kenia und wurde dort beerdigt.

Die Entwicklung des internationalen Pfadfindertums

Schon 1908 entsteht nach dem Erscheinen des Buches Scouting for Boys" das erste Boy Scouts Office" in London. Das Buch verbreitet die Idee der Pfadfinderarbeit weltweit. In aller Welt werden Pfadfindergruppen gegründet, was 1920 zum ersten Jamboree in London führt. Das Internationale Büro" wird in London gegründet und die Pfadfinder organisieren die ersten Weltkonferenzen für Mädchen bzw. Jungen. 1922 wird die Weltpfadfinderorganisation der Jungen, die World Organisation of the Scout Movement" (WOSM) gegründet. Nachdem 1924 das zweite Jamboree in Dänemark stattfindet, werden alle vier Jahre Jamborees veranstaltet, nur unterbrochen durch den zweiten Weltkrieg. Die Weltpfadfinderinnenorganisation der Mädchen, die World Association of Girl Guides and Girl Scouts" (WAGGGS), wird 1928 offiziell gegründet.

Die internationale Pfadfinderbewegung wächst stetig und probiert immer wieder neue Aktionen aus. 1958 findet das erste Jamboree on the Air" (JOTA) statt, 1997 das erste Jamboree on the Internet" (JOTI). Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks Anfang der 90er expandieren WAGGGS und WOSM in den Osten. Im März 1998 gibt es in 149 Ländern offizielle Pfadfinderorganisationen. Nur noch 6 Länder auf der Welt haben keine Pfadfinderarbeit: Andorra, China, Kuba, Nordkorea, Lao und Myanmar.

1992 haben WAGGGS und WOSM ein gemeinsames Europa-Büro in Brüssel geöffnet. Europa ist das Pilotprojekt" für eine bessere Zusammenarbeit der beiden Weltverbände. Auf der Europa-Konferenz in Luxemburg 1997 wurde diese enge Zusammenarbeit zum Teil wieder aufgekündigt. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Zeittafel - 90 Jahre Pfadfinder

1857

Am 22. Februar wird Robert Stephenson Smyth Baden-Powell in Paddington bei London geboren.

1889

Am 22. Februar wird Olave St. Clair Soames geboren. Sie hat Baden-Powell 1912 geheiratet.

1907

Vom 29.7. bis 10. August findet das erste Pfadfinderlager auf Brownsea Island statt.

1908

"Scouting For Boys" erscheint. Das erste "Boy Scouts Office" wird in London eröffnet.

1909

Die Mädchenpfadfinder bilden sich in England.

1912

Baden-Powell heiratet Olave.

1914

Beginn des ersten Weltkrieges (bis 1918)

1916

Das "Wolf Cub"s Handbook" erscheint und die Wölflingsarbeit startet.

1919

Die Pfadfinder übernehmen den Gilwell Park bei London. Hier finden die ersten Führerschulungen in Form von Woodbadge-Kurse statt.

1920

Auf dem 1. Jamboree in Olympia, London wird Baden-Powell zum "Chief Scout of the World" ernannt. In diesem Jahr finden auch die ersten Weltkonferenzen der Mädchen- und Jungenpfadfinder statt und das "Internationale Büro" wird gegründet.

1922

In Foxlease wird das erste "Training Centre" der Girl Guides eröffnet. Eine Erhebung aller Pfadfinder ergibt: 1.019.205 Mitglieder in 31 Ländern.
WOSM wird offiziell gegründet.

1924

Das 2. Jamboree wird in Kopenhagen, Dänemark ausgerichtet. Die Girl Guides machen ihr erstes "World Camp" in Foxlease, England.

1925

Das internationale Zentrum in Kandersteg wird eröffnet.

1926

Das Welt-Büro der Girl Guides wird in London eröffnet.

1928

Die "World Association of Girl Guides and Girl Scouts" (WAGGGS) wird offiziell gegründet.

1929

Das 3. Jamboree findet wieder in England statt (Birkenhead bei Liverpool). Baden-Powell wird zum "Lord of Gilwell" ernannt.

1930

Olave Baden-Powell wird "Chief Guide of the World".

1932

Der "Thinking Day" wird zum ersten mal bei den Mädchenpfadfindern gefeiert. Eröffnung des Pfadfinderinnenzentrums "Our Chalet" in Adelboden/Schweiz.

1933

In Gödöllö, Ungarn findet das 4. Jamboree statt.

1937

5. Jamboree in Vogelenzang, Holland.

1939

Gründung des Pfadfinderinnenzentrums "Our Ark" in London.

1941

Am 8. Januar stirbt Baden-Powell in Nyeri/Kenia.

1946

Das Weltpfadfinderinnen-Kleeblatt kommt heraus.

1947

In Moisson, Frankreich findet das erste Jamboree nach dem Kriege statt (insgesamt das sechste). Es trug den Titel "Friedens-Jamboree". 1950 Der Ring Deutscher Pfadfinderbünde wird offizielles Mitglied des Weltpfadfinderverbandes. Der Ring Deutscher Pfadfinderinnenbünde tritt als "Tenderfoot-Member" in den WAGGGS ein. In 50 Ländern gibt es ca. 5 Millionen Pfadfinder.

1951

Das 7. Jamboree findet in Bad Ischl, Österreich statt (darunter 160 CPer).

1954

Der Ring Deutscher Pfadfinderinnenbünde wird Vollmitglied im WAGGGS.

1955

8. Jamboree in Niagara, Kanada (darunter 28 CPer).

1957

Die Pfadfinderbewegung wird 50 Jahre alt. Das 9. Jamboree (darunter 600 CPer) findet zusammen mit dem 6. World Rover Moot in Sutton bei Birmingham in England statt. Das Internationale Büro zieht von London nach Ottawa in Kanda um.

1958

Das erste "Jamboree on the Air" (JOTA) wird ausgerichtet.

1959

10. Jamboree in Makiling Park, Philippinen.

1963

11. Jamboree in Marathon, Griechenland (darunter 180 CPer).

1965

Es gibt weltweit ca. 10 Millionen Pfadfinder.

1967

12. Jamboree in Idaho, USA.

1968

Das Weltbüro zieht von Ottawa um nach Genf, Schweiz.

1969

Der Gilwell Park wird 50 Jahre alt. Es gibt 12 Millionen Pfadfinder auf der Welt.

1971

13. Jamboree in Asagiri Heights, Japan (darunter 171 CPer). In über 100 Ländern gibt es Pfadfinder.

1975

14. Jamboree (darunter 341 VCPer) in Lillehammer, Norwegen

1979

Das 15. Jamboree im Iran wird abgesagt. Es gibt "Join-In-Jamborees" rund um die Welt.

1982

"Year of the Scout". Die Pfadfinderbewegung wird 75 Jahre alt.

1983

15. Jamboree in Calgary, Kanada (darunter 362 VCPer).

1985

30. Welt-Pfadfinderkonferenz in München.

1987

16. Jamboree in Sidney, Australien (darunter 210 VCPer).

1991

17. Jamboree in Seoul, Korea (darunter 250 VCPer).

1992

Zusammengehen der Europaregionen von WOSM und WAGGGS, gemeinsames Büro in Brüssel.

1995

18. Jamboree in Holland (darunter 423 VCPer).

1998

19. Jamboree in Chile (98/99)

2000

Rover-Moot in Mexiko

2003

20. Jamboree in Thailand

Die Entwicklung der deutschen Pfadfinder

Jugendbewegung 1901-1914

Die deutschen Pfadfinder wurden nicht nur durch das Buch Scouting for Boys" beeinflußt, sondern durch mehrere typische deutsche Einflüsse. Deshalb gehört zur deutschen Pfadfindergeschichte auch die Jugendbewegung.

Die Jugendbewegung läßt sich zurückverfolgen bis in das Jahr 1901, der Gründung des Wandervogels. Danach entstanden eine Vielzahl von Wandervereinen, Wander- und Abstinenzlergruppen. Darüber hinaus gab es diverse Abspaltungen vom Wandervogel. Die Gründungsursache war wohl zunächst eine Reaktion auf das Stadtleben unter dem Aspekt Raus in die Natur". Bei den Jugendlichen entwickelte sich ein wachsender Widerstand gegen die starren, einengenden (spieß-) bürgerlichen Lebensformen in Familie, Schule und Staat. Letztlich war der Wandervogel eine Flucht der Jugendlichen vor der Erwachsenenwelt auf der Suche nach etwas Neuem. Neben dem Wandern und dem sich Aufhalten in der Natur waren Volkslied und Volkstanz bestimmende Elemente des Wandervogellebens. Kritiker werfen dieser Jugendbewegung" vor, auf der Suche nach etwas Neuem eher Altes gefunden zu haben. In diesem Zusammenhang ist auch die Wiederentdeckung der Romantik zu sehen.

Die große Tat des Wandervogel war die Selbstfindung und Selbstkonstituierung der Jugend, was er aber selbst nicht wußte und womit er auch nichts anfangen konnte." (W. Helwig: Die blaue Blume S. 72). Daß dies geschah, war vom Wandervogel nicht beabsichtigt, wurde somit auch nicht gefördert. Es konnte auch kein Interesse daran bestehen, daß Jugend sich als selbständige Gruppierung verstand, waren doch die Leiter in der Regel Erwachsene. Jugendbewegung im wirklichen Sinne entstand erst 1913 mit dem Aufruf zum Meißner-Treffen", der wesentlich von kleineren Bünden unterstützt wurde. Der Wandervogel nahm offiziell nicht teil, was die Jugendlichen aber nicht weiter interessierte. Eine große Zahl von Wandervögeln erschien zu dem Treffen. Die gemeinsam verabschiedete Meißnerformel war Ausdruck einer Jugendkultur, die sich bewußt gegen die Erwachsenenwelt abgrenzen wollte. Interessant auch, daß viele Reden einen pazifistischen Einschlag hatten, während der Zeitgeist eher in eine andere Richtung ging.


Die Meißner-Formel

Die freideutsche Jugend will ihr Leben
aus eigener Bestimmung
vor eigener Verantwortung
in innerer Wahrhaftigkeit gestalten.
Für diese innere Freiheit
tritt sie unter allen
Umständen geschlossen ein.
Alle Veranstaltungen der freideutschen Jugend
sind alkohol- und nikotinfrei.

Der letzte Satz war von Anfang an umstritten und erscheint in einigen Dokumentationen nicht. Er gilt als Zugeständnis an die Lebensreformer und Abstinenzler. Diese hatten teilweise andere Interessen und prägten das Bild der Jugendbewegung nur kurze Zeit.

Kritisch betrachtet war der Meißner wohl nicht mehr als ein großes Jugenderlebnis, denn die nach dem Treffen einsetzende öffentliche Gegenreaktion einerseits und das Stillhalten der in den Bünden Maßgebenden andererseits zerstörte schnell die Wirkung des Meißner und die Aufbruchstimmung der Jugend. Das Meißnertreffen als das Treffen der deutschen Jugend sollte zudem nicht überschätzt werden, es trafen sich dort etwa nur 4.000 Jugendliche! Zerstört wurde die Jugendbewegung durch den 1. Weltkrieg. Viele Wandervögel, in der Regel Kriegsfreiwillige, wurden getötet, nach dem Krieg fehlte es an Führern. Die einzelnen Vereinigungen innerhalb der Jugendbewegung waren, verglichen mit der bündischen Phase der 20er Jahre, eher locker. Es gab männliche und weibliche Mitglieder (allerdings in getrennten Gruppen). Uniformierungen waren nicht üblich. Stilelemente und Formen, wie sie später entwickelt wurden, fehlten. Triebkraft des gemeinsamen Tuns war das jugendliche Miteinander, die Vereinigung (Bund, Verband) als solche hatte keinen Stellenwert.

Dr. Alexander Lion brachte 1909 die deutsche Übersetzung von B.P.'s Buch Scouting for boys" heraus. Er hatte B.P. vorher persönlich getroffen. Das "Pfadfinderbuch" war aber keine wörtliche Übersetzung von "Scouting for Boys", sondern ein deutsches Buch, das sich an "Scouting for Boys" nur anlehnt und orientiert. Zu der Zeit wäre es nicht möglich gewesen, eine englische Idee unverändert nach Deutschland zu übernehmen. Lion brachte Erfahrungen und Geschichten aus den deutschen Kolonien ein. Die deutschen Pfadfinder vor dem 1. Weltkrieg waren sehr stark militärisch organisiert. Es gab keine demokratische Struktur, sondern erwachsene Führer wurden eingesetzt. In der Regel bestand die verantwortungstragende Schicht aus älteren Soldaten, Lehrern, Erwachsenen und Beamten.

Die bündische Phase 1919-1933

Nach dem 1. Weltkrieg waren viele Führer der Pfadfinder und der Jugendbewegung gefallen, verschollen oder invalide, so daß es einen gewissen Neuanfang geben mußte. In der jungen "Weimarer Republik" entstand die typisch deutsche "bündische Jugend".

Bündische Jugend" ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Jugendbünden. Ihr grundsätzlicher Unterschied zu den anderen Jugendorganisationen war, daß sie gruppen- und erlebnisorientiert und nicht programm- und ergebnisorientiert waren. Ihre Mitglieder kamen aus dem bürgerlichen Spektrum, Arbeiterjugend und Oberschicht spielten kaum eine Rolle, obwohl sich die Bünde als schichtübergreifend verstanden. Es gab Anfang der 20er Jahre Ansätze einer Arbeiterjugendbewegung, die verschwand aber wieder zugunsten einer parteipolitisch orientierten Arbeit. So haben die Falken z.B. durchaus bündische Tradition.

Kennzeichen dieser neuen Jugendbewegung" waren wesentlich straffere Formen (gemeinsame Kluft, Marschieren im Gleichschritt) als es bei den Wandervögeln vorher üblich war. Man entwickelte sich weg vom antibürgerlichen Lebensstil des Altwandervogels hin zum disziplinierten, zum Ausleseprinzip. Mönchs- bzw. Ritterordensausprägungen wurden modern. Gleichzeitig entwickelte sich auch die bündische Jugend" zu einer eher männlichen Gruppierung. Gemischte Bünde wurden die Ausnahme, Mädchenbünde spielten in der bündischen Jugend eine untergeordnete Rolle. Der Sinn des Jungen geht zum Bund, das Trachten der Mädchen zur Paarung" (Kneip/Liebs/Zimmermann: Vom Geheimnis bündischer Führung, S. 12), ist in einem Rundbrief der sächsischen Jungenschaft 1920 zu lesen.

Die Entwicklung sowohl der Pfadfinder als auch der bündischen Jugend ist charakterisiert durch die Annäherung bzw. Verschmelzung zwischen Jugendbünden aus der Tradition des Wandervogels und Pfadfinderorganisationen, die nach dem 1. Weltkrieg ihre paramilitärischen Ausprägungen aufgaben, Disziplin und straffe Formen aber bewahrten. Man übernahm gegenseitig voneinander Methoden und Begrifflichkeiten.

Die endgültige Absage an die Vorkriegspfadfinderei und die Annahme des Bündischen wurden auf einem (Pfadfinder-)Bundestreffen 1922 formuliert. Die nun verkündeten Hochziele des Bundes stellten wieder den Jungen und die Gruppe als Lebensgrundlage und die Pflichten und Verantwortung des Führers als Vorbild in den Mittelpunkt des Bundeslebens. Alles Können dient dem Bunde ohne Sonderinteressen und Nebenzwecke; der Bund lebt aus eigenem Gesetz und wird erlebt in den Gruppen, die durch Ideen des Pfadfindertums verbunden sind." (W.Helwig: Die blaue Blume, S. 230).

Die sogenannte Strahlungskraft des Bundes muß wohl einerseits das Faszinierende, andererseits aber auch das sein, was eine Erklärung des Bündischen nur schwer möglich macht.

Besonders erwähnen muß man an dieser Stelle die d.j.1.11 (deutsche jungenschft vom 1.11.1929) und ihren Gründer tusk (Eberhard Koebel). Dieser Bund hat es geschafft, durch enorme Kreativität und einen ganz eigenen Stil, Einfluß auf einen großen Teil der bündischen Jugend zu nehmen. Von der d.j.1.11 stammen viele Lieder, die Kohte, Jurte und die Juja (Jungenschaftsjacke).

Christliche Pfadfinder

Ab 1910 gab es vereinzelt Pfadfindergruppen im CVJM. Der Dresdner Fritz Riebold initiierte 1920 die Tatgemeinschaft Sachsen", die als Vorgänger der Christliche Pfadfinderschaft gilt. Evangelische Mitarbeiter erkannten, daß sich die Pfadfinderidee sehr gut mit christlichen Zielen verbinden läßt. Es sind auch nicht zufällig 10 Pfadfindergesetze. B.P., der Pastorensohn, stellte bewußt eine Verbindung zu den 10 Geboten her. B.P. und die Pfadfinderbewegung verlangten von Anfang eine Bindung des Pfadfinders zu Gott.

Während einer Führertagung in Neudietendorf/Thüringen werden 1921 die "Neudietendorfer Grundsätze" beschlossen und die CP gegründet. 1922 beginnt "Mutter Riebold", die Frau von Fritz, mit christlicher Mädchenpfadfinderarbeit, dem Vorläufer des "Bundes Christlicher Pfadfinderinnen" (BCP). Aus der Arbeit des Burckhardthauses, einer Zentrale für evanelische Mädchen- und Frauenarbeit, entsteht 1926 der "Evangelische Mädchenpfadfinderbund" (EMP). Die CP wächst bis 1933 stetig und veranstaltet 1933 das letzte große Reichslager bei Coswig.

Die CP muß 1933 alle Minderjährigen Mitglieder entlassen. Die Kreuzpfadfinder dürfen weitermachen, allerdings ohne auf Fahrt zu fahren und ohne Kluft zu tragen. Es gibt wenige illegale Fahrten. 1937 wird die CP endgültig verboten.

Pfadfinder im 3. Reich

Die meisten Bünde waren konservativ geprägt, Deutschtum und Volk spielten in ihren Gedanken eine große Rolle. Einige Bünde (z.B. sächsische Jungenschaft) sahen ihr Ziel darin, den Volksbund zu stiften. Unter diesem Leitmotiv standen ihre Großfahrten zu deutschen Volksgruppen im Ausland sowie ihre freiwilligen Arbeitslager im Grenzland zu Polen (aus der Sorge heraus, die dort ansässigen Bauern könnten aufgrund ihrer schlechten Erwerbslage das Land verlassen und den Polen schutzlos" preisgeben).

Diese nationalgesinnte, z.T. völkische Ausrichtung war aber nicht bewußtes Leitmotiv für Programme und politisches Handeln in irgendeiner Form. Vielmehr führte man ein Oasendasein, gab sich bewußt unpolitisch, um nicht die Gemeinschaft innerhalb des Bundes zu gefährden. Menschen, die politisch in allen Lagern vom Nationalsozialistisch bis zum Sozialismus standen, beugten sich dem Bild des Bundes und dem in seinen Grenzen verwirklichten Ziel der Volkseinheit." (Kneip/Liebs/Zimmermann: Vom Geheimnis bündischer Führung, S. 123).

Der Weimarer Republik bzw. der demokratischen Staatsform konnte die bündische Jugend nicht viel abgewinnen. Seine (des Staates) Toleranz erschien ihnen als Schlappheit, seine Friedensliebe als Feigheit. Einige Bünde sympathisierten mehr oder weniger offen mit den nationalistischen Parteien, ein großer Bund, die deutsche Freischar bekannte sich zumindest zeitweise und mit Vorbehalt zur Demokratie." (Freies Bildungswerk Balduinstein (Hrsg.): Bündisch ist..., S. 65). Teile des nationalsozialistischen Gedankengutes erschien den Bündischen" als durchaus erstrebenswert, anderes ( z.B. das paramilitärische) wurde abgelehnt. Insgesamt stand man dem deutschen Nationalsozialismus wohl eher positiv tolerierend als negativ ablehnend gegenüber und ging wohl auch nach der Machtübernahme im Januar 1933 davon aus, daß man sich mit den neuen Machthabern arrangieren könne. Erst ihr Verbot im Juni 1933 brachte die Erkenntnis, daß außer der Hitlerjugend keine anderen Jugendorganisationen in diesem Staat Platz haben würden. Die Bünde sind wie heute ein Spiegel der Gesellschaft, wenn eine Mehrheit der Deutschen für die Nazis gestimmt hat, können die Pfadfinder hier keine Ausnahme gebildet haben.

Kritiker werfen den Jugendbünden vor, die HJ unterstützt zu haben. Das hat damit zu tun, daß eine große Anzahl älterer Führer und auch Jungen in die HJ bzw. das Jungvolk übertraten. Bündische Autoren erklären, daß hiermit versucht wurde, die HJ zu unterwandern und das Bündische unter dem organisatorischen Deckmantel HJ" zu erhalten (solche Versuche scheiterten aber nach kurzer Zeit durch den politischen Druck in der HJ). Viele Gruppen sind aber schlicht aus politischer Über-zeugung in die HJ eingetreten.

Widerstand gab es während der Verbotszeit nur vereinzelt. Am bekanntesten sind die Aktionen von Hans und Sophie Scholl aus der Gruppe weiße Rose". Die beiden Geschwister sind in ihrer Jugendzeit durch die d.j.1.11 geprägt worden. Stauffenberg, der das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 ausführte, kam von den Neupfadfindern. Sein Adjudant war CP-ler. Die Edelweißpiraten gehören nicht zur Jugendbewegung, da sie erst in der Verbotszeit entstanden sind. Widerstand hatte also meist nur indirekt mit den Pfadfindern oder der Jugendbewegung zu tun.

Katholische Pfadfinder breiteten sich erst 1929 in Deutschland aus und erreichten ihre höchste Mitgliedsstärke als die anderen Bünde in der Nazizeit verboten wurden. Aufgrund eines Abkommens zwischen dem Papst und der faschistischen deutschen Regierung, blieb die katholische Arbeit lange Zeit unberührt bestehen. Erst 1938 brach Hitler das Abkommen und Verbot den DPSG. Die DPSG hatte in der Zeit des Verbots wachsende Mitgliederzahlen.

Es bleibt wichtig festzuhalten, daß entgegen vieler Mythen und Legenden die Pfadfinder zwar von den Nazis verboten wurden und auch z.T. probiert haben, sich gegen dieses Verbot zu wehren aber nicht am aktiven Widerstand beteiligt waren. Die Pfadfinder waren nicht besser als der Rest der Deutschen, auch wenn uns heute z.B. Lieder wie "Die Edelweißpiraten" ein solches Gefühl vermitteln wollen.

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg

Der kurzen Übergangszeit unter der Obhut der Besatzungsmächte folgten relativ geschlossene, einheitlich und in ruhiger Anpassung verlaufende Jahre, bis es unter dem Druck eigenwilliger Strömungen zu Abspaltungen und damit zur Entstehung eigenständiger, meist kleinerer Gruppierungen kam. Weiträumige, großbündische Gebilde, wie sie die Zeit vor 1933 so eindrucksvoll charakterisiert hatten, entstanden nicht.

Gleichwohl erreichte die Gesamtzahl der Pfadfinder eine ansehnliche Größe. Erinnerungsimpulse und führende Aktivitäten aus den Kreisen überlebender Älterer kamen den Gruppenmotivationen der Jüngeren und ihrer Neugier auf ein freies Pfadfinderleben nach ausländischen Vorbildern zu Hilfe. Es wurde somit eine gewisse Kontinuität wiedergefunden, die anderen Bünden der 20er Jahre versagt bleiben mußte. Den Pfadfindern, besonders den konfessionellen Verbänden, schien die Gunst der Stunde zu gehören. Trotz der hohen Mitgliedszahlen kann man kaum davon sprechen, daß die aktiven Schichten der jungen Generation repräsentativ in den Bünden vertreten waren. Diese bevorzugten jetzt kleingruppliche Gesellungsformen und verzichteten damit mehr oder minder auf größere gesellschaftliche Repräsentanz.

In dieser Zeit traten die deutschen Pfadfinder zum ersten Mal richtig auf die internationale Ebene. 1950 wurde der Ring deutscher Pfadfinder Mitglied bei WOSM und 1954 der Ring Deutscher Pfadfinderinnen Mitglied bei WAGGGS. Vor dem 2. Weltkrieg waren die Pfadfinder zu zersplittert und zu nationalistisch eingestellt, um eine Mitgliedschaft zu erlangen.

Die große Krise: 1968

Das Bild änderte sich ab Mitte der 60er Jahre völlig. Ein tiefer Generationskonflikt entlud sich in außerparlamentarischer Opposition, studentischen Unruhen und der Verwerfung von bisherigen Erziehungsmethoden. Die Pfadfinderei blieb davon nicht verschont: Sie reagierte mit heftigen Auseinandersetzungen, Spaltungen und vor allem mit Mitgliederschwund. In den meisten Jugendverbänden wurde mit antiautor-itärer Pädagogik und mit politischer Bildung experimentiert, da z.B. politische Neutralität als Anpassung an die bestehenden Machtverhältnisse und damit als Verhinderung von Widerstandspotential verworfen wurde. Der BDP wurde sogar von Linksradikalen und Kommunisten unterwandert, die die schon bestehenden Verbandsstrukturen nutzen wollten und über den Bund Zugang z.B. zum Bundesjugendring und der internationalen Ebene erlangen wollten.

Man kann gewisse Ähnlichkeiten mit dieser Phase und dem Sturm und Drang der frühen 20er Jahre erkennen. Beide Male brachten tiefe gesellschaftliche Veränderungen die deutsche Jugend in schwere Erschütterungen, die Formenwelt der Pfadfinderei in tiefe Existenzkrisen. In beiden Fällen stellte der Zusammenprall des traditionellen Systems mit den sich als frei, autonom und emanzipatorisch verstehenden Teilen der jungen Generation, vor die Frage, ob sich ihre überkommenen Normen und Gesellungsprinzipien überhaupt in eine Umwelt einverwandeln ließen, die sich so von Grund auf zu verändern begann. Die radikale Auseinandersetzung hat für das immer älter werdende Traditionsystem der Pfadfinder auch durchaus eine positive Seite: Durch Bewegung und Veränderung wird Erstarrungs- und Erschöpfungstendenzen vorgebeugt. In dieser Zeit wurde die Grundlage für die heute selbstverständliche Koedukation gelegt.

Die Zeit nach "1968"

Aus den gesellschaftlichen Umwälzungen der späten 60er Jahre resultierten in Deutschland einige Veränderungen im Bereich der Ringverbände. 1972 beschloß die erste gemeinsame Bundesversammlung von CP, EMP und BCP den Zusammenschluß zum VCP. Am 1.1.73 war der offizielle Gründungstag des VCP.

Der Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) erlitt zahlreichen Abspaltungen, weil sich die pfadfinderischen Kräfte nicht mehr von der Unterwanderung durch linksradikale Kräfte stören lassen wollten. Anfang der 70er Jahre kam es dann zum "show-down". Inzwischen hatte WOSM beim Ring deutscher Pfadfinder eine Anfrage über die pfadfinderische Ausrichtung des BDP gestellt und es entstand Handlungsbedarf. Da die Linksradikalen nicht aus dem BDP austreten wollten wurde kurzerhand von den Pfadfindern im BDP der Bund der Pfadfinder (BdP) gegründet und von der CP und der DPSG der Ring deutscher Pfadfinder aufgelöst. Sofort wurde der Ring neu gegründet, aber diesmal mit dem BdP als Mitglied. Der BDP ("mit großem D") existiert heute noch und betont immer wieder in Veröffentlichungen und Publikationen, nichts mehr mit der eigentlichen Pfadfinderarbeit zu tun zu haben.

In den 70er und in den frühen 80er Jahren gab es im VCP eine Menge Diskussionen darüber, wie zeitgemäße Pfadfinderarbeit aussehen muß. Der Verband leidet bis heute unter diesen ideologisch geführten Diskussionen. Im Laufe der Zeit haben sich immer wieder Gruppen abgespalten, weil ihnen der VCP nicht pfadfinderisch genug war. Zum Teil haben sich diese Gruppen zu neuen Bünden zusammengeschlossen und sich in der Tradition der CP gesehen. In dieser Zeit beenden viele EMP-lerinnen ihre aktive Zeit. Der VCP übernahm nur ganz wenige EMP-Traditionen und im Nachhinein sieht es doch so aus, als hätte die große CP die kleinen Mädchenbünde geschluckt.

Der VCP hat in den ersten 25 Jahren seines Bestehens viele gute Aktionen und Schwerpunkte gehabt. Es gab u.a. fünf Bundeslager, regelmäßige, gute Teilnahme an den Jamborees, 1989 wurde die Burg Rieneck renoviert und 1997 ein Bundeszeltplatz in Großzerlang erworben.

Die Wiedervereinigung 1990 hat der VCP zuerst verschlafen, inzwischen gibt es aber Gruppen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. 1998 wurde das Bundeslager "...und sie dreht sich doch!" bewußt in Brandenburg veranstaltet, um die Aufbauarbeit in den neuen Ländern zu stützen und Ost und West zusammenzubringen. An diesem Bundeslager nahmen 3700 Pfadfinderinnen und Pfadfinder teil. Der VCP hat die ersten 25 Jahre trotz aller Unkenrufe überlebt, wir werden sehen, was die nächsten Jahre bringen.

Zeittafel - Deutsche Pfadfindergeschichte

1909

"Scouting for Boys" wird von Dr. Alexander Lion ins Deutsche übertragen.

1910

Studienreise von dt. Theologen u. CVJM-Sekretärin nach England im Mai/Juni 1910 (Beginn christlicher Pfadfinderarbeit in Deutschland)

1911

Entstehungen eines ersten Pfadfinderbundes in Deutschland (DPB)

1919

Wiederbeginn deutscher Pfadfinderarbeit nach dem 1. Weltkrieg

1920

Gründung der "Tatgemeinscheift Christlicher Pfadfinder" (Beginn in Sachsen)

1921

Zusammenschluß der christlichen Pfadfindergruppen innerhalb der evang. Jungmännerbünde zur "Christlichen Pfadfinderschaft Deutschland" während der Führertagung in Neudietendorf/Thüringen ("Neudietendorfer Grundsätze")

1922

Gründung der "Tatgemeinschaft Christlicher Pfadfinderinnen" durch Mutter Riebold

1926

Der "Evangelische Mädchenpfadfinderbund" entsteht aus der Arbeit des "Burckhardthauses" (Ev. Reichsverb. weibl. Jugend) in Berlin

1929

Zusammenschluß kath. Pfadfindergruppen zur "Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg"

1933

Reichslager mit 3000 Jungen bei Coswig (letztes großes Lager)

1937

Die CP wird von der Gestapo verboten, illegale Tätigkeit von christlichen Pfadfindern bis 1943

1946

Beginn der CP-Arbeit nach dem 2. Weltkrieg (Treffen in Hannover), Gründung der Evangelischen Jugend Deutschlands (CP erhält darin Sitz)

1947

Gründung der Pfadfinderinnenschaft St.Georg (PSG) sowie des "Ringes Deutscher Pfadfinderinnenbünde": EMP. PSG, BDP

1948

Alliierte genehmigen Pfadfinderarbeit in Westdeutschland

1. Bundeslager der CP am Ludwigstein (161 Teilnehmer)

1949

Gründung des "Ringes deutscher Pfadfinderbünde": CP, DPSG, BDP

Entstehung des Bundesjugendringes und Aufnahme des RdP

BCP beschränkt seine Arbeit auf Bayern

Bundeslager der EMP in Verden/Aller (95 Teiln.)

1950

Aufnahme des RdP in die Weltorganisation WOSM

2. Bundeslager der CP auf dem Knüll (1200 Teilnehmer)

1953

2. Bundeslager des EMP in Ehringen/Waldeck mit 105 Pfadfinderinnen

1954

Ring deutscher Pfadfinerinnenbünde wird Mitglied von WAGGGS

3. Bundeslager der CP im Luttertal (bei Celle)

1957

3. Bundeslager der EMP im Sachsenhain (Verden/Aller)

1959

CP erwirbt die "Burg Rieneck" im Spessart, Gründung des Trägerwerks der Burg (BEW)

1960

4. Bundelager der CP im Donautal bei Friedingen

4. Bundeslager des EMP mit 329 Teilnehmern in Berlin

1964

5. Bundeslager der CP im Schondratal

5. Bundeslager des EMP in St. Georgen/Schwarzwald mit 479 Teilnehmern

1968

6. Bundeslager der CP in der Eckernförde Bucht mit 3500 Pfadfindern

6. Bundeslager des EMP im Sachsenhain/Verden

1967/68

Beginn der Zusammenarbeit von CP, EMP, BCP

1972

Erste gemeinsame Bundesversammlung von CP, EMP beschließt die Fusion zum VCP

1973

1.1.1973 Gründungstag des VCP

1975

Zusammenschluß des Bundes der Pfadfinder mit dem Bund Deutscher Pfadfinderinnen zum Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP)

1978

1. Bundeslager des VCP in Kirchberg mit 2315 Teilnehmern

1984

2. Bundeslager "Turm" des VCP bei Eschwege mit 5187 Pfadfindern

1988

3. Bundeslager "Nur eine Welt" des VCP in Ruhpolding mit 5936 Pfadfindern

1990

Mit der Wiedervereinigung beginnt die VCP-Arbeit in den neuen Bundesländern

1992

4. Bundeslager "Gnadenlos" des VCP auf dem Ferschweiler Plateau mit 5.907 Teilnehmern

1997

Erwerb eines VCP-Bundeszeltplatzes om Großzerlang (Brandenburg) und Gründung des "Pfadfinderzentrum Großzerlang e.V."

1998

5. Bundeslager des VCP in Rheinsberg (Brandenburg): "...und sie dreht sich doch" mit ca. 3700 Teilnehmern

(aus "Auf neuem Pfad" 1/98)

Verbandsaufbau

(aus: http://www.st-andreas.de/herbstschulung/sifue/2b.htm)

 
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30. April 2018: Dank Kafe konnte das Buch des Grauen Reiters von 1954 digitalisiert werden. Ein Paar Seiten findet ihr dann im neuem Heft. Eventuell wird es einen Nachdruck geben!



Februar 2018: Arbeiten am neuen Heft beginnen. Thema: "Der Haddak"



Juni 2017: Der Graue Reiter 126/127/128 ist noch vor Pfingsten fertig geworden und schon auf dem Weg zum Bundeslager!



November 2016: Die Reihe der "rot-grauen blätter" wird weitergeführt. Nummer 100 und Nr. 101 stehen zum Download zur Verfügung. Alte Nummer leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr. >>> Hier geht's zur Nummer 101.



Der Graue Reiter 130 ist zzt. ebenfalls in Arbeit. Mit dieser Dokumentation soll das Kapitel "GRAUE REITER in der
DDR" aufgearbeitet werden. Erscheinungstermin ist für Winter 2018 geplant. Im Moment beträgt der Umfang 54 Seiten. In nächster Zeit wird es noch ein paar Fahrten in den Osten geben, um Zeitzeugen zu befragen und weiteres Material zusammenzutragen.