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Meißnerlager 2013 - erste Schritte?

Im Oktober 1913 wurde in Leipzig das große „Völkerschlachtdenkmal“ eingeweiht. Das nationale, vaterländische Deutschland beging damit hoch offiziell die Hundertjahrfeier des Sieges über Napoleon. Zur gleichen Zeit trafen sich ca. 3.000 Jugendliche auf dem Hohen Meißner zwischen Göttingen und Kassel. Die Versammelten bezeichnen sich über ihre Bünde und Vereinigungen hinweg als „Freideutsche Jugend“. Frei wollten sie sein von äußeren Bindungen und innerem Zwang. Das Streben nach Jugendautonomie in einer patriarchalischen, in äußeren Konventionen erstarrten Gesellschaft, das Infragestellen aller von außen vorgesetzten Autoritäten, festgehalten in der bekannten „Meißner-Formel“, war das eigentlich revolutionäre an dieser inzwischen historischen deutschen Jugendbewegung. – Konfessionelle und sozialistische Jugendverbände fehlten allerdings auf dem Hohen Meißner, ebenso die Pfadfinder – die es damals in Deutschland erst seit vier Jahren gab –, aber auch die Wandervogelbünde waren nur in eher geringen Teilen vertreten. Die, die damals zusammenkamen, vertraten überwiegend lebens- und schulreformerische Ideen. Dennoch haben sich die verschiedenen Jugendbünde der Weimarer Zeit, aber auch der Bundesrepublik nach 1945 bei mehreren Gelegenheiten mit großen Veranstaltungen auf diesen Freideutschen Jugendtag von 1913 bezogen – zuletzt mit dem großen überbündischen Meißnerfest im Oktober 1988 bei Frankenhausen am Fuße des Hohen Meißner.



Meißnerpanorama

Im Oktober 2013 wären 100 Jahre seit dem ersten Freideutschen Jugendtag vergangen. Bisher scheint das noch kaum zu Überlegungen in der bündischen Szene geführt zu haben. Nun sind allerdings die Pfadfinder ganz aktuell mit eigenen bedeutenden Jubiläen befasst: 2007 – 100 Jahre Brownsea Island (die faktische Gründung der Pfadfinder durch Baden-Powel), 2009 – vielleicht 100 Jahre deutsche Pfadfinder (?), 2011 – 100 Jahre DPB (?), als dem ersten wirklichen deutschen Pfadfinderverband.

Auf Drängen der Deutschen Freischar hat der „Ring junger Bünde“ (RjB) vertreten durch Axi (Alexej v.Stachowitsch, Jugenbund Phoenix) und Bolko (Walter Pfeiffer, DPB) einen Brief an die größeren bündischen und pfadfinderischen Gruppierungen gesandt, um einmal nachzufragen, ob sich dort etwas bewegt. Es geht dabei um den Versuch einer Orientierung, um herauszufinden, ob eventuell ein breiter angelegtes gemeinsames Gespräch möglich sein können. Von etwaigen Antworten auf diesen Brief hin ist nichts bekannt.

Es gab bisher wohl nur eine etwas verwunderte Rückfrage aus dem BdP bei der Freischar, was es mit diesem Brief auf sich habe. – Allerdings gibt es in Teilen der Wandervogel-Szene offenbar Denkansätze, die sich z. Zt. noch zwischen extremen Polen zu bewegen scheinen: a) ganz schlichte Feier ohne Öffentlichkeit; b) es könnte so werden wie 1988.

Immerhin hat sich aber die Gesellschafter- Versammlung der Jugendbildungsstätte auf dem Ludwigstein schon der Frage nach einem möglichen Fest-Ort angenommen. Gesellschafter der Jugendbildungsstätte sind ja bekanntlich in der Hauptsache der RjB und die VJL (Vereinigung Jugendburg Ludwigstein). Nach ihrer Recherche besteht durchaus die reale Möglichkeit 2013 näher am Hohen Meißner als 1988 ein großes Zeltlager mit entsprechenden Veranstaltungen durchzuführen – so es denn gewollt wird und so sich die Bünde wieder zusammenfinden sollten. Immerhin bestünde die Möglichkeit, erstmals nach 80 Jahren wieder ein Meißnerfest in Einheit und Freiheit zu begehen. Und die Frage nach einer Lebens- und Bildungsreform bzw. nach gesellschaftlicher wie persönlicher Freiheit stellt sich ja offenbar immer wieder erneut und erneut anders.



Gedenktafel zum ersten Treffen im Jahre 1913 auf dem Hohen Meißner

Wer den Kontakt zum RjB aufnehmen,
will kann folgende Kommunikationsmöglichkeiten ergreifen:

– Bolko (Walter Pfeiffer),
Ulmenstr. 39, 63768 Hösbach,
Telefon (0 60 24) 6 91 56,
wa.pfeiffer@t-online.de

– Axi (Alexej v. Stachowitsch),
Mittelstr. 6, 56414 Weroth,
Tel. (0 64 35) 66 70,
jbph@gmx.de

>>> Hier gehts zum entsprechenden Forum im Pfadfindertreffpunkt

>>> Mehr zum Hohen Meißner auf Wikipedia

 
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